Bremen will sich im Bundesrat für eine Veränderung des Waffenrechts stark machen. „Wir wollen halbautomatische Sturmgewehre in Schützen- und Jägervereinen verbieten, um Amoktaten und Terror Einhalt zu gebieten“, sagt Rose Gerdts-Schiffler, Sprecherin der Innenbehörde.
Bremen sei der Auffassung, dass solche Waffen nichts im Sport zu suchen hätten. Halbautomatische Sturmgewehre sind laut Bundesinnenministerium in Deutschland im Privatbesitz jedoch bereits verboten, weil es sich dabei um Kriegswaffen handele.
Schützenverein: Illegale Waffen sind das große Problem
„Halbautomatische Lang-Schusswaffen hingegen dürfen zur Jagd genutzt werden, soweit sie nicht mit mehr als drei Patronen geladen sind. Zum Zwecke des sportlichen Schießens dürfen nicht mehr als zehn Patronen geladen werden“, sagt Sprecherin Sonja Knock. Bundesweit seien 210.700 solcher Waffen gemeldet. Zahlen aus Bremen hat Gerdts-Schiffler nicht.
Die Schützenvereine verstehen den Vorstoß nicht. Sowohl im Huchtinger Schützenverein als auch in Borgfeld werde nicht mit diesen Waffen geschossen, sagen die Vorsitzenden. „Die Politik greift mal wieder den völlig falschen Bereich an“, sagt Ingo Buchenau, von der Borgfelder Schützengilde. Schützen würden genau überprüft, bevor sie eine Waffe besitzen dürfen. „Illegale Waffen sind das große Problem“, so Buchenau.
Jägerschaft braucht halbautomatische Waffen für Wildtiere
Tom Wille aus Huchting sagt, dass nur beim „Bund für Militär- und Polizeischützen“ halbautomatische Langschusswaffen genutzt würden. Zwei dieser Vereine gibt es in Bremen. Der Vorsitzende der SLG Weser wollte sich nicht äußern.
Auch Bremens Jägerschaft benutze diese Waffen nicht. „Kriegswaffen gehören nicht in den Sport“, sagt Vizepräsident Marcus Henke. Die halbautomatischen Waffen, die Jäger benutzen, seien hingegen für manche Wildtiere notwendig. Bundesweit habe man gerade entschieden, diese speziellen Waffen für Jäger zu erlauben.