In Schützenvereinen soll es, wenn es nach dem Bremer Innensenator geht, künftig keine halbautomatischen Langwaffen mehr geben. Die Bremer Schützen verstehen den Vorstoß nicht. Symbolfoto/pixabay In Schützenvereinen soll es, wenn es nach dem Bremer Innensenator geht, künftig keine halbautomatischen Langwaffen mehr geben. Die Bremer Schützen verstehen den Vorstoß nicht. Symbolfoto/pixabay
Schützen verärgert

Bremer Vorstoß für schärferes Waffenrecht in Kritik

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Bremen will sich im Bundesrat für eine Verschärfung des Waffenrechts stark machen und halbautomatische Langwaffen in Schützen- und Jägervereinen verbieten. Dabei nutzen Schützen solche Waffen in Bremen kaum.

Bremen will sich im Bundesrat für eine Veränderung des Waffenrechts stark machen. „Wir wollen halbautomatische Sturmgewehre in Schützen- und Jägervereinen verbieten, um Amoktaten und Terror Einhalt zu gebieten“, sagt Rose Gerdts-Schiffler, Sprecherin der Innenbehörde.

Bremen sei der Auffassung, dass solche Waffen nichts im Sport zu suchen hätten. Halbautomatische Sturmgewehre sind laut Bundesinnenministerium in Deutschland im Privatbesitz jedoch bereits verboten, weil es sich dabei um Kriegswaffen handele.

Schützenverein: Illegale Waffen sind das große Problem

„Halbautomatische Lang-Schusswaffen hingegen dürfen zur Jagd genutzt werden, soweit sie nicht mit mehr als drei Patronen geladen sind. Zum Zwecke des sportlichen Schießens dürfen nicht mehr als zehn Patronen geladen werden“, sagt Sprecherin Sonja Knock. Bundesweit seien 210.700 solcher Waffen gemeldet. Zahlen aus Bremen hat Gerdts-Schiffler nicht.

Die Schützenvereine verstehen den Vorstoß nicht. Sowohl im Huchtinger Schützenverein als auch in Borgfeld werde nicht mit diesen Waffen geschossen, sagen die Vorsitzenden. „Die Politik greift  mal wieder den völlig falschen Bereich an“, sagt Ingo Buchenau, von der Borgfelder Schützengilde. Schützen würden genau überprüft, bevor sie eine Waffe besitzen dürfen. „Illegale Waffen sind das große Problem“, so Buchenau.

Jägerschaft braucht halbautomatische Waffen für Wildtiere

Tom Wille aus Huchting sagt, dass nur beim „Bund für Militär- und Polizeischützen“ halbautomatische Langschusswaffen genutzt würden. Zwei dieser Vereine gibt es in Bremen. Der Vorsitzende der SLG Weser wollte sich nicht äußern.

Auch Bremens Jägerschaft benutze diese Waffen nicht. „Kriegswaffen gehören nicht in den Sport“, sagt Vizepräsident Marcus Henke. Die halbautomatischen Waffen, die Jäger benutzen, seien hingegen für manche Wildtiere notwendig. Bundesweit habe man gerade entschieden, diese speziellen Waffen für Jäger zu erlauben.

