x1-Fokker_3,5sp. Archivfoto: Schlie Im Januar 2002 „landete“ die VFW 614 auf dem Dach des Bremer Flughafens. 2014 musste sie ihren Platz wieder räumen. Archivfoto: Schlie
Luftfahrtgeschichte

Historisches Flugzeug: Wohin mit der VFW 614?

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Einem Stück Bremer Luftfahrtgeschichte droht die Verschrottung. Der Freundeskreis der VFW 614 sucht dringend nach einem neuen Standort für den Jet, der eine Zeitlang auf dem Dach des Flughafens stand.

2018 soll ein großes Jahr werden für die Bremer Luftfahrtgeschichte. Dann jährt sich die Ost-West-Überquerung des Atlantiks mit der Bremen zum 90. Mal. Zehn Jahre später flog die in Bremen entwickelte Focke-Wulf Condor als erstes landgestütztes Flugzeug nonstop von Berlin nach New York.

Weitere 20 Jahre später hob mit dem Borgward-Focke Kolibri der Prototyp des ersten Hubschraubers ab. Ob anlässlich der Feierlichkeiten dann auch wieder die in den 1970-er Jahren gebaute VFW 614 besichtigt werden kann, steht noch in den Sternen.

„Bis zum Jahresende muss sie da weg“

Momentan fristet der Düsenjet, der von Januar 2002 bis April 2014 auf der Besucherterrasse des Bremer Flughafens stand, ein Schattendasein auf dem abgeschotteten Werksgelände von Airbus. Doch dort kann er nicht bleiben.

„Bis zum Jahresende muss sie da weg“, weiß Dr. Wolfgang Schneider, 1. Vorsitzender des Freundeskreises der VFW 614. Weil das Unternehmen, das auch Eigentümer der Flugzeugbau-Bremensie ist, künftig größere Maschinen zum Transport der Flugzeugteile einsetzen wolle, werde der Platz zum Rangieren benötigt.

Der Vorsitzende will die Verschrottung verhindern

So richtig glücklich sind die Mitglieder des Freundeskreises mit dem derzeitigen Standort ohnehin nicht. Grund: Sie haben keinen Zugang zu der Maschine und können deshalb keine weiteren Restaurierungsarbeiten vornehmen.

An Führungen, wie sie früher möglich waren, ist schon gar nicht zu denken. „Wir möchten das Flugzeug gerne wieder zeigen“, sagt Schneider. Vor allem wollen die Mitglieder des kleinen Vereins aber eines: „Unser primäres Ziel ist es, die Verschrottung zu verhindern“, erklärt der Vorsitzende.

Letzte Ruhestätte Lemwerder?

Die droht, wenn kein neuer Standort für die VFW 614 gefunden würde. Die Freundeskreismitglieder haben ihre Fühler in alle Richtungen ausgestreckt, doch noch hat sich keine Lösung ergeben.
Denkbar wäre, dass der Düsenflieger seine letzte Ruhestätte in Lemwerder findet.

Dort gibt es Überlegungen, auf dem ehemaligen Flugplatz ein Museum einzurichten. „Es gibt einen engen Kontakt zu dem Verein“, bestätigt Günter Mail, 2. Vorsitzender des Freundeskreises. Dennoch würde er es lieber sehen, wenn das Flugzeug in der Hansestadt bliebe.

Schließlich war die VFW 614 das erste nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland entwickelte und in Serie gebaute Passagierflugzeug. „Als historische Referenz gehört es einfach nach Bremen“, meint Schneider.

Mehr Informationen zur VFW 614 und zum Freundeskreis im Internet unter vfw614.de

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