Die Schule in Strom ist auch von der Schließung bedroht. Foto: WR Die Schule in Strom ist auch von der Schließung bedroht. Foto: WR
Drohende Schließung

Hoffnung für Kleinstschulen in Strom und Seehausen

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Die Bildungsbehörde denkt darüber nach, die Grundschulen in Strom und Seehausen zu schließen. Das hat vor Ort für reichlich Protest gesorgt. Jetzt gibt es Hoffnung, dass die Schulen doch „am Netz“ bleiben.

„Wir wollen die beiden Schulstandorte in Strom und Seehausen erhalten“, sagt Mustafa Güngör, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Er hat gemeinsam mit den SPD-Bildungsdeputierten die Grundschulen in Strom und Seehausen besucht.

Weil diese nur 25 beziehungsweise 35 Schüler haben und an beiden Schulgebäuden angeblich ein hoher Sanierungsbedarf besteht, hatte die Bildungsbehörde im Rahmen der Schulstandortplanung empfohlen, die Schließung der beiden Schulen zu überprüfen.

Güngör bezweifelt Einsparpotenzial

Diese Frage sei zwar erlaubt, meint Güngör. „Gleichzeitig aber muss man sich fragen, ob durch eine Schließung beider Schulen tatsächlich nennenswerte Einsparungen realisiert werden können.“ Schließlich müsste die Grundschule in Rablinghausen baulich für rund eine Million Euro erweitert werden, wenn dort künftig die Kinder aus Strom und Seehausen unterrichtet werden sollen.

„Hinzu kämen auch noch die Kosten für einen Bus, der die Kinder täglich aus Strom und Seehausen zu anderen Schulen und zurück bringen müsste.“ Dass für das Ortsamt Strom, das im Schulgebäude untergebracht ist, neue Räume angemietet werden müssten, sei ebenfalls zu berücksichtigen.

Sanierungskosten in der Kritik

Die Situation in den ländlichen Stadtteilen sollte unter einer klaren Zielsetzung überprüft werden, meint Güngor. „Es sollte darum gehen, den Erhalt der beiden Schulen zu ermöglichen – zumal beide Standorte für das nächste Jahr von wachsenden Schülerzahlen ausgehen.“

Zunächst einmal gelte es deshalb, die kalkulierten Sanierungskosten für beide Standorte neu durchzurechnen. Sie erschienen den Menschen vor Ort nämlich von Anfang an als zu hoch.

Stadtteile wollen alle Fraktionen überzeugen

Gerd Aumund, Ortsamtsleiter in Seehausen, glaubt, die SPD-Bildungspolitiker unter anderem mit der Eigenarbeit der Eltern vor Ort überzeugt zu haben. Sie organisieren selbständig eine Nachmittagsbetreuung. Auch die Erweiterung des gegenüberliegenden Kindergartens der Kirchengemeinde um 15 Plätze sei in Eigenregie gelaufen. „Sowas kennen die aus der Stadt ja gar nicht“, sagt Aumund.

Dass sich eine Regierungspartei jetzt für den Erhalt der Schulen stark macht, freut Aumund. „Aber wir wissen noch nicht, wie die anderen Fraktionen das Thema beurteilen.“ Deshalb wollen die beiden Stadtteile die Bildungspolitiker der anderen Fraktionen am Freitag begrüßen und von ihrer Sache überzeugen. „Alles andere wäre fürs Dorf ein Debakel“, sagt Aumund.

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