Flugzeug Am Flughafen tobt ein Konkurrenzkampf um die Passagier- und Gepäckabfertigung. Foto: WR
Umstrukturierung

Konkurrenzkampf am Bremer Flughafen ausgebrochen

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Die Vertragskündigung eines großen Basiskunden und Konkurrenz von einem Unternehmen aus Belgien veranlassen die Bremer Flughafengesellschaft zu einer Umstrukturierung ihrer Tochtergesellschaften.

Der Bremer Flughafenbetreiber bekommt Konkurrenz aus dem Ausland. Ein belgisches Unternehmen will Passagier- und Gepäckabfertigung am Bremer Flughafen anbieten. „Bislang war der eigene Bodenverkehrsdienst des Flughafens der einzige Anbieter in Bremen“, sagt Petra Höfers, Personalleiterin der Flughafen Bremen GmbH.

Konkurrenz aus Belgien

„Jetzt haben wir mit Aviapartner einen Konkurrenten am Platz und können uns nicht mehr darauf verlassen, dass die Fluggesellschaften uns als ihren Abfertigungspartner wählen.“

Möglich ist das, weil, laut EU-Recht, seit 2011 auch private Unternehmen diese Dienste an großen Flughäfen anbieten dürfen. Im Januar erhielt Aviapartner von der Luftfahrtbehörde eine Lizenz für die Bodenabfertigung am Bremer Flughafen. In Deutschland ist das belgische Unternehmen bereits an den Flughäfen in Düsseldorf und Hannover tätig.

Rund 450 Mitarbeiter betroffen

Der Bremer Flughafenbetreiber reagiert auf die neue Situation in dem er eine Neustrukturierung der Flughafengesellschaft und ihrer Tochterunternehmen plant. „Der Flughafen Bremen muss versuchen wettbewerbsfähig zu bleiben, deshalb ist eine Umstrukturierung der Bodenverkehrsdienste und der Fracht unumgänglich“, so Höfers. Davon sind rund 450 Mitarbeiter betroffen.

„Es ist unser Ziel, dass wir die Arbeitsplätze in einer Tochtergesellschaft am Flughafen Bremen erhalten“, versichert die Personalleiterin. Allerdings bedeutet die Umstrukturierung für die Mitarbeiter auch, dass sie flexibler eingesetzt werden können und die Geschäftsbereiche der Tochterunternehmen neu zugeschnitten werden.

Basiskunde hat Vertrag gekündigt

Die neue Konkurrenz am Flughafen kommt für die Flughafenbetreibergesellschaft zur Unzeit, gerade hat ein nicht näher genannter Basiskunde den Vertrag aufgekündigt, nun wird neu verhandelt. „Dies setzt uns dem Druck aus, auf die momentane Situation reagieren zu müssen, um ein konkurrenzfähiges Angebot abgeben zu können“, sagt Höfers.

„Wenn wir diesen Basiskunden verlieren, wären wir mit einem Stellenabbau im Bodenverkehrsdienst konfrontiert“, fährt sie fort. Um den Kunden zu halten, muss nun die Flughafengesellschaft ein neues Angebot vorlegen.

Auch dafür sei die Neustrukturierung wichtig, denn die gegebenen und gewachsenen Strukturen am Flughafen seien die Gründe, warum der Flughafen nicht wettbewerbsfähig sei. Der Flughafenbetreiber hat bereits Gespräche mit Verdi und dem Betriebsrat aufgenommen. Verdi war nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

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