Rund 6.500 Besucher zählt die Museumsanlage in der Bördestraße von Osterholz-Scharmbeck pro Jahr. „Die Zahlen stagnieren“, sagt Philipp Stanehl, Geschäftsführer der Kulturstiftung Landkreis Osterholz, die neben der Großen Kunstschau Worpswede eben auch die Museumsanlage verwaltet.
400.000 Euro erhalte die Kulturstiftung dafür jährlich vonseiten des Landkreises. „Die sind nicht mehr auskömmlich. Wir haben hier ein Defizit von 120.000 Euro pro Jahr“, so Stanehl.
Investitionsstau in Millionenhöhe
Er spricht von einem Investitionsstau auf der Museumsanlage in Höhe von drei bis vier Millionen Euro. Zudem fehle es an modernen Ausstellungselementen.
In Jörg Hillmer, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion und deren Sprecher für den Bereich Wissenschaft und Kultur, fand Stanehl einen interessierten Zuhörer. Auf Einladung des Osterholz-Scharmbecker CDU-Stadtverbands war der Abgeordnete aus dem Wahlkreis Uelzen/Ilmenau angereist.
Fläche leidet unter den großen Zentren
Zunächst ließ er sich von Museumspädagogin Karla Lütjen über die Anlage führen. Im anschließenden Gespräch zeigte sich Hillmer durchaus angetan von dem Ensemble und dem Herzblut der Mitarbeiter. Er bedauere, „dass Kultur für die Fläche nur noch homöopathisch“ sei, während Zentren wie Hannover oder Oldenburg sich über satte Zuschüsse freuen könnten.
Zum Einen empfahl er eine Zertifizierung beim Museumsverband wie sie die Große Kunstschau schon trage. Die aber sei laut Geschäftsführer Stanehl „von der Manpower her momentan nicht machbar“.
Zusammenarbeit mit Schulen suchen
Vor allem aber warb Jörg Hillmer dafür, stärker auf Schulen zuzugehen. Diese Kooperation sei laut Karla Lütjen aktuell „sehr schlecht, im Gegensatz zu der mit Kindergärten“.
Hillmer bedauere, „dass viele Lehrer vermeiden, dort zu wohnen, wo ihre Schüler leben“. Dadurch fehle ihnen nicht selten die nötige Ortskenntnis, auch was kulturelle Einrichtungen angehe.
„Deshalb: Machen Sie sich bei Schulen bekannter! Wenn Sie die verschiedenen Generationen hier zusammenholen können, ist das das Beste, was passieren kann“, wünschte sich Jörg Hillmer für die Museumsanlage.