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6 Antworten

  1. Norman Lange sagt:

    Dieser ” Vorstoß ” der linksgrünen Landesregierung ist lediglich ein weiterer in einer fast schon regelmäßigen….leidigen Reihe von immer neuen Versuchen, irgendeine neue Verschärfung oder irgendein neues Verbot ins Waffengesetz hineinzupflanzen. Der rote Faden durch alle diese Versuche ist zum einen die sachliche-und fachliche Ahnungslosigkeit der entsprechenden Politiker, ihre Weigerung sich endlich mal neutral und sachlich zum Thema schlau zu machen und ebenfalls die Weigerung, die geplanten Restriktionen vernünftig zu begründen.
    Statt die Notwendigkeit der Maßnahmen an vorhandenen Daten zu messen, wird allein auf der Basis diffuser Angstgefühle und der eigenen ideologisch geprägten Weltanschauung agiert.
    Die Zahl der Fälle bei denen legale erlaubnispflichtige Schußwaffen überhaupt zu Straftaten verwendet werde ist seit etlichen Jahren geradezu mikroskopisch……, wie groß mag da die Zahl von misbräuchlich verwendeten halbautomatischen Langwaffen sein, von denen es sowieso ziemlich wenige gibt…? Ein….zwei…oder vielleicht sogar drei Fälle in den letzten 10 Jahren…? Dürfte schwierig werde, überhaupt einen Fall zu finden…..
    Also was soll das ( wieder einmal )….? Zu welchem Zweck soll hier eine relativ kleine Gruppe von Bürgern die sowieso X-fach intensiver kontrolliert wird als der Durchschnitt und die nicht durch Misbrauch auffällt mit Restriktionen geknebelt werden…? Einfach weil man es kann, weil es einem so schön ins ideologische Weltbild passt, oder weil man seiner Wählerschaft mit sowas Handlungsfähigkeit vorgaukeln kann…? Die Warscheinlichkeit für irgendwelche ” Amokläufe ” von null-komma-null-null-irgendwas noch um drei Stellen hinterm Komma runterzudrücken wird es wohl kaum sein.

  2. einfachgutdrauf sagt:

    Bremen hat mit seiner rot-grünen Landesregierung wirklich eine Menge Probleme: hohe Verschuldung, mieses Abschneiden im Bildungsvergleich, gigantische Arbeitslosigkeit, kaum Job-Perspektiven, eine stark wachsende Salafisten-Szene und Migranten-Banden die keine Staatsautoritäten anerkennen.
    In der anderen Ecke stehen Sportschützen, Jäger und ein paar Waffensammler, alle sind mehrfach und regelmäßig (auf eigene Kosten) von den Behörden kontrolliert, haben keinerlei Vorstrafen und sind aufgrund der hohen Kosten, die dieses Hobby mit sich bringt, meist brave Steuerzahler aus der Mitte der Gesellschaft.

    Die hoplophobischen Realitätsverweigerer sollten sich vornehmlich der eingangs beschriebenen Probleme annehmen, und sich dann unvoreingenommen mit dem deutschen Waffenrecht beschäftigen. Sie werden sehr schnell feststellen, dass es zu den striktesten in Europa gehört und legaler Waffenbesitz dermaßen selten zu kriminellen Handlungen zweckentfremdet wird, dass sogar in der polizeilichen Kriminalstatistik der vergangen Jahre wiederholt der Hinweis zu finden ist, dass wegen “der geringen Anzahl an Vorfällen keine Deliktrelevanz gegeben ist und daher keine Zahlen ausgewiesen werden können”.

    Wohl sind illegale Waffen ein zunehmendes Problem; diese werden aber nicht von Sportschützen, Jägern oder Sammlern in den Schwarzmarkt gebracht, sondern in großen Mengen über die Balkanroute oder anonym über das darknet.
    Abnehmer dieser illegalen Waffen sind meist nicht in zehnter Generation in Deutachland ansässig.

  3. made sagt:

    Frau Gerdts-Schiffler,
    was ist ein Sturmgewehr eigentlich? Bis zu welcher Windstärke kann man damit schießen und wie funktioniert das? Mit meinen Sportgewehren, ist die Präzision, bei einer leichten Brise schon dahin.

