Bärbel Windhorst ist trotz ihrer 90 Jahre immer noch topfit und beim TuS Huchting aktiv. Foto: Bültel
Huchting

„Bis zur Schmerzensgrenze“ mit 90 Jahren

Von
Bärbel Windhorst feierte ihren 90. Geburtstag. Fahrrad fahren und zweimal in der Woche Gymnastik: Der Sport ist einer der Gründe, warum das älteste aktive Mitglied des TuS Huchting noch gesund ist.

„Ich wusste gar nicht, dass die 90 so wichtig ist“, sagt Bärbel Windhorst. Vergangene Woche feierte sie ihren 90. Geburtstag in der Halle des Turn- und Sportvereins (TuS) Huchting. „Bärbel ist unser ältestes sportlich aktives Mitglied“, sagt Heike Kretschmann, Managerin des Vereins.

„Die Feier werde ich nicht vergessen“, sagt Windhorst. „Die einzige, die gefehlt hat, war Bundeskanzlerin Angela Merkel.“

Radtouren auch bei Regen

Zweimal in der Woche besucht Windhorst Gymnastikkurse des TuS. Ansonsten verbringt sie ihre Freizeit auf dem Sattel. „Mein Fahrrad ist das Schönste, das es gibt“, so die 90-Jährige. Ob zum Martinianleger, um dem Schiffsverkehr zuzusehen, nach Brinkum oder sogar nach Delmenhorst: Windhorst unternimmt gerne Radtouren, auch bei Regen.

Ein E-Bike möchte sie nicht benutzen, sondern bevorzugt ihr 28er Fahrrad.

Drei Unfälle hatte sie bereits mit ihrem Gefährt, beim letzten brach sie sich den dritten Wirbel. Abschrecken tut es die Huchtingerin nicht: „Ich gebe es nicht auf. Es hält fit.“

Verlust, Operationen, Brustkrebs

Einfach hatte es die Sportlerin in ihrem Leben nicht.

Mit 46 Jahren verlor sie ihren Mann und musste ihre damals sieben Jahre alte Tochter alleine groß ziehen. Sieben Operationen hat sie hinter sich, und sie litt an Brustkrebs. „Nach der Chemo hatte ich Angst, dass der Tumor streut. Aber ich habe es geschafft“, sagt Windhorst.

Vor 13 Jahren wurde der Tumor entfernt. Danach besuchte sie regelmäßig die Krebsgruppe des TuS zusätzlich zur Gymnastik. „Die Gruppe musste ich aber aufgeben, da es mir doch zu viel wurde.“

Bei jedem Fest dabei

Trotz der Rückschläge bleibt Winhorst positiv: „Ich bin immer froh und streite nie. Jammern und Klagen hilft nichts.“

Sie hätte schließlich alles, was sie will und konzentriere sich auf das Positive im Leben. „Vor zwei Jahren war ich Kohlkönigin“, erzählt sie stolz.

Die Huchtingerin arbeitete für 20 Jahre als Kassenaufsicht im Stadtteil. Da sie viel mit Kunden zu tun hatte, ist Windhorst immer noch sehr kontaktfreudig. „Die Huch­tinger haben mich sehr geprägt.“ Deshalb schätze Windhorst auch die Gemeinschaft beim TuS. „Ich bin bei jedem Fest dabei“, sagt sie lachend.

Gesund alt werden

Besonders dankbar sei die Rentnerin dem TuS: „Die Gymnastik hat mich so lange gesund gehalten.“ Am 19. Mai 1977 trat sie dem Verein bei und nahm beim Geräteturnen teil.

Auch Yoga probierte sie aus. Es hätte sie allerdings nicht genug gefordert. Bei den Gymnastikübungen macht sie nach Möglichkeit alle mit. Rücksicht soll keiner auf sie nehmen. „Ich mache so viel es geht. Bis zur Schmerzensgrenze“, sagt die 90-Jährige.

Auch Kretschmann lobt ihren Einsatz. „Bärbel ist ein super Beispiel dafür, dass man auch gesund alt wird.“

Lachen und fröhlich sein

Dies sei schließlich nicht immer der Fall, wie auch Windhorst weiß: „Viele Menschen in meinem Alter sitzen nur Zuhause vor dem Fernseher.“

Mehr alte Leute sollten sich ihrer Meinung nach der Gymnastik zuwenden. „Die, die Sport treiben halten länger durch“, ist sie überzeugt.

Ihr Ziel für die nächsten Jahre: Sport treiben, viel lachen und fröhlich sein.

Teile jetzt den Artikel

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.