Ryanair-Flieger auf dem Vorfeld in Bremen. Foto: WR Ryanair-Flieger auf dem Vorfeld in Bremen. Foto: WR
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Ryanair: Winterflugplan ab Bremen sieht mager aus

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Ryanair streicht offenbar weitere Destinationen ab Bremen. Von 40 Flügen die Woche bleiben nur noch 25, Ziele wie Dublin und Girona fallen weg. In der Wirtschaftsdeputation gibt sich der Senat kurz zuvor noch ahnungslos.

Die irische Fluglinie Ryanair hat ihren Winterflugplan ab November 2016 eingestellt, und es sieht für Bremen nicht gut aus: Viele Ziele wie Dublin, Girona, Lissabon, Madrid und Manchester sind ab Anfang November nicht mehr buchbar. Stockholm-Skavsta ist noch bis 10. November auswählbar, danach ebenfalls nicht mehr.

Macht die Fluglinie jetzt ernst mit den Reduzierung ihrer Basis in Bremen (Weser Report berichtete)? Als Hoffnungsschimmer bleibt, dass Flugziele möglicherweise nachträglich doch wieder aufgenommen werden. Dublin und Manchester allerdings werden von Hamburg angeflogen.

Keine Stellungnahme vom Flughafen und Ryanair

Das kommt ohne Vorwarnung: Weder Ryanair selbst noch der Flughafen Bremen wollten auf Nachfrage eine Stellungnahme zu den Plänen abgeben. Immerhin: Eine tägliche Verbindung nach London bleibt Bremen, Riga und Vilnius sind buchbar und auch Ziele wie Palma und die  Kanaren werden voraussichtlich weiter angeflogen.

Noch pikanter ist das für den Senat: Die FDP hatte in erst vor wenigen Tagen in der  Wirtschaftsdeputation nachgehakt. Auf die Frage, dass Ryanair die Flugziele ab Bremen reduziere, erklärte das Wirtschaftsressort: „Die Gründe sind dem Senat nur zum Teil bekannt.“

Keine Antwort, da „Verschwiegenheitsklauseln“

Es könne an der Einführung  der Luftverkehrssteuer liegen. Komplett mauert der Senat aber auf die Frage nach den Verträgen, die die Stadt mit Ryanair über die Nutzung des Terminals geschlossen hatte. Da diese „Verschwiegenheitsklauseln für die Vertragsparteien“ enthielten, dürften sie in der Wirtschaftsdeputation nicht weitergegeben werden.

„Absolut unbefriedigend“, nennt die FDP-Fraktionsvorsitzende Lencke Steiner die Antwort des Wirtschaftssenators. „Martin Günthner hüllt sich im Schweigen und zeigt sich nicht sonderlich kooperativ. Wir fragen uns warum?“, so Steiner.

Die FDP will weiter nachbohren

„Das Kontrollrecht der Opposition ist ein wichtiges Element in unserer Demokratie und dieses lassen wir uns nicht so einfach nehmen.“ Schließlich müsse jemand dem Senat auf die Finger schauen. Steiner kündigt an: „Wir werden die Berichtsbitte erneut stellen. Nur dieses Mal im Haushalts- und Finanzausschuss.“

Stephan von Dellingshausen, Kenner der Luftfahrtszene in Bremen, meint, dass mit dem neuen Winterflugplan ein weiterer Ryanair-Flieger abgezogen werde. Er befürchtet, dass die  nächste Botschaft sein werde, dass die Ryanair-Basis in Bremen geschlossen werde. „Aber den Flughafen und die herrschende Politik scheint das nicht weiter zu beunruhigen.“

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