Bis zu 15 Helfer beteiligen sich am Umbau des Kukoon, um die Kosten so gering wie möglich zu halten.Foto: Barth Bis zu 15 Helfer beteiligen sich am Umbau des Kukoon, um die Kosten so gering wie möglich zu halten. Foto: Barth
Neustadt

Kukoon in der Neustadt: Umbauen um zu bleiben

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Mit dem Kauf der knapp 390 Quadratmeter großen Fläche am Buntentorsteinweg müssen die Mitglieder des Kulturkombinats Neustadt die Räume umbauen. Die Arbeiten sind derzeit in vollem Gange.

Wenn die Mitglieder des Kukoon-Kollektivs Ende März die schweren Holztüren des Gebäudes am Buntentorsteinweg wieder aufschließen, wird sich einiges verändert haben.

„Es sind vor allem Schall- und Brandschutzauflagen, die wir erfüllen müssen und die bauliche Veränderungen erfordern“, sagt Artur Ruder, einer der geschäftsführenden Gesellschafter des Kulturkombinats Offene Neustadt (Kukoon).

Vorkaufsrecht genutzt

Das Kollektiv hatte die Erdgeschossräume des im Jahr 1880 erbauten Gebäudes im vergangenen Jahr gekauft, nachdem der Mietvertrag nach drei Jahren ausgelaufen war.

„Wir hatten ein Vorkaufsrecht und haben uns entschieden, dieses auch zu nutzen. So können wir langfristig planen“, sagt Ruder. Die grundsätzliche Raumaufteilung der ehemaligen Einzelhandelsfläche bleibt so, wie Besucher sie kennen.

„Das Foyer wird größer, außerdem haben wir die Fläche der Empore halbiert“, sagt Ruder. Dies verändere das gesamte Raumklima, da nun mehr Tageslicht seinen Weg hinein findet. Die Bühne wird dafür nach dem Umbau größer sein.

Nicht alles kann erhalten werden

Ein Wermutstropfen für die Kollektiv-Mitglieder ist allerdings, dass Brand- und Schallschutz es erfordern, die historischen Decken mit Stuck- und Goldornamenten abzuhängen. „Das ist wirklich schade.

Wir konnten nur Teile der Goldkante erhalten“, sagt Ruder. Und auch die verzierten gusseisernen, mehr als vier Meter hohen Säulen im Hauptraum müssen nun verkleidet werden. „Wir stehen in engem Kontakt zur Feuerwehr und zum Bauamt und hatten gehofft, dass die Säulen sichtbar erhalten werden können.

Nun hat sich aber herausgestellt, dass sie verkleidet werden müssen“, bedauert Ruder. Diese Verkleidung sei zudem sehr teuer.

Nutzung auf lange Sicht vereinfacht

Dem Rückschlag steht aber auch viel Positives gegenüber. So vereinfachen neue Stromleitungen Küchen- und Bühnentechnik den täglichen Ablauf.

„Wir hatten für die Zwischennutzung nur das wichtigste gemacht, nun können wir alles dauerhaft installieren und uns die Arbeit erleichtern“, sagt Ruder.

Der Umbau selbst wird von Fachfirmen durchgeführt, alle Arbeiten, die vom Versicherungsschutz her jedoch in Eigenleistung erledigt werden können, übernehmen die Mitglieder selber.

Finanzierung auch über Spenden

Bis zu 15 Helfer sind vor Ort, um mit anzufassen und so Geld einzusparen. Insgesamt beziffert Ruder den Umbau auf rund 150.000 Euro. Einen Zuschuss von 25.000 Euro hatte das Kombinat aus Bundesmitteln für Städtebauförderung erhalten.

Ein für den Umbau aufgenommener Kredit ist für die Arbeiten verplant. Was übrig bleibt, soll in die Technik und den weiteren Ausbau fließen. Um ab Ende März wieder öffnen zu können, ist das Kombinat auf Spenden angewiesen.

Einnahmen fließen in Inhaltliches

Im Laufe der vergangenen drei Jahre hatten die Mitglieder rund 550 Veranstaltungen im Kukoon ausgerichtet, die meisten kosteten keinen Eintritt. Einnahmen fließen zurück in das Programm, eine Förderung erhält das Kombinat nicht.

Reflektieren und professionalisieren

Der Betrieb mit Gastronomie und Veranstaltungen soll nach dem Umbau wieder aufgenommen werden. „Wir sind kein Partykollektiv und unsere Veranstaltungen werden auch künftig bis maximal bis 22 Uhr gehen.  Der Betrieb läuft dann noch bis maximal 3 Uhr. Wir nutzen die Zeit jetzt, um zu reflektieren und zu professionalisieren“, sagt Ruder.

Im Sommer wird das Kukoon nochmals für Restarbeiten schließen. „Wir wollen auch neue Dinge ausprobieren, die vielleicht Veränderungen mit sich bringen“, verrät er.

Infos zum Spendenkonto gibt es unter kukoon.de

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