Polizeisprecher Nils Matthiesen zeigt seinen echten Ausweis.Foto: Schlie Polizeisprecher Nils Matthiesen zeigt seinen echten Polizeiausweis. Foto: Schlie
Kriminalität

Falsche Polizisten: Wie die echten zu erkennen sind

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Immer wieder klingeln Betrüger an Haustüren, um unter stets neuen Vorwänden als Polizisten oder Handwerker in Wohnungen zu gelangen. Doch woran sind die „Echten“ zu erkennen? Unter anderem an echten Ausweisen.

Ein Fall vom vergangenen Wochenende: In Horn gab sich ein Mann an der Tür einer 91-Jährigen als Kriminalbeamter aus, zückte einen Ausweis und war kurz darauf in der Wohnung. Der Vorwand: verdächtige Personen seien auf dem Grundstück, er müsse prüfen, ob die Seniorin ihre Wertsachen sicher aufbewahre. Wenig später fand sich die Dame in einem Zimmer eingeschlossen und der Mann war weg – samt ihrer Wertsachen.

Opfer: Ältere und jene, die nicht so gut Deutsch verstehen

Von rund 300 „falschen Polizisten“ in 2016 wissen die „echten“ zu berichten. Oft würden Betrüger vorab anrufen und sich als Polizisten ausgeben, um sich unter einem Vorwand Geld oder Schmuck übergeben zu lassen. Die Täter kommen anschließend vorbei, um etwa das Geld der Opfer auf Echtheit zu prüfen.

Der Trick ist ähnlich, das Ziel dasselbe: Der „Wasserwerker“ will in die Wohnung, aber nicht wegen des Wassers. Seit Jahren ein Problem, zum Beispiel für die swb. Die Opfer, so das Unternehmen, sind Menschen jeden Alters, aber besonders ältere und solche, die nicht so gut Deutsch verstehen. „Details der zum Teil haarsträubenden Geschichten mögen wir gar nicht veröffentlichen, um keine Nachahmer zu inspirieren“, so swb-Sprecherin Angela Dittmer.

In vielen Fällen bleibt es beim Versuch

Auch in anderen Rollen treten Betrüger auf. Dabei „überraschen die Täter immer wieder durch außerordentlichen Ideenreichtum“, so Polizeisprecher Nils Matthiesen. Mit Präventionsmaßnahmen gehen die Beamten dagegen vor. Als Erfolg verbucht die Polizei, dass im Jahr 2015 von 769 solcher Taten 487 nicht über den Versuch hinaus kamen.

Grundsätzlich, so die Polizei, fragen die Beamten nicht am Telefon nach Sicherheitsvorkehrungen, Bankdaten oder Wertsachen und schicken auch keine Falschgeldprüfer vorbei. Einen Polizeieinsatz können sich Betroffene im Zweifel über den Notruf bestätigen lassen.

So sieht der Bremer Polizeiausweis aus

Polizisten haben zudem einen Plastikausweis im Scheckkartenformat: Vor Blautönen sind Name, Status, Dienstnummer und Foto des Inhabers zu sehen sowie der Bremer Polizeistern. Der Polizei-Schriftzug ist ertastbar, die Druckfarbe hat fluoreszierende Pigmente und einige Elemente wechseln beim Kippen die Farbe.

swb- und wesernetz-Monteure können bei der swb unter Telefon 359 35 90 verifiziert werden, drängen nicht auf Einlass und verlangen kein Geld, so der Energieversorger. Bei anderen Überraschungsgästen empfiehlt die Polizei einen Kontrollanruf beim vermeintlichen Auftraggeber, und zwar unter einer selbst herausgesuchten Nummer.

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