Hindu-Priester Prasad Agilandam (M.) spricht trotz frostiger Temperaturen nach altem Brauch mit freiem Oberkörper Gebete, Gemeindemitglieder stehen mit Ihren Gaben dahinter. Hindu-Priester Prasad Agilandam (M.) spricht trotz frostiger Temperaturen nach altem Brauch mit freiem Oberkörper Gebete, Gemeindemitglieder stehen mit ihren Gaben dahinter, Kuh Madel davor. Foto: Martin Rospek
Bauvorhaben

Milchkuh testet Gelände für Hindu-Tempel

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Mit einer traditionellen Zeremonie ließ die Hindu-Gemeinde in Bremen prüfen, ob sie auf dem Gelände der Bremer Heimstiftung in Osterholz den richtigen Platz für ihren geplanten Hindu-Tempel gefunden hat – mit einer Kuh.

„Kühe sind in Indien und Sri Lanka heilig“, so Pathmakaran Pathmanathan von der Hindu Gemeinde Bremen. In seiner Heimat sei es zum Beispiel Brauch, auf einem Grundstück, welches bebaut werden soll, eine Milchkuh grasen zu lassen.

„Bleibt sie dort, ist es ein guter Ort, um ein Haus oder einen Tempel zu errichten. Macht sie sich davon, sollte man das Vorhaben noch einmal überdenken“, erklärt er.

„Ein ungewöhnlicher Termin für uns“

Bedenken, dass dies auch seiner Gemeinde blühen könnte, hatte er nicht. Vielmehr freute sich Pathmakaran Pathmanathan, die traditionelle Zeremonie vor Baubeginn des neuen Hindu-Tempels auf dem Gelände des Stiftungsdorfes Ellener Hof mit Gemeindemitgliedern erleben zu können.

„Das Ritual ist uns sehr wichtig. Wir sind deshalb dankbar, einen Bauern gefunden zu haben, der uns für eine Stunde seine Kuh vorbeibringt“, sagt Pathmanathan.

Und so kam Landwirt Frank Imhoff mit Kuh Madel im Anhänger auf den Ellener Hof gefahren.

„Ein ungewöhnlicher Termin für uns“, gab der Bauer aus Strom zu. Aber als Mitglieder der Gemeinde mit ihrem Anliegen auf ihn zukamen, habe er spontan zugesagt.

Tiefenentspannte Kuh

Auch weil er genau das richtige Tier dafür im Stall hatte. Madel sei zwar gerade erst drei Jahre alt geworden, aber trotz ihrer Jugendlichkeit ganz entspannt.

„Wir sind mit ihr auf Schauen gewesen, daher kennt sie Menschen und ist sehr umgänglich“.

Der Zeremonie wohnte die Milchkuh interessiert, aber sehr gelassen bei.

Hindu-Priester Prasad Agilandam sprach hinduistische Mantras auf Sanskrit, versprühte reinigendes Kurkuma-Wasser und schmückte das Tier mit Blumenblüten.

Gaben der Gemeindemitglieder – zum Beispiel Bananen und Kokosnusshälften – wurden neugierig vom Madel beäugt.

Bereicherung für das Stiftungsdorf

„Die Kuh fühlt sich wohl hier“, bemerkte Pathmakaran Pathmanathan zufrieden. Damit stünde dem Baubeginn von seiner Seite nichts im Wege.

Wann dieser sein wird, steht noch nicht fest – erst muss die Baugenehmigung erteilt werden.

Alexander Künzel, Vorstandsvorsitzender der Bremer Heimstiftung, hieß die rund 300 hinduistische Familien aus Bremen und Umgebung umfassende Gemeinde aber schon herzlich willkommen.

„Sie passen wunderbar in diese lebendige, bunte Modellsiedlung und werden das Leben in unserem Stiftungsdorf bereichern.“

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