Seitenansicht des zerstörten technischen Büros. Im Hintergrund ist einer der Gasbehälter zu sehen. Foto: Stadtarchiv Delmenhorst Seitenansicht des zerstörten technischen Büros. Im Hintergrund ist einer der Gasbehälter zu sehen. Foto: Stadtarchiv Delmenhorst
Zeitreise

Zeitreise 12: Explosion zerstört ein Gaswerk-Büro

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Die Zeitmaschine stoppt mit brachialem Ächzen am 24. November 1925, um 7 Uhr morgens. Es ist ein winterlicher Tag. Da erschreckt ein lauter Knall die Bewohner des östlichen Stadtgebietes.

Bei der städtischen Feuerwehr wird ein Alarm ausgelöst. Sie wird zum Gaswerk gerufen, wo ein Feuer ausgebrochen sein soll. Als sie gerade mit einem Löschzug ausgerückt ist, geht erneut ein Anruf in der Wachzentrale ein, die Wehr brauche nicht zu kommen, es handele sich um eine Explosion, einen Brand gäbe es aber nicht.

Wenig später macht sich Polizei-Kommissar Hermann Johann Heinrich Göckens auf den Weg und nimmt die Ermittlungen auf. Bei den städtischen Lichtwerken angekommen, findet er das technische Büro des Gaswerkes neben dem Maschinenhaus des Elektrizitätswerks fast völlig zerstört vor.

Büro wird durch Explosion komplett zerstört

Das kleine Bürogebäude war erst im Sommer errichtet und am 1. Juli bezogen worden. Seine Räume wurden elektrisch beleuchtet und mit modernen Gasöfen beheizt. Göckens vernimmt den Pförtner Wilhelm Wilcke, der Folgendes aussagt: „Ich bin seit November 1924 bei den städtischen Licht- und Wasserwerken als Pförtner tätig. Als solcher habe ich morgens um 6.30 Uhr die Tore zu den Werken zu öffnen und in der Zeit von 6.30 bis 7 Uhr morgens die Gasöfen im technischen Büro anzuzünden. Nachdem ich die Tore geöffnet hatte, habe ich um 6.35 Uhr die Gasöfen ordnungsmäßig angezündet. Irgendwelchen Gasgeruch habe ich beim Betreten der Räume nicht bemerkt.“

Ausströmendes Gas kann die Unfallursache gewesen sein

„Auch weiß ich bestimmt, dass ich die Öfen ordnungsmäßig angezündet habe, denn ich habe bei jedem Ofen ein neues Streichholz genommen und mich auch nachher überzeugt, dass sie tatsächlich brannten. Dann verließ ich das Büro, verschloss es und ging nach dem Pförtnerzimmer zurück. Gegen 7.05 Uhr hörte ich dann einen Knall und sah auch gleich die Trümmer des Gebäudes. Es erschien dann der Obermeister Göde und beauftragte mich, die Feuerwehr herbeizurufen, jedoch brauchte sie nicht mehr einzugreifen,“ ergänzt Göckens seine Aussage.

Der Polizeikommissar ist sich sicher, dass es eine Gasexplosion gegeben hat. Er vermutet, dass der Pförtner den Gashahn eines der Öfen geöffnet, ihn aber nicht angezündet hat. Das ausgeströmte Gas ist dann explodiert. Allerdings lässt sich das dem Pförtner, der dies vehement abstreitet, nicht nachweisen, und die Ermittlungen werden deshalb abgeschlossen.

Auch der Eingangsbereich liegt nach der Explosion in Trümmern. Foto: Stadtarchiv Delmenhorst

Auch der Eingangsbereich liegt nach der Explosion in Trümmern. Foto: Stadtarchiv Delmenhorst

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