Ob sich die Anbader am 1.Mai genauso mutig ins Wasser stürzen, wird wohl vom Wetter abhängen. Foto: Schlie
Interview

Nichts für Wasserscheue: Freibäder öffnen am 1. Mai

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Endlich wieder unter freiem Himmel schwimmen und im Wasser toben: Dieses Jahr beginnt die Freibadsaison in Bremen schon am 1. Mai. Martina Baden, Chefin der Bremer Bäder, erzählt, was sich diese Saison sonst noch ändert.

Weser Report: In diesem Jahr öffnet das Stadionbad schon ab 1. Mai. Warum ist das dieses Jahr möglich?

Martina Baden: Wir feiern dieses Jahr unser Jubiläum und wollen einiges machen. Da gönnen wir uns auch einen frühen Saisonstart und wollen bei der Gelegenheit entweder anbaden oder gegebenenfalls angrillen. Der Eintritt wird an diesem Tag nur 75 Cent kosten. Wann wir mit den anderen Bädern nachziehen, werden wir je nach Wetterlage sehen.

Viele Schwimmer haben die frühere Öffnung im vergangenen Jahr gefordert. Inwiefern ist der Entschluss, früher zu öffnen, eine Entscheidung für die Zukunft?

Wenn das etwas ist, was gut angenommen wird und entsprechend auch wirtschaftlich zu vertreten ist, kann man das auch im kommenden Jahr machen. Wir werden das genau beobachten und auswerten.

Was ändert sich in dieser Saison an den Öffnungszeiten?

Neu ist, dass wir im Stadionbad in der Hauptsaison mittwochs bis 20.45 Uhr öffnen. Wir haben eine Dreiviertelstunde für Berufstätige drangehängt. In der Hauptsaison werden wir verlässlich ganztägig öffnen. Das gilt ab 12. Juni, denn dann beginnt in diesem Jahr die Hauptsaison. In dieser würden wir bei hochsommerlichen Temperaturen auch verlässlich bis 21 Uhr, Kassenschluss 20.30 Uhr, öffnen.

Kritik gab es auch immer an den wetterabhängigen Öffnungszeiten, die dazu führten, dass Badegäste auch mal vor verschlossener Tür standen. Wie wollen Sie das Problem lösen?

Wir haben erreicht, dass die Öffnungszeiten nicht nur wie bisher auf unserer Website tagesaktuell abrufbar sind, sondern auch, dass Google sie anzeigt. Das hat in den vergangenen Jahren zu Irritationen geführt, weil dort nur die regulären, nicht aber die tatsächlichen Öffnungszeiten aufgeführt waren. Außerdem wird es einen Flyer mit allen Bädern und Öffnungszeiten geben, so dass der Irrtum vermieden wird, es gäbe nur ein Bad und das habe geschlossen.

Wieviel Eintritt müssen Gäste in dieser Saison bezahlen?

Erwachsene zahlen in dieser Saison 4,40 Euro am Tag und Kinder 2,80 Euro. Wir heben die Preise immer um 2,5 Prozent an, das entspricht etwa zehn Cent und ist im Vergleich zur allgemeinen Kostensteigerung von 3 Prozent immer noch moderat. Außerdem bieten wir erstmals ein Ticket gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen an, das den Eintritt ins Freibad sowie Hin- und Rückfahrt mit den öffentlichen Vekehrsmitteln ermöglicht. So zahlt etwa ein Erwachsener mit zwei Kindern 15,30 Euro. Die Tickets gibt es in den Fahrzeugen der BSAG, den VBN-Regionalbussen oder an den Automaten der Nordwestbahn.

Martina Baden erzählt, was sich in der kommenden Freibadsaison für die Besucher ändert. Foto: Schlie

Immer wieder wird außerdem eine Saisonkarte zumindestens für Kinder und Jugendliche gefordert. Haben Sie darüber mal nachgedacht?

Das ist für uns kein Thema. Unsere Bäderkarte ist attraktiver als eine Saisonkarte, denn sie gilt für das ganze Jahr in allen Bädern und ist übertragbar. Eine Saisonkarte wäre ein Rückschritt, den haben wir nicht vor.

Gerade im niedersächsischen Umland gibt es aber Saisonkarten. Warum funktioniert das Konzept dort?

Bei uns erwarten die Kunden, dass die Karte auch nach der Freibadsaison noch ihren Wert behält. Wenn Sie nur ein Freibad betreiben, muss man diese Diskussion nicht führen. Wir betreiben aber viele Bäder und Kunden würden erwarten, dass sie eine solche Karte übergreifend nutzen können.

Für das Horner Bad bricht die letzte Saison vor dem Abriss an.

Davon gehen wir aus. Wir hoffen, die Mittel rechtzeitig bewilligt zu bekommen und im Herbst mit den Arbeiten beginnen können. Geplant ist eine 20-monatige Bauphase. Läuft alles glatt, verpassen wir also nur eine Freibadsaison. Das Ende dieses Sommers wollen wir mit einer schönen Abschiedsparty feiern, gerade auch für die Leute im Stadtteil, die sich sehr mit dem Horner Bad verbunden fühlen.

Apropos Bauarbeiten: In den Sommermonaten werden klassischerweise auch die Hallenbäder saniert. Was steht dieses Jahr an?

Wir werden in allen Bädern kleinere Maßnahmen durchführen. Das Südbad wird für die ganzen Sommerferien geschlossen sein. Dort werden unter anderem die Sanitäranlagen erneuert.

Und langfristig?

Dieses Jahr werden wir ein Sanierungsgutachten erstellen lassen, um von Experten schwarz auf weiß dokumentieren zu lassen, was in den nächsten Jahren gemacht werden muss und was es kostet. Schon jetzt wissen wir: Beim Beton in den Becken werden wir sehr stark investieren müssen.

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