Noch fährt der Verkehr über die Brücke an der Heinrich-Plett-Allee. Doch bald wird die Überführung über die B 75 abgerissen - die Sperrung beginnt bereits am Donnerstag, lange vor dem Brückenabriss. Noch fährt der Verkehr über die Brücke an der Heinrich-Plett-Allee. Doch bald wird die Überführung über die B 75 abgerissen - die Sperrung beginnt bereits am Donnerstag.
17 Monate Teilung

Brückensperrung in Huchting: Endstation Sodenmatt

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Für den Brückenabriss wird die Heinrich-Plett-Allee an der B75 am Donnerstag gesperrt. Auf Huchtinger kommen lange Umwege und eventuell Staus zu. 17 Monate lang sind die Ortsteile Mittelshuchting /Sodenmatt getrennt.

Wer am Donnerstag von der Roland-zu-Bremen-Oberschule mal eben mit dem Auto rüber zum Bürger- und Sozialzentrum will, muss für den einen Kilometer Luftlinie große Teile des Stadtteils Huchting abfahren. Das gleiche gilt am Freitag – und am Samstag – und die kommenden 17 Monate. Denn für den Brückenabriss wird der gängige kurze Weg über die Heinrich-Plett-Allee bis Ende 2017 gesperrt.

Straßensperrung schon vor dem Brückenabriss

Die Brücke über die B 75 ist baufällig und muss abgerissen werden. Das geschieht zwar erst im August, doch schon ab Donnerstag, 9 Uhr, kann die Heinrich Plett-Allee in Höhe der Überführung nicht mehr befahren werden.

„Schon Bevor wir die Brücke abreißen können, müssen die Leitungen für Strom, Gas und Wasser umgelegt werden. Sie laufen künftig über die provisorische Fußgängerbrücke“, erklärt Martin Stellmann vom Amt für Straßen und Verkehr den Grund für die frühe Sperrung.

Außerdem werde vor dem Abbruch zunächst der Asphalt der Brücke abgefräst und das Geländer abmontiert. „So kann das Material wiederverwendet werden und landet nicht einfach auf einem riesigen Schuttberg.“

Was bleibt, was ändert sich für Autofahrer?

Die Bundesstraße selbst bleibt während der Bauarbeiten von der Heinrich-Plett-Allee aus erreichbar, die Auf- und Abfahrten können weiterhin genutzt werden.

Während der Sperrung wird Autofahrern die Umleitung über die Huchtinger Heerstraße und die Kirchhuchtinger Landstraße empfohlen – einmal rund um Huchting also.

An der Kreuzung Heinrich-Plett-Allee / Huchtinger Heerstraße wird eine neue Ampel aufgebaut, „da ein höheres Verkehrsaufkommen auf der Huchtinger Heerstraße erwartet wird und es nicht zu Staubildung auf der Heinrich-Plett-Allee kommen soll“, so Stellmann.

Verkehrschaos innerhalb Huchtings zu erwarten?

Staus erwarten im Stadtteil aber viele. Annette Yildirim vom Ortsamt sieht eine angespannte Verkehrslage voraus – „vor allem, wenn zeitgleich ab 2017 auch an der Bahnlinie für die Straßenbahnverlängerung gebaut werden sollte – dann kann ich mir gar nicht vorstellen, was hier los sein wird.“

Michael Horn von der Linken im Beirat Huchting sieht für die kommenden Wochen und Monate in Huchting gar „einen dauerhaften Verkehrskollaps“ voraus, „wenn nun auch noch die Verbindung zwischen Mittelshuchting und dem Sodenmatt-Quartier gekappt wird“. Schließlich staue es sich schon heute auf Huchtings Straßen, wenn die A 1 oder die Bundesstraße dicht seien.

Auch Beiratsmitglieder anderer Parteien haben sich bereits ähnlich skeptisch geäußert.

Bau einer Notbrücke für Autos wäre „unverhältnismäßig“

„Ganz ohne Einschränkung wird es bei der Sperrung nicht gehen“, gibt Stellmann zu. „Sonst hieße das ja, dass man die Brücke nie wirklich gebraucht hätte.“ Für die Dauer des Abrisses auch für Autos eine Behelfsbrücke zu bauen, wie es Horn und einige andere gefordert haben, wäre seiner Meinung nach aber unverhältnismäßig teuer und aufwendig geworden.

„Das Verkehrsaufkommen auf der Strecke ist einfach nicht vergleichbar mit der Brücke bei Burglesum, bei deren Neubau wir tatsächlich eine Notbrücke hatten“, so Stellmann. Für eine Hilfsbrücke hätte unter anderem ein viel breiterer Abschnitt gerodet werden müssen. „Alleine schon die Eingriffe in die Natur wären gewaltig und bestimmt auch nicht jedem Recht.“

Immerhin: Wer gut zu Fuß ist  oder ein Fahrrad sein eigen nennt, kann die B 75 weiterhin an fast gewohnter Stelle überqueren. Für Radler und Fußgänger wurde eine Übergangsbrücke aufgebaut.

Probleme auch für Nutzer der Buslinien

Besonders problematisch ist die Sperrung durch den Brückenabriss auch und gerade für Nutzer der Buslinien. Sie müssen sich teilweise auf erheblich längere Fahrzeiten einstellen: Der Bus-Ringverkehr der Linien 57, 58 und N6 wird verändert – statt eines Rings in beide Richtungen werden die beiden Haltestellen „Flämische Straße“ und „Am Sodenmatt“ zu Endhaltestellen.

Brauchte man bisher zwei Minuten von einer dieser Stationen zur nächsten, muss nun die längere 17 minütige Fahrt einmal durch Huchting in Kauf genommen werden.

Abends, morgens, und an Sonntagen – immer dann, wenn die Busse im 20-Minuten-Rhythmus fahren – müssen Nutzer der Linie 57 (Richtung Flämische Straße zum Sodenmatt)  zudem am Roland-Center umsteigen. Der direkte Anschluss dort sei aber verlässlich, versichert die BSAG. Der neue Fahrtrhythmus kann an den Busplänen und auf der Internetseite der Verkehrsbetriebe eingesehen werden.

Busfahren kann durch die Sperrung teurer werden

Besonders ärgerlich ist die Änderung der Bus-Route für diejenigen, die bisher nur eine kurze Strecke mit dem Bus über die Brücke fahren mussten. Zum einen ist für sie der Umweg am längsten. Zum anderen kann die Fahrt auch teurer werden.

Wer bisher mit nur drei Stationen ein Kurzstreckenticket für 1,40 Euro kaufen konnte, muss nun tiefer in die Tasche greifen und  2,70 berappen.

Eine Forderung des Beirats, auf den Linien 57 und 58 für den Zeitraum des Brückenbaus nur Kurzstreckentickets zu verkaufen, wurde von der BSAG als „unverhältnismäßig“ zurückgewiesen. Ein Antrag der Linken in der Bürgerschaft zu diesem Thema wird noch diskutiert werden.

 

 

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