Ein Spaziergang lohnt sich am Fischereihafen von Boltenhagen. Dort wird der Fisch direkt vom Kutter aus verkauft. Foto: Füller Ein Spaziergang lohnt sich am Fischereihafen von Boltenhagen. Dort wird der Fisch direkt vom Kutter aus verkauft. Foto: Füller
Urlaub Ostsee

Boltenhagen: Winterliche Auszeit an der Ostsee

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Dort, wo während der Sommermonate tausend Strandkörbe im weißen Sand stehen, nutzen Besucher im Winter die Ruhe, um auf ausgedehnten Spaziergängen und bei gutem Essen den Alltagsstress zu vergessen.

Boltenhagen liegt zwischen den Hansestädten Lübeck und Wismar an der Ostsee und ist das zweitälteste Ostseebad Mecklenburgs. Ein fünf Kilometer langer, feinsandiger Strand, die Steilküste sowie die klassischen Villen in restaurierter Bäderarchitektur entlang zweier Promenaden sorgen dafür, dass Besucher auch im Winter immer etwas zu sehen haben. Nebenbei können sie sich den frischen Wind um die Nase wehen lassen.

Ein typischer Wintertag im 2.600-Seelen-Ort Boltenhagen beginnt für Besucher mit einem ausgedehnten Frühstück in der Unterkunft. Auch wenn nicht alle Hotels und Pensionen während der kalten Monate geöffnet haben, stehen doch immer genug Betten bereit, viele davon sogar in direkter Strandnähe.

Ostsee lockt auch im Winter

Warm angezogen und eingemummelt geht es nach dem Frühstück raus: Zu Fuß oder mit dem geliehenen Fahrrad kann die gesamte Umgebung gut erkundet werden.

Da wäre etwa das Ortszentrum mit Kurpark und Wandelgängen, einem Konzertpavillon, der Trinkkurhalle und der kleinsten Buchhandlung Deutschlands. Die Architektur des Ortes erinnert mit weißen und pastellfarbenen Villen im Stil des vorletzten Jahrhunderts an vergangene Zeiten.

Eine Einkehr im Café Pralinchen ist Pflicht, denn dort kosten Gäste die Steilküstentorte. Schokoladen-Liebhaber stöbern bei den Chokohelden und kreieren dort ihre ganz individuelle Schokoladentafel.

Doch was wäre ein Besuch an der Ostsee ohne frischen Fisch? Den gibt es nicht nur im Zentrum im Brötchen auf die Hand. Nach der Stärkung geht es weiter zur Seebrücke. Diese ragt 290 Meter weit in die Ostsee hinein und bietet einen Ausblick auf Strand und Steilküste. Von der Brücke aus starten Ausflüge durch die Boltenhagener Bucht und zu den Seehundbänken.

Buddelschiffe im Museum

Entlang der beiden Promenaden, die durch den Küstenwald voneinander getrennt sind, finden Besucher Geschäfte und Restaurants. Im größten privaten Buddelschiffmuseum Deutschlands zeigt Jürgen Kubatz 250 Buddelschiffe aus vielen Epochen der Seefahrt. Nach vorheriger Anmeldung gewährt er zudem einen Einblick in die Werkstatt und zeigt, wie die Schiffe in die Glaskolben gelangen.

Von der autofreien Mittelpromenade aus geht es schließlich zum fünf Kilometer langen Strand. Kleine Cafés laden immer wieder zum Rasten und Aufwärmen am Kamin ein, so etwa das Café Lindquist mit den hausgemachten skandinavischen Köstlichkeiten der gebürtigen Finnin Pia Lindquist-Franz.

Fangfrischer Fisch vom Kutter

Nach einem langen Tag am Strand bietet sich ein wärmender Saunaaufenthalt gefolgt von einem guten Essen am Kamin an. Dies ist etwa im Tarnewitzer Hof möglich, dessen Restaurant „Landhaus“ auch bei den Einheimischen beliebt ist.

Ein weiteres Ausflugsziel ist mit dem Fahrrad gut zu erreichen: Der Fischereihafen von Boltenhagen, nebst Yachthafen Weiße Wiek im Ortsteil Tarnewitz. Die moderne Fünf-Sterne-Marina bietet 350 Liegeplätze. Die ortsansässigen Fischer haben ihre Plätze neben der Marina.

Ihre roten Fischerhütten sind ein beliebtes Postkarten- und Foto-Motiv und locken nicht nur Besucher, sondern auch Einheimische an den Hafen, denn dort gibt es fangfrischen Fisch direkt vom Kutter.

Im Restaurant nebenan kann dieser fertig zubereitet genossen werden. Dem Fischer über die Schulter schauen können Gäste bei Uwe Dunkelmann. Er nimmt sie bei gutem Wetter in aller Frühe mit hinaus auf das Meer.

Bernstein finden am Strand

Mit dem Fahrrad besonders gut zu erreichen ist die Steilküste entlang des Naturstrandes, an dem auch Hunde zugelassen sind. Geübte Sucher finden dort zwischen Felsen und Tang auch Bernstein. Die Steilküste selbst ist nach den Kreidefelsen Rügens die Zweithöchste an der deutschen Ostseeküste.

Boltenhagen hat im Winter aber auch kulturell viel zu bieten: Neben Klassikern wie dem Wintermarkt, Konzerten und dem traditionellen Neujahrsbaden werden auch Führungen und vieles mehr angeboten.

Alle Infos zum Ostseebad Boltenhagen gibt es auch im Internet sowie direkt bei der Kurverwaltung unter der Telefonnummer 03 88 25 / 360 0.

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