Strelizien, Strand und steile Hänge – auch das kann Madeira sein. lStrelizien, Strand und steile Hänge – auch das kann Madeira sein. Foto: Kaloglou
Madeira Blumeninsel

Madeira: Viel mehr als eine Blumeninsel

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Nervenkitzel und steile Abfahrten: Madeira will keine „Rentner­insel“ sein: Mehr Sport für das jüngere Publikum, die gastronomische Vielfalt und ein abwechslungsreiches Programmangebot sollen zur Verjüngung beitragen.

„Blumeninsel“, „schwimmender Garten im Atlantik“, „Rentnerparadies“ – Madeira hat viele Beinamen. Allesamt beschreiben zwar das portugiesische Eiland, doch vervollständigen sie nicht das Bild, das sich dem Besucher im Nachhinein erschließt.

Die Insel, rund 950 Kilometer südwestlich von Lissabon, hat sich selbst eine Frischzellenkur verpasst, will künftig vermehrt auch jüngeres Klientel ansprechen. Vor allem angesagte Aktivitäten wie Trekking, Mountainbiking aber auch ein ausgebautes Wassersport-Angebot sollen dabei helfen.

Fußballstar betreibt eigenes Hotel

Die jüngere Zielgruppe hat auch das Pestana CR7 im Visier, das im Juli 2016 eröffnete Hotel von Cristiano Ronaldo in Funchal. Der Weltfußballer stammt von der Insel, die dem Kicker mit einer Statue schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt hat.  

Wer den nötigen Kick sucht, wird auf der Insel schnell fündig: Madeira ist Adrenalin pur, wenn man auf dem Sattel eines Mountainbikes entlang der Levadas, den künstlich angelegen Bewässerungskanälen, die Hänge rauf und runter kurvt.

Korbschlittenfahrt auf Madeira

Auf Madeira stockt einem auch der Atem, wenn man sein „Leben“ in die Hände der Carreiros legt und in ihren Korbschlitten die Talfahrt von Monte runter nach Funchal wagt: zwei Kilometer rasante Fahrt auf glatt gewachsten Kufen, bei der 500 Meter Höhenunterschied und so manche Kurve zu bewältigen sind. Vorsicht, Gegenverkehr! Augen zu und durch, die zwei Korbschlittenlenker mit Strohhut werden das ökologische Gefährt schon auf Spur halten.

Noch mehr Nervenkitzel gefällig? Auf zum Skywalk nach Cabo Girão, mit 580 Metern über dem Meeresspiegel die zweithöchste Steilklippe der Welt. Die gläserne Aussichtsterrasse klebt förmlich an der mächtigen Felswand. Wer den Schritt auf die transparente Plattform wagt, der schwebt über der Bucht und dem tiefblauen Atlantik.

Schöne Blumen und üppige Plantagen

Schöne Aussichten verspricht auch eine Jeep-Safari über die Insel: Mal geht es durch den dichten Lorbeerwald, mal sieht man kleine Siedlungen mit weißen Häuschen, die sich an die grünen Hänge schmiegen. Und immer wieder links und rechts der Straße üppige Plantagen, in denen – vor allem wegen der Hanglage und den erschwerten Transportbedingungen – mühsam Obst und Gemüse angebaut wird. Passionsfrüchte, Papayas, Avocados, Mangos aber auch weitere, hierzulande weniger bekannte Obstsorten wachsen auf Madeira.

Die Ausbeute wird samstags auf dem Markt Mercado dos Lavradores in Funchal feilgeboten. Nicht alles, was dort zum Verkauf angeboten wird, darf auch nach Europa exportiert werden. So „schafft“ es etwa die Madeirabanane, weil sie wegen ihrer Größe nicht der EU-Norm entspricht, nur bis auf das portugiesische Festland.

Auf dem Markt, wo es natürlich auch die berühmten Strelizien und andere florale Schönheiten zu kaufen gibt, hat man die Möglichkeit, einen Blick auf das zu werfen, was bei den Insulanern so in den Topf kommt. Besonders lecker ist der Schwarze Degenfisch, der in 1.500 Meter Tiefe vor der Küste mit einer Spezialangel gefangen wird.

Kulinarik und Street Art auf der Blumeninsel

Aufgetischt wird die Meeresspezialität genau wie auch der XXL-Fleischspieß, ein weiterer Schmaus der Insel, in vielen Restaurants in der Altstadt von Funchal. Gut gesättigt, steht der Erkundung der Stadt nichts mehr im Wege. Besonders lohnenswert ist ein Abstecher in die Rua de Santa Maria.

Die Gasse unweit der Markthalle ist seit fast sieben Jahren ein „Open-Air-Maleratelier“:  Im Rahmen des Projekts „Kunst der offenen Türen“ nahmen sich diverse Künstler die alten Fensterläden, Türen und Tore vor und langsam ist die Street-Art in die Rua de Santa Maria „eingezogen“. Es entstand ein „Freilichtmuseum“, das sich langsam auf die Nachbargassen ausdehnt.

Kleine Pause einlegen – bei einem kräftigen Poncha erstmal die neuen Eindrücke sacken lassen. Poncha, das ist ein hochprozentiger Mix aus Zuckerrohrschnaps, Zitronen- oder Orangensaft und Honig, der auf der Insel genau so gern getrunken wird wie der Madeirawein. Damit lässt sich entspannt ein neuer Kick für den kommenden Tag suchen, etwa die Fahrt mit der Seilbahn über die Dächer von Funchal.

Fakten:

Hotel mit Flug: Sieben Nächte im Fünf-Sterne-Hotel Savoy Saccharum Resort & Spa in Calheta kosten bei Jahn Reisen mit Halbpension und Flug zum Beispiel am 25. April 2017 mit TAP Portugal ab Hamburg, ab 1.199 Euro pro Person im Doppelzimmer.

Rundreise: Achttägige Gruppenreise „Madeira – Grüne Trauminsel im Atlantik“ ab/bis Funchal inklusive sieben Nächte im Doppelzimmer mit Halbpension, deutsch sprechende Reiseleitung und Ausflügen kosten bei Dertour pro Person ab 721 Euro.

Flüge: ab Bremen mit Germania, ab Hamburg mit TAP.

Infos: beim Fremdenverkehrsamt von Madeira.

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