Die Bildungsbehörde will unter anderem prüfen, ob die Schule in Strom geschlossen wird. Foto: Schlie Die Bildungsbehörde will unter anderem prüfen, ob die Schule in Strom geschlossen wird. Foto: Schlie
Bildung am Stadtrand

Schulen in Strom und Seehausen vor der Schließung?

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Die Bildungsbehörde zieht in Betracht, die Grundschulen in Strom und Seehausen zu schließen, weil sie dringend sanierungsbedürftig sind. Das sorgt vor Ort für Entsetzen. Die Stadtteilpolitiker wollen sich wehren.

„Es wird geprüft, die Standorte Seehausen und Strom aufzugeben und die Schülerinnen und Schüler aus den beiden Ortsteilen an der Grundschule Rablinghausen im gleichen Planbezirk zu beschulen.“

Dieser Satz aus der aktuellen Schulstandortplanung hat in Strom und Seehausen für Entsetzen gesorgt. „Das kommt für uns aus heiterem Himmel und ist unfassbar“, sagt Ralf Hagens, Beiratssprecher aus Seehausen.

Behörde erwartet keinen steigenden Bedarf an Schulen

Für die dortige Grundschule werde kein steigender Schulplatzbedarf erwartet, heißt es in der Standortplanung – und das kann Hagens nicht verstehen. „Der Kindergarten wird um eine Gruppe mit 15 Kindern erweitert“, argumentiert er.

Auch im Neubaugebiet hätten sich neue Familien angesiedelt. „Die sind hergezogen, auch weil es hier einen tollen Kindergarten und eine tolle Schule gibt.“

Hagens rechnet mit mehr Schülern

Zwar bleibe die Schülerzahl im kommenden Schuljahr mit 34 Kindern gleich. Aber schon im Jahr danach rechnet Hagens mit einem Anstieg.

Die Behörde argumentiert mit angeblich hohen Sanierungskosten, besonders in Seehausen. 1,8 Millionen Euro müssten dort investiert werden. Hagens findet diese Zahl „unglaublich“. Zwar sei die Schule tatsächlich nicht barrierefrei. Trotzdem zweifelt er an der Summe.

Ortsamtsleiter ist „ziemlich geschockt“

Auch die noch kleinere Schule in Strom ist in den Fokus der Bildungsbehörde gerückt. „Das hat mich ziemlich geschockt“, sagt Orsamtsleiter Wilfried Frerichs. „Ich finde ignorant, was da drin steht“, sagt er.

„Das Gebäude ist schließlich nicht nur eine Schule, sondern das einzige öffentliche Gebäude in Strom.“ Das heißt: In der Schule findet nicht nur Unterricht statt. Dort befindet sich auch das Ortsamt.

Auch Sportvereine nutzen das Gebäude

Außerdem nutzt der Rad- und Sportverein Strom die dortige Halle unter anderem für Yoga- und Gymnastikkurse sowie Tischtennistraining. Wenn die Schule geschlossen wird, da ist sich Frerichs sicher, „dann gibt es keinen Sportverein mehr“.

Ähnliche Befürchtungen hat auch Hagen für Seehausen, wo die Schule ebenfalls vom Sportverein genutzt wird. Auch der Kindergarten nutze die Turnhalle.

Sanierungsbedarf auch in Strom

Sauer ist Frerichs auch, weil sich in der Vergangenheit immer wieder Gutachten mit der Frage beschäftigt hätten, wie Strom wachsen kann. „Aber wie soll das funktionieren, wenn man sogar solche Investitionen scheut?“, fragt Frerichs.

Denn auch in Strom sieht die Bildungsbehörde Sanierungsbedarf: 600.000 Euro. In beiden Stadtrand-Stadtteilen wollen die Beiratsmitglieder jetzt diskutieren, wie sie auf die Prüfpläne der Behörde reagieren wollen. „Wir werden uns auf jeden Fall zu Wort melden“, kündigte Hagens an.

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