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Pflege macht arm – Altersarmut per Gesetz

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BIVA fordert für Pflegetätigkeiten auskömmliche Renten. Pflegebedürftigkeit ist für viele Menschen neben der physischen und psychischen Belastung auch ein Armutsrisiko. Darauf weist die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA) e.V. anlässlich des Internationalen Tag der älteren Generation am 1. Oktober hin. Das gilt gleichermaßen für pflegebetroffene Angehörige, wie auch teilweise für professionelle Pflegekräfte. Die BIVA fordert deshalb den Gesetzgeber auf, für auskömmliche Renten pflegender Menschen zu sorgen.

Über die erfreuliche Tatsache, dass wir immer älter werden, wird gerne ignoriert, dass damit auch die Wahrscheinlichkeit einer Pflegebedürftigkeit jedes Einzelnen steigt. Auch in Zukunft wird mehr als die Hälfte aller Menschen am Ende ihres Lebens zum Pflegefall werden. Die Forderung der Politik, dass pflegebedürftige Menschen länger zu Hause versorgt werden sollen, ignoriert die Tatsache, dass bereits jetzt über 70 Prozent von ihren Angehörigen daheim versorgt werden. Die Folge davon ist, dass Menschen teils ihren Beruf zumindest zeitweise vernachlässigen oder sogar aufgeben, um ihre Liebsten zu pflegen und zu begleiten. Einen gerechten finanziellen Ausgleich für die aufopfernde Tätigkeit gibt es bislang praktisch nicht. Als Ergebnis davon steht Hartz IV und Altersarmut. Das beklagt Dr. Manfred Stegger, Vorsitzender der BIVA.

Ähnlich problematisch sind die teilweise prekären Arbeitsverhältnisse in den Pflegeberufen. Befristete Arbeitsverträge, Lohndumping und Leiharbeit sorgen einerseits für die mangelnde Attraktivität des Berufes und so dafür, dass zu wenige Fachkräfte zur Verfügung stehen. Andererseits steigt auch hier die Wahrscheinlichkeit, dass beruflich Pflegende künftig zu wenig Rente zum Überleben haben werden.

„Die Politik muss endlich die Pflegetätigkeit von Angehörigen oder Bekannten auch finanziell anerkennen. Das gilt auch für die Rente, von der jeder Bürger im Alter leben können muss“, fordert Stegger.

In Bremen ist die BIVA mit ihren Informationen und Forderungen an diesem Samstag ab 14 Uhr auf dem Hanseatenhof durch den Regionalbeauftragten Reinhard Leopold gemeinsam mit über 30 Organisationen (DGB Gewerkschaften, Parteien, Sozialverbände, Naturschutzverbände, Kirchen etc.) vertreten. Das Motto in diesem Jahr lautet: „Altersarmut per Gesetz? Solidarische Rente jetzt!”

Die BIVA vertritt seit 1974 bundesweit die Interessen von Menschen, die im Alter Wohn- und Pflegeangebote in Anspruch nehmen. Die BIVA ist gemeinnützig, konfessionell ungebunden und überparteilich.

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