Der Schüler Mike Fettrau überreichte vor Sitzungsbeginn eine Liste mit 504 Unterschriften gegen die Schulschließung an Samgemeindebürgermeister Reinhard Kock. Foto: Möller Der Schüler Mike Fettrau überreichte vor Sitzungsbeginn eine Liste mit 504 Unterschriften gegen die Schulschließung an Samgemeindebürgermeister Reinhard Kock. Foto: Möller
Ströhe ohne Schule

Schulschluss nach 40 Minuten und zwar für immer

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Die Entscheidung falle nicht leicht, so Samtgemeindebürgermeister Reinhard Kock (SPD). Dennoch war man sich nach kurzer Aussprache einig: Die Grundschule Ströhe wird zum Schuljahrsende aufgegeben.

Die Sitzung des Ausschusses für Erziehung und Bildung fand Dienstagabend unter großer öffentlicher Beteiligung statt. Bürgerinnen und Bürger aus Ströhe waren ins Rathaus gekommen und überreichten vor Sitzungsbeginn 504 Unterschriften für den Erhalt ihrer Grundschule. Die war ins Visier des Landesrechnungshofs geraten, weil dort weniger als 50 Kinder unterrichtet werden.
„Aber das kann doch als eine Chance gesehen werden“, argumentiert Detlev Hansing vom Kreiselternrat. Er erinnerte vor Sitzungsbeginn an ein Wahlversprechen von Rot/Grün, wonach auch die kleinen Schulen im Lande in ihrer Existenz gesichert werden sollten.

Samtgemeindebürgermeister Reinhard Koch hielt dagegen und erläuterte dem Ausschuss das Prüfungsergebnis seiner Verwaltung: Rückläufige Schülerzahlen, auch an den weiteren Standorten in Hambergen, Wallhöfen und Axstedt, würden eine Änderung der Strukturen erforderlich machen. Für Ströhe mit seinen derzeit 33 Schulkindern, sei ein anspruchsvolles pädagogisches Konzept kaum noch zu erfüllen.

Kinder profitieren von besserem Angebot

Zudem würden die Kinder nach ihrem Umzug zur Hamberger Grundschule vom dortigen Ganztags­angebot profitieren. Der künftige Schülertransport sei hinnehmbar, insbesondere, weil bereits jetzt Fahrten zur Sporthalle und zum Hallenbad erfolgen müssten, die dann wegfielen. Dass die Schließung einer Schule nicht vorteilhaft für einen Ort sein kann, gab Kock zu, die zu fällende Entscheidung träfe man aber ausschließlich im Sinne einer guten Bildung für die Kinder.

„Wir sehen uns gezwungen zuzustimmen“, so Gerd Brauns für die SPD-Fraktion. Der Vorteil einer kleinen Schule verkehre sich in einen Nachteil, wenn er die Lehrerversorgung betrachte. Werde nur eine von vier Pädagoginnen einmal krank, bedeute dies gleich einen Unterrichtsausfall von 25 Prozent.
Auch Dieter Langmaack drückte für seine CDU Bedauern aus, sieht aber keine Alternative zur Schulschließung.

Sachlichkeit vor Emotionen stellen

Als langjähriger Vorsitzender des Schulausschusses appellierte Uwe Böttjer (SPD) auch an die Elternschaft in Ströhe, einen noch ausstehenden Beschluss des Samtgemeinderates zur Schulschließung zu akzeptieren. Nur so könne man hinter seinen Kindern stehen und den Neuanfang am Standort in Hambergen gemeinsam ermöglichen. Sachlichkeit sollte vorherrschen, nicht Emotionen.

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