Mehr Achimer an seltener Krebsart erkrankt

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Seit Anfang 2014 führt das EKN auch ein gemeinde-
bezogenes Monitorin durch. Grafik: EKN

Das Epidemiologische Krebsregister Niedersachsen (EKN) hat für die Stadt Achim statistisch auffällig viele neu diagnostizierte Mesotheliom-Erkrankungen festgestellt. Das teilte jetzt die Verdener Kreisverwaltung mit. 

Konkret geht es um 14 Fälle, die für die Jahre 2008 bis 2012 im EKN registriert wurden. Für diese Zeitspanne seien auf der Basis der durchschnittlichen niedersächsischen Erkrankungszahlen eigentlich nur vier Neuerkrankungen zu erwarten gewesen, hieß es. Die Erhöhung setze sich auch im Jahr 2013 fort (sechs Fälle beobachtet, 0,8 erwartet).
Mesotheliome gehören laut EKN zu den eher seltenen Krebserkrankungen. Es sind bösartige Bindegewebstumore, bei denen in der Regel das Rippenfell betroffen ist. Als Hauptursache für diese Erkrankung gilt der Kontakt mit dem Schadstoff Asbest.

Umgehende Aufklärung erforderlich

„Der Landkreis Verden wurde vom Epidemiologischen Krebsregister Niedersachsen über diese Auffälligkeit informiert“, erklärte Landrat Peter Bohlmann. Eine umgehende Aufklärung der Befunde sei erforderlich, um Gewissheit bezüglich der Ursachen zu erhalten. Es müsse zweifelsfrei geklärt werden, ob es sich um zurückliegende Belastungen aus der Arbeitswelt handele, so Bohlmann.
Betroffen von der Erhöhung der Fallzahlen sind ausschließlich Männer. Alle Erkrankten waren zum Zeitpunkt der Diagnose älter als 60 Jahre. Im Vergleich zu der Altersverteilung der Mesotheliom-Erkrankungen bei Männern in ganz Niedersachsen bestehen keine Auffälligkeiten: Auch hier sind 90 Prozent der Fälle 60 Jahre und älter.

Auslöser liegen wohl Jahrzehnte zurück

„Da Mesotheliom-Erkrankungen meistens durch Asbestbelastungen am Arbeitsplatz verursacht werden, konzentrieren wir uns auf berufliche Zusammenhänge der Betroffenen. Bei der langen Latenzzeit dieser Erkrankung ist davon auszugehen, dass die auslösenden Belastungen mehrere Jahrzehnte zurückliegen, als der Arbeitsschutz hierfür nicht entwickelt war“, betonte Dr. Bernhard Krüger, Leiter des Verdener Gesundheitsamts.

Routinemäßige EKN-Auswertungen


In Niedersachsen erkranken jedes Jahr etwa 48.000 Menschen neu an einem bösartigen Tumor und fast 22.000 Menschen versterben an einer Krebserkrankung. Das EKN wertet Tumormeldungen statistisch aus, um Daten für die Ursachenforschung, Gesundheitsberichterstattung und Gesundheitsplanung zur Verfügung zu stellen. 

Seit Anfang 2014 führt das EKN zusätzlich zu den routinemäßig erstellten Jahresstatistiken ein gemeindebezogenes Monitoring durch. Dabei werden für zunächst drei Krebsdiagnosen (Akute myeloische Leukämien, Nierenzellenkarzinome und Mesotheliome) die Daten auf Gemeindeebene in ganz Niedersachsen untereinander verglichen und statistisch auffällige Krebshäufungen identifiziert. 

Die ausführliche Auswertung des EKN zu den Mesotheliom-Erkrankungen ist unter www.landkreis-verden.de abrufbar.

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