  4. Rechtschaffener Steuerzahler sagt:

    Anbei die aktuelle Pressemitteilung von heute .
    Aus reiner Ideologie , völlig Sinn und Faktenbefreit …und natürlich kommen sie wieder mit Taten aus USA und anderen Ländern…
    Es wird Spekuliert , Interpretiert und Fakten werden verdreht.
    Wir sollten alle Autos mit über 100 PS verbieten dann können Raser keine schlimmen Unfälle mehr verursachen ! Das ist das Denkschema!
    Fakt ist.. die Meinung und persönlichen Interessen des Herrn Mauer interessiert niemanden…. Schamlos werden Opfer von Straftaten instrumentalisiert um eigene Ideologische Vorlieben und unter Missachtung aller Fakten durchzusetzen.
    Die Waffen ( Optik ) die Herr Maeurer verbieten will fallen durch nur eines auf…
    Null …..zu 100 % Null Deliktrelevanz in Deutschland !

    Der Senator für Inneres
    – Pressereferat –
    Freie
    Hansestadt
    Bremen
    PRESSEMITTEILUNG Bremen, 10. Januar 2017
    Bremen will auf Initiative des Innenressorts im Bundesrat für die Verschärfung des Waffengesetzes eintreten / „Kriegswaffenähnliche halbautomatische Gewehre sind weder für die Jagd noch für den Sport notwendig“
    Manche Amoktaten der vergangenen Jahre haben sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt – wie die Ermordung von 49 Besuchern einer von überwiegend Homosexuellen besuchten Bar in Orlando, Florida im Juni vergangenen Jahres oder der grausame Mord an 20 Grundschulkindern und sechs Lehrern in einer Grundschule in Newton, Connecticut, im Dezember 2012 sowie der Massenmord an Jugendlichen und Schülern auf der Insel Utoya im Sommer 2011 in Norwegen.
    Bei den genannten Taten wurden sogenannte kriegswaffenähnliche halbautomatische Gewehre verwendet. Für viele Täter geht von solchen Waffen offenbar eine besondere Faszination aus.
    Technisch unterscheiden sich halbautomatische kriegswaffenähnliche Gewehre von verbotenen militärischen Sturmgewehren als Kriegswaffen nur dadurch, dass sie kein Dauerfeuer zulassen, sondern der Abzug für jeden Schuss neu betätigt werden muss. Ihre besondere Gefährlichkeit folgt daraus, dass sie nach Abgabe eines Schusses selbsttätig innerhalb kürzester Zeit wieder schussbereit werden und damit die Abgabe einer möglichst hohen Anzahl von Schüssen innerhalb kürzester Zeit zulassen. Im Fall des norwegischen Täters hatte dieser sein halbautomatisches Gewehr zuvor legal als Jagdwaffe erworben. Die Taten zeigen exemplarisch, dass zunehmend eine erhebliche Gefahr von radikalisierten, oft politisch motivierten Einzeltätern ausgeht. Die Verfügbarkeit und der Reiz bestimmter Waffen begünstigt die Tatausführung und löst sie gegebenenfalls auch erst aus, verschärft die Folgen für die Betroffenen und leistet Beihilfe zur Selbst- oder Fremdheroisierung solcher Taten. Das Gefahrenpotenzial solcher kriegswaffenähnlichen halbautomatischen Gewehre wird noch einmal erhöht durch den Umstand, dass diese Waffen mit Magazinen mit einem großen Fassungsvermögen von über 30 Schuss bestückt werden können.
    „Weder für die Jagd noch für den Sport sind solche Waffen notwendig“, betont Innensenator Mäurer. Für den Jagdbereich sei inzwischen eine akzeptable Regelung getroffen worden. So dürfen nach dem Bundesjagdgesetz halbautomatische Langwaffen nur noch mit bis zu drei Schuss betrieben werden. „Kriegswaffenähnliche Gewehre dagegen braucht kein Mensch für die Jagd“, so Mäurer. „Ich persönlich könnte mir auch vorstellen, nicht nur die kriegswaffenähnlichen sondern alle halbautomatischen Gewehre für den Jagd- und Sportbereich zu verbieten, doch dies ist derzeit politisch nicht mehrheitsfähig“, so Mäurer. „Sollte unsere heute beschlossene Initiative im Bundesrat eine Mehrheit finden, wären wir aber schon einen erheblichen Schritt weiter.
    Kurz zur Historie:
    Ende 2015 schlug die Europäische Kommission in der sogenannten „Feuerwaffenrichtlinie“ vor, dass halbautomatische zivile Feuerwaffen, die wie Kriegswaffen aussehen, zukünftig verboten sein sollen. Der Rat für Justiz und Inneres der Europäischen Kommission nahm aber im Juni 2016 wesentliche Teile des Vorschlags bedauerlicherweise nicht an. Nach einer Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 20.12.2016 soll es im Rahmen des sog. „Trilogs“ mit dem Rat und dem Europäischen Parlament zu einem Kompromiss gekommen sein, der weitgehend an den Forderungen des Rates orientiert ist. So sollen Sportschützen und Jäger halbautomatische Langwaffen erlaubt bleiben, die bis zu elf Schuss abgeben können. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.
    Die einzelnen Mitgliedstaaten dürfen im Rahmen ihrer waffenrechtlichen Regelungen strengere Vorschriften erlassen. Für den Senat und Innensenator Mäurer ein Grund, schleunigst aktiv zu werden. „Wir möchten keinen Versuch unterlassen, über eine Bundesratsinitiative strengere Vorschriften in Deutschland zu erlassen. Je weniger solche Waffen im Umlauf sind, desto geringer ist auch die Gefahr eines Missbrauchs.“
    Sollte Bremens Initiative erfolgreich sein, müssten künftig kriegswaffenähnliche Waffen in Privatbesitz unbrauchbar gemacht werden.

