Digitaler Arbeitsplatz Sowohl Arbeitnehemer als auch Arbeitgeber stehen vor großen Aufgaben, die sich durch die digitale Transformation der Arbeitswelt ergeben.
Digitalisierung

Die digitale Herausforderung für die Arbeitswelt

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Die Arbeitswelt wird sich durch die Digitalisierung fundamental ändern. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Unternehmen auch bei der Personalrekrutierung und beim Mitarbeitermanagement neue Wege gehen müssen.

„Sie werden ihr Verhalten fundamental ändern müssen“, sagt Stefan Burghardt, Niederlassungsleiter der Mittelstandsbank Bremen bei der Commerzbank, bei der Vorstellung der Studie „Unternehmen Zukunft: Transformation trifft Tradition“.

Die Auswirkungen der Digitalisierung sind vielfältig und betreffen auch die Mitarbeiterrekrutierung und Personalführung, zeigt die jährlich erscheinende Studie. Bundesweit wurden 4.000 Klein- und Mittelständische Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 2,5 Millionen Euro befragt, darunter über 360 Betriebe aus Bremen und Niedersachsen.

Mehr Arbeitsplätze durch Digitalisierung

Ein Ergebnis ist, dass in Norddeutschland mehr Arbeitsplätze im Mittelstand durch die digitale Transformation entstehen, das werden Stellen für hochqualifizierte Angestellte sein. Dabei stellt sich für die Unternehmen „die fundamentale Frage: Wie komme ich an die Arbeitskräfte und was muss ich als Unternehmer für ein Umfeld bieten, um die Leute zu halten“, so Burghardt.

Die jungen Arbeitskräfte hätten heute einen andere Karrierevorstellungen und würden einen anderen Weg einschlagen. Denn über die althergebrachten Rekrutierungsmethoden, wie Stellenausschreibungen oder Jobmessen, werden junge, hochqualifizierte Arbeitnehmer nicht mehr erreicht.

Neue Wege der Personalrekrutierung

Dazu bieten sich konkrete Kooperationen, in Form von Forschungsförderung und der Bereitstellung von Praktikaplätzen, mit Fachbereichen an Universitäten an. Eine weitere Möglichkeit sind Investitionen in Start-Ups. Sind diese erfolgreich, dann macht das investierende Unternehmen Gewinn, sollte dem Start-Up der Durchbruch nicht gelingen, kann das Unternehmen immer noch auf qualifiziertes Personal zurückgreifen.

„Nur weil eine Idee scheitert, heißt das ja nicht, dass die Köpfe, die dahinterstehen, nichts können“, erklärt der Banker. Allerdings müsse dabei auch bedacht werden, dass durch den digitalen auch ein kultureller Wandel eingesetzt hat. „Mit Krawatte findet man in der Start-Up Szene keinen Zugang“, berichtet Burghardt.

Aber nicht nur die Personalgewinnung durchlebt eine fundamentale Veränderung, auch die bei der Personalführung muss umgedacht werden. „Wachstumsmeldungen und Kontrollberichte der Mitarbeiter an ihren Vorgesetzten sind Mega-Out“, berichtet er.

Qualifizierungsbedarf für ältere Angestellte

Die Unternehmen sollten sich von klassischen Strukturen frei machen und variabler werden. „Führungsveränderung ist eine Herausforderung, wer diese nicht annimmt, wird keine neuen Mitarbeiter gewinnen“, fährt Burghardt fort. „Meist geht ein Wechsel der Führungsstruktur nur über externe Berater.“

Eine weitere Aufgabe für die Unternehmen ist der Qualifizierungsbedarf ihrer Angestellten. „Es ist ein Irrtum, dass 30-Jährige mehr an der Digitalisierung interessiert sind, als 50-jährige Mitarbeiter“, erläutert er. Oftmals würde vor allem der Qualifizierungsbedarf der Generation 55 Plus übersehen.

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