Fabio Sabbagh (links) ist professioneller „Fifa“-Spieler. Dominik Kupilas, zuständig für E-Sports bei Werder Bremen, heißt ihn an der Weser willkommen.Foto: Werder.de/esports
E-Sports

Kampf gegen Klischees

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Fabio Sabbagh ist neu beim E-Sports-Team von Werder Bremen.

Echter Fußball projiziert auf die virtuelle Ebene – so definiert Fabio Sabbagh das E-Sports-Spiel Fifa. Unter dem Namen Fifabio spielt der 22-Jährige seit August 2020 als E-Sportler für den SV Werder Bremen.Schon mit vier Jahren hat er mit dem Sportplatz Fußball gespielt. „Meinem großen Bruder habe ich auch beim Fifa-Spielen zugeschaut.“ In seiner Freizeit zockte er dann ein paar Jahre lang und hatte beim Computer-Fußballspielen durchaus Erfolg. „Dann habe ich viel Kraft investiert und war irgendwie auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“

Greuther Fürth kontaktiere ihn, für den Verein spielte er eine sehr erfolgreiche Saison in der virtuellen Bundesliga. So erfolgreich, dass Werder Bremen auf ihn aufmerksam wurde. „Seit Sommer 2018 engagiert Werder sich im professionellen Fifa-E-Sports, also im professionellen, virtuellen Fußball. Aktuell sind wir zweimaliger Titelverteidiger in der virtuellen Bundesliga“, sagt Dominik Kupilas, Sprecher von Werder Bremen und verantwortlich für den E-Sports dort.

Jedes Jahr eine neue Version

Täglich stundenlanges Training ist der Alltag von Sabbagh – erst vormittags und dann abends wieder. „Der größte Unterschied zum realen Fußball ist für mich, dass das Spiel von einer Person gesteuert wird und nicht von elf Spielern.“ Jedes Jahr kommt eine neue Version des Fifa-Spiels heraus. „Dann muss ich das neue Spiel studieren. Ab dem ersten Tag gilt dann nur die neueste Version und ich muss mich darauf einstellen“, sagt der Playstation-Spieler.

Vor Bundesligaspielen schaut er sich seine Gegner an und analysiert auch seine eigenen Spiele. „Wir wollen dem Klischee entgegenwirken, dass E-Sport bedeutet, dass man den ganzen Tag vor dem PC sitzt und sich die Pizza-Kartons stapeln“, sagt Kupilas. Das Training abseits des Computers sei genauso wichtig. „Werder legt großen Wert darauf, dass wir Spieler uns fit halte und gesund ernähre“, sagt Sabbagh. „Ein fitter Körper bedeutet auch ein fitter Kopf.“ extrem hoch. Der Sportwissenschaftler Ingo Froböse hat mal davon gesprochen, dass es im Körper der Gamer Stressreaktionen gebe, die mit einem Elfmeter im Champions-League-Finale vergleichbar seien“, ergänzt Kupilas.

Für Bremen spielen – in München wohnen

Sabbagh wohnt in München. Als E-Sportler ist das kein Problem. „Für einige Termine komme ich nach Bremen. Für internationale Turniere fahre ich auch nach London oder Bukarest. Die finden wegen Corona nun alle online statt.“ In München spielt er auch noch realen Fußball beim Regionaligisten SV Heimstetten.
Was ein E-Sportler verdient, sei von Verein und Vertrag abhängig. „Es ist wie im echten Fußball, da verdient der eine Spieler auch mehr als der andere. Nur in ganz anderen Größenordnungen“, erklärt Kupilas. Laut dem Branchendienst Sport.de können das bei Profis bis zu 10.000 Euro monatlich sein.

Mit seinen beiden E-Sports-Kollegen Erhan Kayman und Michael Bittner arbeitet Sabbagh häufig zusammen. Auch mit den Profis aus der realen Werder-Mannschaft hat er Kontakt und zusammen mit ihnen Videos für die sozialen Medien gedreht, manchmal zocken einige Profis auch mit. „Mir ist es wichtig, dass E-Sports in meinem Verein bis zur obersten Etage akzeptiert wird.“

Fakten

Am 10. November geht die virtuelle Bundesliga in die dritte Runde. 26 Teams treten dabei gegeneinander an. Gespielt wird im „Leveled-Off-Modus“, damit alle Spieler und Teams die gleichen Spielstärken besitzen.

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