Bremer Tierschutzverein fordert Freilaufflächen

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Ohne Leine unterwegs: Laut Tierschutzverein brauchen Hunde
 ausreichend Freilauf. Foto: av

Der Bremer Tierschutzverein bemängelt, dass es für die in Bremen lebenden 12.500 Hunde noch immer keine offizielle Freilauffläche gebe, wie von der Bremischen Bürgerschaft angekündigt. Zudem kritisiert der Vorsitzende, Wolfgang Apel, das von der Polizei geplante Vorgehen gegen Hundehalter.

Derzeit gilt in Bremen und Niedersachsen die Brut- und Setzzeit und damit Leinenpflicht in allen Grünanlagen und freier Landschaft. Laut Wolfgang Apel, Vorsitzendem des Bremer Tierschutzvereins, könne es nicht sein, dass ein pauschales Verbot durchgesetzt werden soll, ohne Alternativen anbieten zu können.

Der Verein appelliert an die Politik, das Interesse von Hundehaltern an der Nutzung des öffentlichen Raumes ernst zu nehmen. Zu einer artgerechten Haltung der Tiere gehöre auch ausreichend Bewegung und regelmäßiger Freilauf ohne Leine, so Apel weiter.

„Beamte nicht für Versäumnisse verantwortlich machen“

Vor allem im Bremer Süden war es jüngst zu zahlreichen Verstößen gegen die Leinenpflicht und Beschimpfungen von Beamten gekommen, woraufhin die Polizei ein rigoroses Durchgreifen angekündigt hatte (der WESER REPORT berichtete). „Die Beamten dürfen nicht für die Versäumnisse der Politik verantwortlich gemacht werden,“ sagt Apel. Allerdings äußert er Verständnis für Halter, die die Leinenpflicht nicht widerspruchslos hinnehmen.

Kurz vor der Wahl zur Bremer Bürgerschaft mahnt der Bremer Tierschutzverein Lösungen an, die den Hundehaltern Rechtssicherheit verschaffen. Die Einrichtung einer Freilauffläche in der Nähe der Galopprennbahn werde zwar begrüßt, in Anbetracht der schleppenden Umsetzung des Bürgerschaftsbeschlusses äußern die Tierschützer jedoch Zweifel daran, ob das Konzept eingezäunter Freilaufflächen jemals dazu geeignet sein wird, ausreichend Flächen für alle Bremer Hunde zu schaffen.

Alternative zum Einzäunen

Es gebe an vielen Stellen im Stadtgebiet seit jeher ein gutes und konfliktfreies Miteinander von freilaufenden Hunden und anderen Freizeitnutzungen, beispielsweise auf dem Stadtwerder. „Die Nutzung solcher Gebiete auf eine Grundlage zu stellen, die es Hundebesitzern ermöglicht, ihre Tiere ohne Angst vor Bußgeldern von der Leine zu lassen, wäre eine kostengünstige Alternative zum aufwändigen Einzäunen“, sagt Apel.

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