Hemelinger Hafen, Foto: WR Ob die Weser wie hier am Hemelinger Hafen vertieft werden soll, sorgt für Diskussion. Foto: WR
Pro und Contra

Weservertiefung: Umweltschutz versus Wirtschaft

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Noch immer steht nicht fest, ob die Weser vertieft werden soll. Befürworter verweisen auf die Vorteile für die Wirtschaft, mehr Schiffsverkehr wäre möglich. Die Gegner sehen den Umweltschutz in Gefahr. Ein Pro und Contra

Ist Bremen auf die Weservertiefung angewiesen?

Hauke Hilz, FDP, Foto: FDP

Pro: „Bremer Häfen müssen wettbewerbsfähig sein“

Bremen braucht die Weservertiefung! Mit der Vertiefung der Außen- und Unterweser bleiben die Bremer Häfen wettbewerbsfähig. Das Schiff ist und bleibt das umweltfreundlichste Transportmittel. Daher ist für uns Freie Demokraten klar, dass es auch in Zukunft eine entscheidende Rolle beim Warentransport spielen muss.
Nur wenn die Weser vertieft wird, können weiterhin alle Schiffe,welche die Weltmeere befahren, unsere Häfen anlaufen. Natürlich ist so ein Ausbau ein Eingriff in die Natur. Das lässt sich durch umfangreiche Maßnahmen ausgleichen.
Und es gibt auch eins zu bedenken: Deutschland hat hohe Umweltstandards, an denen sich andere Länder ein Beispiel nehmen sollten. Wenn es uns aber wegen dieser Standards nicht gelingt, wirtschaftsnahe Infrastruktur zu bauen oder nur mit hohem Kosten- und Zeitaufwand, wird kein anderes Land unsere Standards übernehmen.

Prof. Dr. Hauke Hilz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, FDP Bremen

Contra: „Folgen für die Umwelt erheblich“

Nelson Janßen, Die Linke, Foto: Die Linke

Die Weservertiefung hat erhebliche Folgen für Mensch und Umwelt. Der Hochwasserpegel steigt. Die Äcker versalzen. Die Wasserqualität verschlechtert sich. Die Außenweser (ab Bremerhaven ins offene Meer) verläuft mitten durch das Weltnaturerbe Wattenmeer. Allein für den Ausbau der Mittelweser (von Bremen nach Brake) muss Bremen sich mit 67 Millionen Euro beteiligen.

Und wofür? Für eine 40 bis 90 cm tiefere Fahrrinne. Nur damit Riesen-Containerschiffe auch bei Niedrigwasser nach Bremerhaven kommen. Nur damit Massengutschiffe in der Mittelweser aneinander vorbeifahren können, ohne an den Ausweichstellen zu warten. Ist es das wert? Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs und das Zögern der Bundesregierung sagen: nein.

Immer tiefer Buddeln ist eine Lösung von gestern. Bessere Navigationssysteme, bessere Logistikketten und eine nationale Hafenplanung erreichen dieselben Ziele – ohne Umweltzerstörung, und für deutlich weniger Geld.

Nelson Janßen, umweltpolitischer Sprecher, Fraktion Die Linke

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