Bleche mit frischem Klaben kommen aus dem Ofen. Foto: Bäcker-Innung Bleche mit frischem Klaben kommen aus dem Ofen. Foto: Bäcker-Innung
Marktplatz

Frisch aus dem Ofen: Klabenanschnitt am Donnerstag

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Traditionell lässt die Bäckerinnung am kommenden Donnerstag den ersten Klaben auf dem Marktplatz anschneiden - eine echte Spezialität, für viele Bremer besser als jeder Stollen. Dem Bürgerpark-Direktor gebührt die Ehre.

Der Bremer Klaben ist ein „regionales Gebäck“, wie die Bäckerinnung betont, mit langer Tradition. Denn: Es gibt ihn nur in Bremen und Umgebung. Er ist bei Einheimischen wie bei Gästen beliebt, wie die vielen Angebote in den Bäckereien im Winter zeigen. Dieses Gebäck wird in einer kleinen Zeremonie jedes Jahr angeschnitten.

Der diesjährige „Klabenanschnitt“ findet am Donnerstag, den 10. November, um 11 Uhr auf dem Marktplatz statt. Traditionell wird damit von der Bremer Bäcker-Innung die Saison der Klabenzeit eröffnet.

Weil aber bald auch der Weihnachtsmarkt aufgebaut wird, wurde die Zeremonie eine Woche vorverlegt. „Schon beim Aufbau in Bremens guter Stube, dem Marktplatz, bildet sich regelmäßig eine lange Schlange“, werben die Bäcker für ihre Veranstaltung. Und in der Tat: Viele Bremer freuen sich schon auf den ersten Klaben.

100 Meter ist der erste Klaben lang

In diesem Jahr wird Tim Großmann, Direktor des Bremer Bürgerparks, den Anschnitt vornehmen, zusammen mit Frank Thräm vom Vorstand und dem Neu-Obermeister der Bäcker-Innung, Peter Büser. Seit seiner Entstehung im Jahr 1866 wird der Bremer Bürgerpark fast ausschließlich privat finanziert. Die Innung Bremen unterstützt den Park auch.

Der erste Klaben ist übrigens ganze 100 Meter lang. Die Innung von dabei von der Bäckerei „Handwerk“ unterstützt, die ihre Backstube zur Verfügung stellt. „Zwei sehr erfahrene Bäckermeister im Ruhestand, Hans Jürgen Schröder und Bruno Bollenbach, sorgen für den vielleicht besten Klaben der Saison“, kündigt die Innung an.

Saftig und hohen Anteil an Früchten und Butter

Für alle, die das Backwerk noch nicht genau kennen: Anders als der doch eher trockene Stollen ist Klaben durch den hohen Frucht- und Butteranteil saftiger. Das Mischungsverhältnis Teig zu Früchte beträgt 50 zu 50. Aber: Das Gebäck ist damit auch schwerer und nahrhafter. Immerhin muss der Klaben nach dem Backen nicht mehr gebuttert oder gezuckert werden.

Auch über das Wort „Klaben“ kann man sich so seine Gedanken machen und es herleiten: Hinsichtlich seiner Konsistenz könnte das niederdeutsche Wort „Klöben“ passen, das für groß und inhaltsreich steht. In anderen Teilen Deutschlands wird Klaben mit „Klumpen“ übersetzt, auch das würde grob passen.

Klaben schon 1593 im Bremer Rat erwähnt

Die Bäcker-Innung hat den Bremer Klaben dann noch in einem Antragsverfahren geografisch schützen lassen. Seit Ende 2009 dürfen Bäckereien ihn als „Bremer Klaben“ verkaufen, wenn er im geografischen Gebiet hergestellt wird und auch die Zutaten stimmen. Die Hersteller müssen sich in einer Produzentenliste registrieren lassen.

Bereits 1593 wird der Klaben in Dokumenten des Bremer Rates erwähnt. Die „Klavenbäckerei“ dürfte also noch älter sein und ins Mittelalter zurückgehen, ist man bei der Bäcker-Innung überzeugt. Der Warenaustausch mit anderen Hansestädten ermöglichte, dass die Bäcker an die teilweise exotischen Zutaten kamen. Und die Seefahrer aus Bremen hatten so ein haltbares und heimisches Gebäck an Bord.

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