Im Bundestag nahm die Gruppe an einer Plenarsitzung teil. Foto: Suhren Im Bundestag nahm die Gruppe an einer Plenarsitzung teil. Foto: Suhren
Politische Bildung

Jeder Abgeordnete darf 150 Bürger einladen

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Politik hautnah erleben und Einblick in das politische Treiben in Berlin bekommen: Das Bundespresseamt stellt jedem Abgeordneten des Deutschen Bundestages jährlich 150 Plätze für Fahrten zur Verfügung.

50 Frauen und Männer aus Delmenhorst, der Wesermarsch und dem Oldenburger Land verbrachten auf Anregung von Astrid Grotelüschen (CDU) vier Tage  (13. bis 16. Juni) in Berlin. Der Delme Report reiste als Beobachter mit.

Inhaltlich geht es bei der Fahrt vor allem um politische und geschichtliche Bildung. Die Tage sind randvoll gefüllt mit Programmpunkten, so dass bereits vor Antritt der Reise jedem klar wird, mit einer Vergnügungsreise hat das alles nichts zu tun.

Eine Führung durch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ist nur einer von vielen Programmpunkten der prall gefüllten viertägigen Berlinreise. Foto: Suhren

Eine Führung durch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ist nur einer von vielen Programmpunkten der prall gefüllten viertägigen Berlinreise. Foto: Suhren

Bei der aktuellen Tour liegen die Schwerpunkte auf der Geschichte der DDR, aber auch auf dem Dritten Reich und der Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland.

Als Reiseleiter fungiert Karl-Ernst Thümler, Wahlkreismitarbeiter von Astrid Grotelüschen. Er hat bislang 50 oder 60 solcher Touren organisiert. Vor Ort in Berlin wird er von Peter Wawrzyniak, einem freien Mitarbeiter des Bundespresseamtes (BPA) und Gästeführer unterstützt. Dessen umfangreiches Wissen über die Historie, aber auch die tagesaktuellen Ereignisse in der Hauptstadt – geboren wurde er in Charlottenburg – tragen dazu bei, dass selbst die langwierigen Fahrten im Reisebus durch Berlin spannend und kurzweilig ablaufen.

„Das Bundespresseamt (BPA) als nachgeordnete Behörde des Bundeskanzleramtes stellt jedem Abgeordneten und jeder Abgeordneten des Deutschen Bundestages jährlich 150 Plätze für Fahrten zur Verfügung“, berichtet Konrad Köthke-Toussaint, Büroleiter von Astrid Grotelüschen. Daraus ergeben sich jährlich drei Fahrten à 50 Personen. Teilnehmen kann jeder Bürger nach vorheriger Anmeldung beim Bürgerbüro der Abgeordneten.

„Das Reiseprogramm und die Hotelauswahl wird durch das Bundespresseamt festgelegt“, erzählt Karl-Ernst Thümler und fügt hinzu: „Ich suche aus einer vorgegebenen Programmliste die gewünschten Punkte aus und kann zusätzlich Wünsche äußern, wie beispielsweise eine Schifffahrt auf der Spree mit Abendessen.“ Auf der vorgegebenen Programmliste befinden sich vor allem Besuche und Führungen durch Gedenkorte und ein Besuche bei einem Ministerum. Bei der aktuellen Reise wird das Bundesinnenministerium besichtigt.

Zu DDR-Zeiten ging keiner der Häftlinge über diesen Innenhof der damaligen Haftanstalt Hohenschönhausen. Foto: Suhren

Zu DDR-Zeiten ging keiner der Häftlinge über diesen Innenhof der damaligen Haftanstalt Hohenschönhausen. Foto: Suhren

Kaum in Berlin angekommen geht es sogleich mit der politischen Bildung los. Erster Halt ist die Gedenkstätte Hohenschönhausen. Hierbei handelt es sich um die ehemalige zentrale Untersuchungshaftanstalt der Stasi.

Das Gelände ist überfüllt mit Gruppen, vor allem zahlreiche Schülergruppen sind anwesend, so dass die unheimliche Stimmung in dem Gebäude etwas abgemildert wird. Die emotional geleitete Führung gibt einen guten Einblick in die damalige Zeit und macht deutlich, wie wichtig das Erinnern ist.

Zum Hintergrund: Anfang 1951 übernahm das Ministerium für Staatssicherheit in der DDR das Gefängnis und nutzte es bis 1989 als zentrale Untersuchungshaftanstalt. Der riesige Gebäudekomplex war Teil eines geheimen Sperrbezirks, den zu DDR-Zeiten kein normaler Bürger betreten durfte.

Die Inhaftierten wurden physisch und vor allem psychisch gefoltert.
Dieser erste Punkt der Reise macht deutlich wie wichtig es ist, etwas anzusehen und erklärt zu bekommen, um es wirklich zu begreifen.

Kurzbesuch im Bundesinnenministerium. Foto: Suhren

Kurzbesuch im Bundesinnenministerium. Foto: Suhren

Genauso geht es vielen der Besucher auch am Donnerstag, als die Gruppe an einer Plenarsitzung im Deutschen Bundestag teilnimmt. Für das anschließende Gespräch und das obligatorische Gruppenfoto mit Astrid Grotelüschen bleibt an dem Tag jedoch kaum Zeit. Auf die Abgeordneten kommen bis in die Abendstunden hinein namentliche Abstimmungen und Verhandlungen zwischen den Fraktionen zu.

„Donnerstag ist der Hauptdebattentag“, berichtet Grotelüschen. Ihre Arbeitstage beginnen in Berlin in der Regel um 7 Uhr und gingen in den jüngsten Wochen häufig bis ein Uhr nachts. Außerhalb der Sitzungswochen hält sie sich nicht in Berlin, sondern in ihrem Wahlkreis auf.

Beindruckender Blick von der Reichtagskuppel. Foto: Suhren

Beindruckender Blick von der Reichtagskuppel. Foto: Suhren

Zwei Vollzeitkräfte und eine Halbtagskraft beschäftigt sie in ihrem Büro in Berlin. „Es kommen täglich 200 bis 500 Mails an“, sagt Konrad Köthke-Toussaint. Des Weiteren würden Anträge häufig viele Seiten umfassen und schon mal bis zu zwei Jahre Arbeitszeit in Anspruch nehmen.

Jedes Jahr begrüßt Astrid Grotelüschen auch eine Vielzahl von Schülergruppen, die im Rahmen von Klassen- und Abschlussfahrten die Hauptstadt besuchen und Interesse an einem Gespräch im Bundestag und gegebenenfalls einem Besuch der Reichstagskuppel haben. „In der aktuellen Woche besuchten sie mehr als 200 Schüler von Schulen aus Ahlhorn, Brake, Wildeshausen und Nordenham“, teilt ihr Büroleiter mit.

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