Igel werden häufig Opfer von Mährobotern. Foto: wikipedia Igel werden häufig Opfer von Mährobotern. Foto: wikipedia
Tierschutz

Mähroboter schreddern Igel und andere Tiere

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Die Mechanisierung der Gärten schreitet voran. Was mit handgeschobenen Rasenmähern begann, läuft mittlerweile oft vollautomatisiert mit Robotern. Dabei werden Tiere allerdings akut von den seelenlosen Automaten bedroht.

„Uns Naturschützern hängt ja immer das Klischee der Kulturpessimisten an, die jede neue Technik ablehnen“, meint Nabu-Geschäftsführer Sönke Hofmann, „doch der Trend zu immer mehr Technik und weniger Handarbeit ist besorgniserregend.“

Mittlerweile hätten sich die Kosten für Mähroboter auf einige hundert Euro reduziert. So würden die niedlich anmutenden Helferlein immer häufiger durch die Gärten kurven.

Todesgefahr für Tiere

Doch die Schneidwerkzeuge kürzen nicht nur Halme – bis Apfelgröße werden Igel, Frösche und Insekten geschreddert oder stark verletzt.

„Einer Schweizer Igelstation wurden vergangenes Jahr 20 Igel angeliefert, die durch Mähroboter verletzt worden waren“, berichtet Hofmann und ergänzt: „Die Hersteller warnen davor, die Geräte bei Haustieren und Kleinkindern im Garten unbeaufsichtigt einzusetzen. Da lauern ernstzunehmende Gefahren.“

Oft werden die Roboter dann nachts eingesetzt, wo sie für nachtaktive Tiere zur Todesgefahr werden.

Die Roboter seien aber auch ein allgemeines Problem in den Lebensraum Garten. Da die Geräte hohes und verfilztes Gras nicht bewältigen können, fahren sie oft täglich ihre Runde, so der Nabu.

„Mut zur Schlampigkeit“

So werde aus der Spielwiese mit Gänseblümchen und Löwenzahn ein steriler Golfrasen. „Kurzes Gras ist tot, die bequemen Roboter räumen einen ganzen Lebensraum aus“, ärgert sich der gelernte Förster Hofmann. Igel und Co würden so gleich doppelt unter den „praktischen Helfern“ leiden.

„Wenn schon faul, dann aber richtig“, findet Hofmann, „dann bitte überall mal einige Quadratmeter Garten komplett in Ruhe lassen und beobachten, was sich tut. Ich wünsche mir mehr Mut zur Schlampigkeit.“

Auch müsse nicht jeder Zweig geschreddert werden, ein Totholzhaufen sei immer eine Bereicherung für Zaunkönig und Rotkehlchen und ein gutes Winterquartier für Igel, Erdkröten und Blindschleichen.

Nabu gibt Tipps

Einen simplen Öko-Tipp gibt der Naturschützer noch zum klassischen Mähen: „Von Innen nach Außen mähen, sonst kesselt man die Tiere ein und schreddert sie schließlich.“

Es mache technisch keinen Unterschied, ob man die Kreise immer enger ziehe oder die Mähspirale eng beginne und immer weiter werde.

Alternativ könne man auch in Streifen hin und her mähen, damit die Tiere flüchten können. Auch sollte man das Mähen ruhig auf mehrere Tage und Abschnitte verteilen, dann fänden die Tiere Deckung.

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