Senator: „Baumfällungen am Weserdeich sind unumgänglich“

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So soll  das Weserufer mal aussehen.  Foto: SUBVB

Der Generalplan Küstenschutz lässt keine Zweifel zu: Der Weserdeich muss auf einer Länge von 2,8 Kilometern höher und stabiler werden. Eine neue Promenade wird entstehen. Wie soll diese gestaltet werden?

Einige Deichbauwerke an der Weser entsprechen nicht mehr den Schutzanforderungen und müssen langfristig erneuert werden. In einer Machbarkeitsstudie wurden die Anforderungen und Notwendigkeiten für den Umbau der Hochwasserschutzanlage entlang der kleinen Weser (zwischen Eisenbahnbrücke und Pipe) untersucht.

 

„Außengastronomie an einigen Stellen möglich“

Der Umbau in der Neustadt eröffnet jedoch auch die Möglichkeit, das Weserufer an dieser Stelle als attraktiven Freiraum neu zu gestalten. Bei der Planung möchte der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr die Meinungen und Anregungen der Menschen frühzeitig einbinden. Deshalb lud  Bausenator Senator Joachim Lohse (Grüne) zum Deichspaziergang mit anschließender Informationsveranstaltung ein. Trotz widrigen Wetters waren dazu vergangene Woche viele Anwohner gekommen.

Stadtplaner Axel König vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr stellte ihnen erste Ideen zu den Maßnahmen vor: „Wir werden einen neuen Raum haben, der ohne den Hügel der jetzigen Böschung viel Gestaltungsspielraum zulässt. An einigen Stellen dieser Ebene wäre beispielsweise eine Außengastronomie möglich.“

Standorte, an die keiner denkt

Der Vorschlag stieß bei vielen auf wenig Gegenliebe. „Wir wollen keine zweite Schlachte“, kritisierten Betroffene, die zu viel Trubel vor der Tür befürchten. König beschwichtigte: „Wir reden von einer Promenade, die sich auf eine Länge von 2,8 Kilometern erstreckt. Man würde natürlich punktuell nach geeigneten Stellen Ausschau halten. Dort, wo die Anwohner nicht gestört würden.“

Als Beispiel führt er Orte an, „an die vielleicht heute keiner denkt“ – unter anderem vor der Brauerei, dem Kaffeebetrieb und Mondelez beziehungsweise an der Wilhelm-Kaisen-Brücke. Auch in Höhe des Künstlerhauses könnte ein geeigneter Standort sein.

Baumfällungen „unumgänglich“

Was den Bürgern besondere Bauchschmerzen bereitet, ist die Tatsache, dass entlang der Strecke über 100 Bäume gefällt werden müssen. Man wolle nicht auf die Häuser gegenüber schauen. „Das ist leider unumgänglich. Es handelt sich überwiegend um flachwurzelige Platanen, die bereits 70 Jahre alt sind und nur eine Lebensdauer von 80 Jahren haben“, so König. Diese müssten dem Küstenschutzbauwerk weichen. Darauf wiederum könnten neue Bäume gepflanzt werden.

Dann kam noch die Frage auf, was auf der anderen Seite der kleinen Weser, auf dem Stadtwerder, passieren werde. Dazu der Stadtplaner: „Dort ist das Geländeniveau so hoch, dass kein Umbaubedarf da ist.“

 

2025 soll der Deich fertig gestellt sein

Abschließend erläuterte er noch, wie der Zeitrahmen aussehen wird: „Wir wollen den Gestaltungswettbewerb in diesem Jahr abschließen und möglichst auch den Entwurf für die Baumaßnahmen. Mit diesen soll 2020 begonnen werden, der neue Deich 2025 fertig sein.“

Eine öffentliche Folgeveranstaltung zum Deichspaziergang mit Präsentation der Machbarkeitsstudie wird es am Donnerstag, 25. Februar, ab 18 Uhr, in der Mensa der Schule am Leibnizplatz geben.
                                                                                                                 Bettina Gößler

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