  5. Rechtschaffener Steuerzahler sagt:

    Ich hatte den Senator für Inneres angeschrieben… Die Antwort war siehe PM von heute

    Damit ist genau mein geäußerter Verdacht bestätigt das es hier ausschließlich um die Optik eines speziellen Waffentyps geht.Entgegen aller belegbaren Fakten soll eine Waffe rein wegen der Optik verbannt werden.

    Genau dieser Typ Waffen fällt durch 100 % NULL Delitkrelevanz in Deutschland auf !

    Insofern gibt es keine sachliche und auch rechtliche Grundlage für ein Verbot!
    Es handelt es sich aus meiner Sicht um reinen „Aktionismus“ und persönlichen „Geschmack“ des Herrn Innensenators.
    Hat Bremen nicht andere und dringendere Probleme zu lösen ?

    Allein durch das Verbot dieser legalen Waffen wird nicht ein Attentat oder ein Terroranschlag verhindert da Terroristen und Kriminelle diese Waffen nicht benutzen.

    Diese bevorzugen nämlich die bereits verbotenen Kriegswaffen! Und diese sind verboten !
    Das Problem der Politik ist das sie es nicht schafft dem Illegalen Waffenhandel beizukommen.
    Daher müssen dann Jäger und Sportschützen an den Pranger gestellt und werden quasi mit Terroristen und Kriminellen in einen Topf geworfen.
    Insofern reiner Aktionismus und Augenwischerei. Glaubt der Herr Innensenator die Bevölkerung wird ihm auf den Leim gehen und glauben das mit dem Verbot mehr Sicherheit herrscht?

    Mitnichten…. denn die Manöver und Schachzüge die unsere Politiker mittlerweile an den Tag legen sind sehr durchschaubar.

    Bremen sollte sich zuerst um seine eigenen Sicherheitsprobleme kümmern statt immer wieder undifferenziert gegen den Rechtschaffenen Steuerzahler vorzugehen.

  6. sebastians sagt:

    NULL Deliktrelevanz, NULL Terror, NULL Amokläufe mit diesen Waffen
    in der EU (USA und Norwegen sind nicht in der EU). Egal wie gefährlich sie aussehen.
    Was soll also diese Initiative ?
    Die Bürger sollen beruhigt werden, um weiterhin die “Richtigen” zu wählen.
    Purer Aktionismus.
    Mehr gibt es dazu nicht zu sagen…

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