Lüder Kastens (links) und Markus Zeller haben vor drei Jahren die Union Brauerei wieder aufleben lassen. Seitdem bieten sie in Walle nicht nur selbstgebrautes Bier, sondern auch Seminare und Führungen durch das Brauhaus an. Foto: Schlie
Mirkobrauer

Norddeutsche Braukunst: Craft-Beer aus Bremen

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Bei regionalem Bier kommt vielen Bremern höchstwahrscheinlich als erstes das berühmte Beck’s in den Sinn. Doch längst hat sich in der Hansestadt neben den großen Marken eine kleine Craft-Beer-Szene entwickelt.

Von Insa Lohmann

An verschiedenen Orten in der Stadt wurden alte Brauereien wiederbelebt, Kneipen schenken den Gerstensaft aus, kleine Geschäfte konzentrieren sich auf die Vielfalt erlesener Biere und in Seminaren erfahren Bremer mehr über die Kunst des Brauens.

„Bier hat Seele“

Nachdem in der Union Brauerei fast 50 Jahre kein Bier mehr gebraut wurde, sorgten Markus Zeller und Lüder Kastens vor drei Jahren für eine Wiederbelebung der Traditionsbrauerei, die einst von Bremer Wirten gegründet wurde.

Seitdem bringen sie immer wieder neue Biersorten auf den Markt – darunter auch ein echtes Bio-Bier. „Ein goldgelbes, malzbetontes Export mit einem modernen Hopfenaroma“, beschreibt Zeller die Kreation. Die Brauerei mit angeschlossenem Braugasthaus bietet neben Essen und Trinken auch Führungen und Bierseminare an.

„Bier hat Seele“, davon ist auch Markus Freybler überzeugt. Seit 2014 braut der gebürtige Bayer in Bremen sein eigenes Bier, das er unter dem Namen Hopfenfänger vertreibt. Mittlerweile hat er eine Handvoll Sorten im Programm, die in Supermarkt- und Getränkeketten genauso zu finden sind wie in Gastronomiebetrieben. Neben eigenen Kreationen bietet Freybler auch Brauseminare an, in denen Teilnehmer ihr eigenes Craft Beer herstellen können.

Helles und Dunkles

Bereits Anfang der 90er Jahre, als der Begriff Craft Beer noch nicht geläufig war, eröffnete in der Bremer Innenstadt die Gasthausbrauerei Schüttinger – sie ist die damit die älteste in der Hansestadt.

Angelehnt an die alte Tradition der Hausbrauereien wird hier seitdem vor den Augen der Gäste echtes Bremer Bier produziert. Die Auswahl des handwerklich produzierten Getränks ist schlicht, hier kommen lediglich zwei untergärige Biersorten auf den Tisch: Helles und Dunkles.

Start im Schnoor

Einer, der hingegen das Experimentieren liebt, ist Tobias Grebhan. Immer wieder kreiert der Mikrobrauer neue Sorten und versucht seinen Bieren so eine neue Note zu verpassen. Für den Craft-Beer-Fan fing alles mit einer kleinen Brauerei im Schnoor an, wo er seine ersten selbstproduzierten Flaschen verkaufte.

Die große Nachfrage machte vor zwei Jahren einen Umzug nach Horn-Lehe nötig. Das Interesse für Bier hat der Bremer quasi schon in die Wiege gelegt bekommen: Der Vater arbeitete als Braumeister fast 40 Jahre beim Großkonzern Beck’s.

40 Bier vom Fass, 100 aus der Flasche

„Doch Bier herzustellen ist nicht so leicht“, sagt Grebhan. Die Qualität ist eine echte Herausforderung.“ Etwa eine Handvoll Sorten produziert er regelmäßig, dazu kommen weitere limitierte Sondereditionen. Inzwischen hat Grebhan weiter expandiert und mit Two Beers vergangenes Jahr in der Feldstraße 19 eine kleine Brauereigaststätte eröffnet.

Wer sich durch die ganze Bandbreite des Craft Beers probieren möchte, der kann in der Craft-Beer-Bar Am Wall 175 zwischen rund 40 Fassbieren und etwa 100 Flaschenbieren wählen. Auch das Brolters Vor dem Steintor 140 bietet eine große Auswahl für Zuhause.

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