Jonte von Döllen begeistert sich für die Bremer Subkultur. Aus der Szene möchte er mehr Künstler zur Breminale holen. Foto: Schlie
Interview

Breminale bald auch am Café Sand?

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Bremens größtes Festival am Osterdeich steht wieder in den Startlöchern. Ab Mittwoch geht es los. Wir haben vorab mit dem künstlerischen Leiter Jonte von Döllen über die Zukunft des Festivals gesprochen.

Weser Report: Herr von Döllen, am kommenden Mittwoch beginnt die Breminale 2018. Was zeichnet dieses Festival aus?

Jonte von Döllen: Die Besucher können das Festival erleben, ohne einen Cent auszugeben. Das komplette Programm ist umsonst zugänglich. Es herrscht auch kein Konsumzwang. Die Besucher können ihre Flasche Wein, Limo oder Cola mitbringen. Und im Gegensatz zu anderen großen Musikfestivals gibt es ein Rahmenprogramm, einen kulturellen Schwerpunkt. Außerdem ist die Breminale eng mit der Stadt verzahnt.

Da der Eintritt frei ist, wird es keine Bands aus der Top-Liga geben?

Genau. Die Breminale arbeitet nicht mit den ganz Großen. Das können und wollen wir nicht. Unsere Bühnen sind auch nicht für die ganz großen Acts ausgelegt. Wir haben aber einen großen Anspruch, mit regionalen Bands zu arbeiten und mit Künstlern, die ihre musikalische Karriere hier gestartet haben, aber jetzt auswärts arbeiten und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind.

Nach welchen Kriterien wählen sie denn die Künstler für das Festival aus?

Wir haben schon den Anspruch, auf einem Großteil der Bühnen professionelle Musiker auftreten zu lassen. Aber wir haben auch Bühnen für Künstler aus der freien Szene. Gemeinsam mit unseren Programmpartnern überlegen wir, wie bekommen wir einen möglichst guten Querschnitt der Bremer Kunstszene auf das Festival.

Wie groß ist der Einfluss der Stadt, die das Festival ja bezuschusst?

Der Einfluss ist nicht groß. In diesem Jahr war es etwas schwieriger, weil die Stadt es ja mit neuen Veranstaltern zu tun hat. Wir haben aber deutlich gemacht, dass wir das Rad nicht neu erfinden und keine neuen Strukturen etablieren wollen.

Ein neuer Veranstalter böte die Chance, das Programm zu erneuern.

Absolut. Das machen wir auch, aber sukzessive.

Die Breminale 2019 leiten Sie auch?

Wir vom Concept Bureau gehen davon aus, dass wir auch die Breminale 2019 ausrichten. Aber es gibt bisher nichts Schriftliches. Mit der Kulturbehörde und der Wirtschaftsbehörde haben wir verabredet, dass wir unmittelbar nach der diesjährigen Breminale darüber sprechen, wie es weitergeht.

Die Organisatoren der Breminale 2020 will Bremen durch eine Ausschreibung finden?

Das haben wir so verstanden.

Die Breminale 2018 bezuschusst Bremen mit bis zu 125.000 Euro. Wie finanziert sie sich darüber hinaus?

Es gibt die Zuschüsse aus den Partnerschaften. Der große Batzen kommt aber aus der Gastronomie. Die wird nach wie vor von der Breminale-Gesellschaft organisiert, aber sie gibt einen Großteil der Gastro-Einnahmen an das Concept Bureau ab. Die Breminale-Gesellschaft überschreibt uns ja auch die Rechte an dem Namen Breminale.

Wie viel zahlt das Concept Bureau dafür?

Da sind wir noch in Verhandlungen.

Das Concept Bureau haben Sie erst im vergangenen Dezember gemeinsam mit Boris Barloschky gegründet. Nur für die Breminale?

Wir haben es zunächst für die Breminale gegründet, sie wird auch das Hauptbetätigungsfeld bleiben. Aber das Bureau ist auch eine Agentur für Veranstaltungen darüber hinaus.

Was wird bei der Breminale 2019 anders sein als heute?

Das müssen wir mit unseren Partnern noch verhandeln. Aber die Kapazitäten der Breminale sind ausgelastet. Wir haben keine Orte mehr, um neue Bühnenkonzepte zu etablieren, trotzdem werden wir über neue Konzepte sprechen. Mein großes Steckenpferd ist die Bremer Subkultur. Sie fühlt sich seit mehreren Jahren nicht mehr so richtig zuhause auf der Breminale. Ich möchte, dass wir diese Leute wieder holen.

Also weiten Sie die Fläche für die Breminale aus?

Ja, das ist alles im Gespräch. Man könnte darüber nachdenken, mit dem Café Sand zu sprechen oder die Breminale bis zu den Weserterrassen hin auszuweiten. Wir könnten auch tief in den Stadtteil gehen. Darüber werden wir von September an sprechen.

Woran machen Sie den Erfolg der Breminale fest?

Ein Kriterium sind die Zuschauerzahlen, gerade für den Wirtschaftssenator mit Blick auf das Stadtmarketing und den Tourismus. Für den Kultursenator habe ich da ein größeres Fragezeichen. Wir werden mit vielen Leuten sprechen und uns deren Meinung anhören. Ich messe den Erfolg auch stark an der Stimmung auf dem Breminale-Gelände.

Breminale 2018. Hier geht´s zum Programm.

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