Die Polizei Bremen nimmt ebenfalls am Demonstrationszug teil – mit einem besonders gestalteten Fahrzeug. Die Montage zeigt, wie dieses aussehen könnte. Montage: WR Die Polizei Bremen nimmt ebenfalls am Demonstrationszug teil – mit einem besonders gestalteten Fahrzeug. Die Montage zeigt, wie dieses aussehen könnte. Montage: WR
Demonstration

Bremer CSD: Polizei fährt unter Regenbogenflagge

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Mehr als zwei Jahrzehnte lang wurde der Christopher Street Day in Bremen nicht gefeiert – am 26. August wird sich dies ändern. Bundesweit einmalig ist die Teilnahme der Polizei mit einem besonders gestalteten Fahrzeug.

„Wir hatten ursprünglich nicht mit so vielen Anmeldungen gerechnet“, verrät Robert Dadanski, Sprecher des Vereins CSD Bremen.

Umso mehr freuen er und die Vereinsmitglieder sich darüber, dass neben Vereinen und Institutionen auch das Gesundheitsamt, die Senatorin für Soziales, Parteien und Firmen an der Demonstration teilnehmen – darunter das Mercedes Benz Werk Bremen mit einem 40-Tonnen-Lkw.

Erster deutscher CSD in Bremen

Inzwischen haben sich mehr als 30 Gruppen für Samstag, 26. August, zum Marsch durch die Innenstadt zum Martinianleger angemeldet. Die Schirmherrschaft hat Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) übernommen (wir berichteten).

Der Christopher Street Day (CSD) ist ein Demonstrations-, aber auch Festtag gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung homo-, inter- und bisexueller Menschen, von Transgendern und Asexuellen. 1969 wurde er in New York ins Leben gerufen.

Bremen soll zehn Jahre später die erste deutsche Stadt mit CSD gewesen sein. Nach 1994 gab es lediglich einen Versuch, ihn in der Hansestadt erneut auszurichten, dieser scheiterte jedoch.

Team mit unterschiedlichen Blickwinkeln

Im vergangenen Jahr fand sich schließlich eine Gruppe von rund 70 Menschen zusammen, die den Tag und die dazugehörige Demonstration wieder aufleben lassen wollten. „Das große Team ist der Grund, warum es jetzt wieder klappt“, sagt Dadanski.

30 Mitglieder bilden heute das Orga-Team des Vereins. „Jeder bringt unterschiedliche Blickwinkel und Stärken ein“, sagt Sylvia Mehner, Vereinssprecherin. So könnten sich auch besonders viele Menschen mit den Zielen des Bremer CSD identifizieren, fügt Dadanski hinzu.

Diskriminierung weiter in den Köpfen

Hauptziel ist die Schaffung von Raum für die Vielfalt sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität in Bremen. „Mit der Ehe für alle ist die Diskriminierung in den Köpfen der Menschen nicht vorbei“, so Dadanski weiter.

Finanziert wird der CSD über Mitgliedsbeiträge, Spenden, Fördermittel sowie Umlagen, die von den Teilnehmern geleistet werden.

Jährlicher CSD vorgesehen

Wenn es nach den Organisatoren geht, bilden Umzug, Kundgebung und Feier in diesem Jahr zudem den Auftakt einer neuen Tradition in Bremen. „Das Interesse der Leute bestätigt uns darin, die Veranstaltung jährlich zu organisieren“, so Mehner.

Polizei läuft nicht nur nebenher

Für die Sicherheit entlang des Demonstrationszuges sowie am Martinianleger sorgt die Bremer Polizei. Diese ist jedoch nicht nur „Beobachter“, sondern beteiligt sich auch aktiv an der Demonstration, wie Sven Rottenberg, Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweise (AgL) bei der Polizei Bremen verrät.

„Ich werde von zahlreichen Kolleginnen und Kollegen unterstützt. Einige werden sich in einem Streifenwagen der Bremer Polizei im Feld der Demonstration bewegen. Details möchte ich noch nicht verraten, nur so viel: Bremen ist bunt – die Polizei auch“, so Rottenberg weiter.

Neben dem besonders gestalteten Fahrzeug hat die Polizei „Visitenkarten“ dabei, die verteilt werden sollen, wie der AgL verrät.

Start der CSD-Demo ist am 26. August um 13 Uhr an der Hochstraße. Die Route führt über die Bürgermeister-Smidt-Straße, Am Wall und Obernstraße bis zum Martinianleger. Von 15 bis 19 Uhr finden Kundgebung und Feier am Martinianleger statt. Alle Infos unter csd-bremen.org

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