Tor zum Rhododendronpark. Foto: Schlie Rhododendronpark in Horn-Lehe ging der Mann im Oktober letzten Jahres wahllos auf Menschen los und verletzte sieben von ihnen. Foto: Schlie
Gerichtsprozess

Gericht: Angeklagter leidet unter Psychose

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Im Falle eines Mannes, der mit einem Messer bewaffnet jeden anfiel, der im Rhododendronpark seinen Weg kreuzte, ist es zu einem Urteil gekommen. Alle Parteien, von der Anklage bis zur Verteidigung, waren sich einig.

Es glich einem Amoklauf: Im Oktober vergangenen Jahres lief ein Mann mit einem Messer durch den Rhododendronpark in Horn-Lehe und attackierte wahllos Parkbesucher. Sieben Menschen griff der 29-Jährige an, bis ihn ein Sondereinsatzkommando der Polizei stoppen konnte.

Vier der Opfer verletzte er mit Stichen schwer, eine Frau schwebte in Lebensgefahr. Der Beschuldigte soll ihr mehrfach in den Rücken gestochen haben. Auch habe der Angeklagte ein Kind getreten, nachdem er dessen Mutter am Genick packte.

Urteil: Mann war schuldunfähig

Ein Fall, der auch die Beteiligten im Gerichtssaal bei der Urteilsverkündung berührte. „Erschreckend“ und „beunruhigend“, nannte die Staatsanwältin die Vorfälle, „so unvermittelt und nichtsahnend beim Spazierengehen Opfer einer solchen Attacke zu werden.“ Neben körperlichen Schäden blieben auch psychische Folgen.

An den Angeklagten gewandt sagte sie: „Das ist alles passiert, weil Sie ihre Medikamente nicht genommen haben.“ Dieser ließ die Äußerungen unkommentiert. Der Mann leidet Gutachten zufolge an paranoider Schizophrenie schweren Grades. Die Psychose sei nach wie vor vorhanden, wie die Staatsanwältin verkündete.

Ein Eindruck, den Anklage wie Verteidigung teilten. Einigkeit auch in allen Plädoyers: Der Mann müsse in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen werden. Die Richterin folgte den Anträgen. Der Angeklagte werde auf unbestimmte Zeit im Klinikum Ost stationär behandelt. Zum Zeitpunkt der Tat sei er schuldunfähig gewesen.

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