Sie begeben sich mit Alleinerziehenden gemeinsam auf den Weg: Mitarbeiter, Projektverantwortliche und Partner des Projekts VIA – Vermittlung und Integration von Alleinerziehenden in Arbeit. Foto: Harm Sie begeben sich mit Alleinerziehenden gemeinsam auf den Weg: Mitarbeiter, Projektverantwortliche und Partner des Projekts VIA – Vermittlung und Integration von Alleinerziehenden in Arbeit. Foto: Harm
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VIA: Neues Projekt für Alleinerziehende in Bremen

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Das Projekt VIA hilft Alleinerziehenden dabei, in eine existenzsichernde Arbeit zu kommen, denn viel zu oft stehen sie noch vor Herausforderungen. In dieser Woche ist der Standort in Bremen-Nord eröffnet worden.

„Mehr Unterstützung bei Weiterbildung“, „Arbeitszeiten flexibel machen“ und eine bessere Integration von Alleinerziehenden – diese und weitere Wünsche haben Alleinerziehende in einer Studie der Arbeitnehmerkammer Bremen mit dem Titel „Alleinerziehend – ein Kaleidoskop von Lebens- und Arbeitssituationen“ geschildert.

Die Befragung von mehr als 1.200 Alleinerziehenden im Land Bremen, veröffentlicht im vergangenen Jahr, hat sich mit dem Lebenslagen der Bevölkerungsgruppe befasst. Und die sind häufig durch eine Vielzahl von Herausforderungen gekennzeichnet, sei es die Kinderbetreuung, die Organisation des Haushaltes und finanzielle Nöte. Das Armutsrisiko ist groß.

Ein paar Zahlen aus dem Jahr 2016 zur Verdeutlichung: 15.700 Alleinerziehende mit einem Kind unter 18 Jahren haben in Bremen gelebt, mehr als 90 Prozent davon waren Frauen. 9.100 der Alleinerziehenden waren als erwerbstätig registriert, 6.000 davon arbeiteten in Teilzeit. Grundsicherung (ganz oder aufstockend) erhielten 9.578 alleinerziehende Bedarfsgemeinschaften. Mehr als 3.400 waren arbeitslos gemeldet.

VIA unterstützt Alleinerziehende

Die Arbeitnehmerkammer Bremen hat aus der Studie Appelle an die Politik abgeleitet und fordert unter anderem eine Berufsausbildungsoffensive. „Ein Berufsabschluss ist unabdingbar für die Aufnahme von Arbeit und Basis für existenzsichernde Arbeit“, heißt es am Ende der Studie. Es brauche mehr passfähige Angebote sowie Unterstützung für Alleinerziehende.

Um auf die Situation zu reagieren, haben sich mehrere Akteure für das Projekt VIA zusammen geschlossen. Dieses soll Alleinerziehende dabei unterstützen, schrittweise in eine existenzsichernde Arbeit zu kommen. VIA steht dabei für „Vermittlung und Integration von Alleinerziehenden in Arbeit“.

Kinderbetreuung während der Betreuung

Die drei Mitarbeiterinnen des VIA-Projekts haben ihre Arbeit bereits vor ein paar Wochen aufgenommen. Dienstag sind schließlich die Räume für den Standort in Bremen-Nord eröffnet worden: Alleinerziehende können sich im Eldon-Burke-Haus, Charlotte-Wolf-Allee 14, beraten lassen. „Eine Lösung von der Stange gibt es bei uns nicht“, sagt VIA-Mitarbeiterin Naranja Vijayakumar.

Ein Deutschkurs, eine Führerscheinprüfung, ein Ausbildungsplatz, der Wiedereinstieg in den Beruf oder eine Weiterbildungsmöglichkeit – das, was Alleinerziehende brauchen, ist ganz individuell und eben so sollen auch die Gespräche sein. Wer sich beraten lassen möchte, muss sich keine Gedanken um die Kinderbetreuung machen: Auf sie passen Mitarbeiter direkt vor Ort auf.

„Es darf kein Hindernis sein, Kinder zu haben“

Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen hat für VIA aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Bremen zwei Projektträger mit der Durchführung beauftragt: das Mütterzentrum in Osterholz-Tenever und das Berufsförderungswerk der Stiftung Friedehorst in Lesum. Sie arbeiten mit dem Jobcenter und anderen Akteuren zusammen.

„In Bremen gibt es überdurchschnittlich viele Alleinerziehende“, sagte Wirtschafts-Staatsrat Ekkehart Siering bei der Eröffnung. Ihre Lebensumstände sollen mit Hilfe des Projekts verbessert werden. „Es darf kein Hindernis sein, Kinder zu haben“, sagte Susanne Ahlers, Geschäftsführerin des Jobcenters Bremen. Arbeitgeber fürchten, dass Alleinerziehende zu oft fehlen und nicht flexibel sind. Auf sie müsse man zugehen, so Ahlers.

Die Mitarbeiterinnen des Projekts VIA am Standort in Bremen-Nord sind unter 0421/63 81 99 06 erreichbar. Weitere Informationen gibt es auch unter alleinerziehende-in-arbeit.de

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