Bremen-Strom: Einbruchsserie verunsichert Bürger

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Hans-Georg Osmers zeigt, wo der Täter in
sein Haus einbrach. Foto: Hirsinger

Insgesamt drei Mal wurde in der Nacht vom 18. auf den 19. Mai versucht, in Häuser in Bremen-Strom einzubrechen. Die Bevölkerung ist verunsichert, weil der Ortsteil für gewöhnlich so gut wie keine Kriminalität kennt.

Gegen zwei Uhr in der Früh schreckte Hans-Georg Osmers am vergangenen Dienstagmorgen, 19. Mai, aus dem Schlaf hoch. Im Erdgeschoss seines großzügigen Bauernhauses waren laute Geräusche zu hören: „Ich dachte zuerst, dass meine Mutter in der Küche umgefallen ist und da bin ich sofort nach unten geeilt.“

Doch es ist nicht die Mutter des Landwirtes, die für Krach sorgt. Als Osmers die Küche erreicht, kann er gerade noch eine Gestalt mit schwarzer Kapuze dabei beobachten, wie sie durch das kleine Küchenfenster in den Garten springt. „Ich war barfuß und konnte ihn nicht richtig verfolgen“, erklärt er und präsentiert tiefe Schnittwunden an seinen Füßen: „Da war überall zerschlagenes Glas und ich habe sofort stark geblutet.“

Küchenfenster mit Backstein eingeschlagen

Der nächtliche Einbrecher hatte das Küchenfenster mit einem Backstein eingeschlagen und im Innern nach Wertgegenständen gesucht. „Da kann er bei uns natürlich nichts finden. Wir sind doch nicht dumm und bewahren so etwas in unserem Haus auf“, erklärt Osmers.

Seine Mutter Inge ist 82 Jahre alt und hat von Alledem erst später etwas mitbekommen: „Mein Schlaf ist sehr fest.“ Nachdenklich fügt sie hinzu: „Ich kann mich nicht erinnern, dass soetwas in Strom schon einmal passiert ist.“ Ihr Sohn erklärt: „Ich bin wirklich nicht zimperlich, aber als die Polizei gegen vier Uhr wieder gefahren ist, habe ich im Bett gelegen und konnte erstmal nicht mehr schlafen.“

Drei Einbrüche in einer Nacht

Neben Osmers traf es in der selben Nacht noch zwei seiner Nachbarn im vorderen Teil Stroms – einem Ortsteil Bremens, in dem es im Schnitt weniger als fünf Einbrüche pro Jahr gibt. Polizeisprecher Dirk Siemering erklärt dennoch: „Man kann nicht von einer Serie sprechen. Es gab zwei Einbruchversuche und einen vollendeten Einbruch. Wir ermitteln in alle Richtungen. Bislang hat sich noch kein Tatverdacht konkretisiert.“

Aus polizeiinternen Kreisen ist allerdings Konkreteres zu erfahren. Dort werden die seit Monaten in Strom untergebrachten, unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge mit den Taten in Verbindung gebracht. Das sei „eindeutig“, heißt es.

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