Dr. Yvonne Ingenbleek und Margitta Spiecker stellten am Donnerstag die Ergebnisse ihrer Umfrage zur Kommunalwahl 2016 vor.Foto: nba Dr. Yvonne Ingenbleek (r.) und Margitta Spiecker stellten am Donnerstag die Ergebnisse ihrer Umfrage zur Kommunalwahl 2016 vor.Foto: nba
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Spiecker: „Das ist verstörend und eine Frechheit“

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Die Bürgerinitiative „Gegen Bauen im Außenbereich“ und das Referat für „Nachhaltige Siedlungsentwicklung“ des Naturschutzbundes haben acht Akteure der Delmenhorster Politiklandschaft nach ihren Tendenzen befragt.

„Unsere Forderungen haben eine große Zustimmung erhalten“, erklärt die Sprecherin der Bürgerinitiative (BI) Dr. Yvonne Ingenbleek erfreut. Zu den Anliegen der Initiativen zählt unter anderem, dass im Außenbereich keine neuen Flächen versiegelt werden, bevor die Möglichkeiten im Innenbereich der Stadt nicht konsequent umgesetzt sind. „Es sind genügend Baulücken und Gebäude vorhanden, die saniert werden können“, sagt sie. Man müsse die Eigentümer nur besser informieren und beraten, bevor man die Häuser im Innenbereich veröden lasse.

Ein weiteres Anliegen der Initiativen ist es, die fußläufigen Naherholungsgebiete, Pufferzonen und naturnahen Spielflächen zu erhalten. Denn man könne von einer Generation zur nächsten nicht immer mehr Flächen versiegeln. „Das sind immer schwerwiegende Eingriffe, die kompensiert werden müssen. Doch wir haben bereits jetzt schon keine Kompensationsflächen mehr in Delmenhorst“, betont Margitta Spiecker,  Referentin des Naturschutzbundes (NABU).

Antwort der FDP zu den Naherholungsgebieten stößt auf Unverständnis

Für großes Unverständnis bei den Initiativen hat die Antwort der FDP hinsichtlich der Naherholungsgebiete geführt: „Fußläufige Naherholungsgebiete sind zu erhalten, aber es gibt noch viele im Außenbereich insbesondere in den Nachbargemeinden.“ Diese Antwort sei „verstörend und eine Frechheit“, findet Margitta Spiecker.

Auch das „Totschlagargument“ der CDU zum Thema „Wohnbauland“ können die Akteure nicht nachvollziehen: „Die Maßnahmen zur Innenverdichtung reichen nicht aus“, erklären die Christdemokraten. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der schrumpfenden Einwohnerzahl in Delmenhorst könne man nicht länger von einem hohen Bedarf sprechen, sind sich indes die BI und der NABU einig.

Einen großen Konsens haben die Naturfreunde indes mit der SPD, mit den Linken, den Grünen, dem Bürgerforum und den Piraten gefunden. Insbesondere die Piraten sehen den Naturschutz als eines der wichtigsten Ziele des Handelns von Politik und Verwaltung.

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