Dass Plastiktüten schlecht für die Umwelt sind, ist kein Geheimnis mehr. Zahlreiche Einzelhändler aus Bremen-Nord verzichten daher auf eben solche oder schauen sich nach Alternativen um .Foto: Füller Dass Plastiktüten schlecht für die Umwelt sind, ist kein Geheimnis mehr. Zahlreiche Einzelhändler aus Bremen-Nord verzichten daher auf eben solche oder schauen sich nach Alternativen um. Foto: Füller
Umwelt

Kostenlose Kartons statt Plastiktüten im Handel

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Einzelhändler aus Bremen-Nord wirken dem Bundestrend entgegen: Obwohl die kostenlose Plastiktüte aus dem deutschen Handel verschwinden soll, sträuben sich immer noch viele Unternehmer gegen die neue Regel.

„In meinen Augen kann eine Strafgebühr für Plastiktüten auch nicht die optimale Lösung sein“, sagt Jens Crueger, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft. „Indem man etwas teurer macht, löst man keine Probleme. Wir müssen schleunigst eine Alternative zur Plastiktüte finden“, so Crueger.

Ein Antrag von SPD und Grünen aus dem Dezember vergangenen Jahres macht dieses Vorhaben deutlich. „Der Plastikmüll ist ein großes Problem. Insbesondere sogenannte Mikroplastikteilchen sind unberechenbar. Durch UV-Strahlung werden diese immer kleiner, versinken am Grund der Ozeane und gelangen so wieder in den Nahrungskreislauf, weil die Fische diese Partikel automatisch mitfressen“, erklärt der Sozialdemokrat.

“Kein Plastik in die Umwelt bringen”

Im Gegensatz zum Bundes­trend, der besagt, dass viele Unternehmen weiterhin kostenlose Plastiktüten herausgeben, stehen viele Einzelhändler aus dem Bremer Norden. Hier scheinen Unternehmer das Problem ganz bewusst anzugehen.

„Wir verzichten schon seit etwa drei Jahren darauf,  kostenlose Plastiktüten anzubieten. Damit wollen wir unseren Kunden signalisieren, dass man kein Plastik in die Umwelt bringen sollte“, sagt Christa Dohmeyer, Inhaberin des Reformhauses Ratjen in Lesum.

Igel-Taschen wieder in der Diskussion

Stattdessen bieten sie und ihre Mitarbeiter kostenlos Kartons an. Diese kommen, gefüllt mit Waren, am Reformhaus an und stehen dann leer zur Verfügung. Bei der Interessengemeinschaft Einzelhandel und Gewerbe Lesum, Burgdamm, St. Magnus e.V. (IGEL) wird im Rahmen der Jahreshauptversammlung in Kürze über das Thema gesprochen.

„Wir überlegen, unsere Stoff-Einkaufstaschen mit IGEL-Aufdruck wieder aufleben zu lassen“, so Dohmeyer in ihrer Funktion als Vorsitzende der IGEL. Auch die AG Lindenstraße und die Vereinigung Blumenthal Aktiv wollen während ihrer nächsten Sitzungen intensiv über das Thema sprechen.

Gänzlicher Verzicht auf Plastiktüten

Sonja Stellmann, Inhaberin des Modegeschäftes Ecoture in der Vegesacker Gerhard-Rohlfs-Straße, gibt überhaupt keine Plastiktüten an ihre Kunden raus: „Ich verteile schon immer kostenlose Papiertaschen. Auch privat nutze ich Stoff- oder Nylonbeutel“, so die Unternehmerin.

Darüber hinaus sei die Kundschaft, die bei ihr ökologisch nachhaltige Kleidung kauft, sich der Problematik durchaus bewusst. „Die meisten freuen sich darüber, dass es hier keine Plastiktüten gibt.“

„Ich würde gerne ganz auf Plastiktüten verzichten“, sagt auch Christoph Bannert, Inhaber von fünf Apotheken in Bremen-Nord. Er bietet in seinen Geschäften schon seit 20 Jahren wiederverwendbare Taschen an. Zwar gibt es auch Plastiktüten, allerdings überlegt Bannert, in naher Zukunft eine Gebühr für solche Tragetaschen zu erheben. „Wir merken, dass die Kunden für das Thema empfänglicher werden“, ergänzt er.

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