Räumung der Seniorenresidenz Kirchhuchting ausgesetzt

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Die Seniorenresidenz Kirchhuchting
soll geschlossen werden. Foto: Drügemöller


Die Sozialbehörde hat die unverzügliche Räumung der Seniorenresidenz Kirchhuchting bis zu einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts ausgesetzt. Dabei handele es sich um einen Zeitraum von wenigen Tagen. Die Heimleitung ist sich dagegen sicher, dass ihre Bewohner nicht ausziehen müssen.

Die Betreiber der Seniorenresidenz um die Geschäftsführung Christian Cohausz und Susanne Thons hatten in einem Eilantrag am Verwaltungsgericht Klage gegen die Entscheidung der Sozialbehörde eingelegt. „Wir wollen die Entscheidung des Gerichts abwarten und haben deswegen den Vollzug außer Kraft gesetzt“, sagt Dr. Bernd Schneider, Sprecher der Sozialbehörde. Das hieße aber nicht, dass die Schließung des Heimes auch außer Kraft gesetzt worden ist. Schneider rechnet mit der Entscheidung des Gerichts, ob die Bewohner tatsächlich ausziehen müssen „in den nächsten Tagen“.

Sozialbehörde steht Heimleitung kritisch gegenüber

Christian Cohausz, der seit dem 1. November 2015 innerhalb der Geschäftsführung der Mediko-Gruppe für das Heim zuständig ist, ist sich dagegen sicher, dass die Seniorenresidenz nicht geschlossen werden müsste. „Wir werden hier noch Weihnachten feiern“, sagte er. Schließlich könne die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Monate dauern. Schneider steht diesen Aussagen kritisch gegenüber: „Natürlich erzählen die das ihren Bewohnern, jeder der das Heim verlässt, verursacht Kosten.“

Cohausz hingegen gibt sich gegenüber dem Weser Report kooperativ: „Wir haben die bestehenden Probleme beseitigt“, sagte er am Dienstag. Er sieht noch ein anderes Problem: „Insgesamt hatten wir nur sieben Wochen Zeit, die von der Behörde vorgegeben Maßnahmen umzusetzen.“ Das sei ein viel zu kurzer Zeitraum. Trotzdem habe man viele Mängel behoben, das habe ein extern eingesetzter Qualitätsmanager unter Eid bestätigt.

Behörden haben viel zu spät reagiert

Neben pflegerischen Mängeln habe die Heimaufsicht auch kritisiert, dass in dem Altenheim zu wenig Fachkräfte unter den Angestellten seien. Man habe die Quote laut Cohausz nun bereits auf 85 Prozent aufgestockt, der Pflichtanteil liege bei 50 Prozent. Ehemalige Mitarbeiter der Seniorenresidenz, die anonym bleiben wollen, haben dem Weser Report berichtet, dass dieses neue Personal im Moment aus Leihkräften bestehe. Man brauche aber langfristig motivierte Mitarbeiter die man nur mit guter Bezahlung, besseren Arbeitsbedingungen und geeignetem Führungsstil halten könne. Ungelernte Kräfte würden etwa die Pflegebedürftigen falsch lagern, so dass diese sich wundliegen würden.

Die ehemaligen Mitarbeiter beklagen außerdem, dass die Behörden viel zu spät auf die Missstände im Heim reagiert hätten. Die Situation im Heim liege schon seit 2013 im Argen und sei mehrfach beklagt worden. Wichtig sei ihnen, dass Verantwortung für die Situation übernommen werde.
Lotta Drügemöller, Laura Bohlmann

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