Die Delbus will ihren Fahrplan noch bessern an die Abfahrzeiten der Züge am ZOB anpassen. Foto: Meyer Die Delbus will ihren Fahrplan noch bessern an die Abfahrzeiten der Züge am ZOB anpassen. Foto: Meyer
Delbus

Große Reformpläne für Liniennetz und Fahrplan

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Neues Konzept der Delbus für den Linienbusverkehr überzeugt die Mitglieder des VVD-Betriebsausschusses. Stadtteile mit größerer Bevölkerungsdichte sollen ab 2020 besser angebunden werden.

Bevor das neue Konzept in der letzten Sitzung des VVD-Betriebsausschusses vor der Sommerpause vorgestellt werden konnte, beklagte eine Bürgerin, dass die Haltestelle „Riedeweg“ seit 2015 den größten Teil des Tages nicht mehr angefahren wird und somit fünf ältere Damen den Bus nicht mehr nutzen können.

Neues Delbuskonzept kommt voraussichtlich im Frühjahr 2020

Delbus Geschäftsführer Carsten Hoffmann erklärte, dass die betreffende Haltestelle nach dem neuen Konzept wieder vollumfänglich bedient werden soll. Zur Zeit ist das nicht möglich, weil sonst die Anschlüsse der Linie 204 am ZOB, aufgrund der zu knappen Fahrtzeit, in Gefahr gerieten.

Henrik Malow, Geschäftsführer der im ÖPNV-Bereich bundesweit tätigen Unternehmensberatung BbA aus Hamburg, verwies auf die immer knapper werdende Fahrzeit auf den Strecken, bedingt durch den zunehmenden Autoverkehr und dem demographischen Wandel. Auch das im Tagesverlauf verändertn Nutzungsverhalten der Fahrgäste sei einer der Hauptgründe für das Änderungskonzept der Delbus.

Pendler und Schüler nehmen zu

Insofern haben Malow und die Delbus ein Konzept erstellt, welches ab dem Frühjahr 2020 durch geschickte Verknüpfung der einzelnen Buslinien für mehr Fahrtzeit auf vielen Streckenästen sorgt und somit auch die Zuganschlüsse am Bahnhof sicherer gestaltet. „Das ist wichtig, da immer mehr Menschen täglich insbesondere zwischen Delmenhorst und Bremen pendeln“, sagt Marlow.

Die nun gestartete umfangreiche Liniennetzreform ist die erste seit fast 20 Jahren. Seitdem wurden nur punktuell Anpassungen in bestimmten Netzbereichen und im Fahrplan vorgenommen.
Zwei zusätzliche Busse im Tagesverkehr sollen auch innerhalb von Delmenhorst das Angebot verbessern.

Erste umfangreiche Liniennetzreform seit fast 20 Jahren

So soll dann unter anderem das Neue Deichhorst künftig statt im Stunden- im 30-Minutentakt bedient werden. Auch nördlich der Bahnschienen in Heidkrug soll der Bus verkehren und es wird eine neue Verbindung vom ZOB über Düsternort und Annenheide zu Zubrüggen eingerichtet. Nur die wenig genutzte stündliche Verbindung zwischen Bungerhof und Sandhausen will man einstellen, weil dort der Deichsprinter teilweise parallel zur Delbus stündlich verkehrt.

Außerdem sollen künftig in den frühen Abendstunden, am Samstagnachmittag und am Sonntag zu bestimmten Zeiten doppelt so viele Busse unterwegs sein wie bisher. Ebenso soll das Fahrplanangebot jeden Tag um eine Stunde verlängert werden.

Kosten betragen jährlich rund 65.000 Euro

Die Kosten des neukonzipierten ÖPNV-Angebotes schätzt die Delbus unter Anrechnung von Fördermitteln für die Jahre 2020 und 2021 auf rund 65.000 Euro, danach erhöhen sich die Kosten nach dem voraussichtlichen Wegfall von Fördermitteln um rund 320.000 Euro.

Die Ausschussmitglieder empfahlen dem Stadtrat einstimmig die Neukonzeption des Angebotes der Delbus anzunehmen. Der Ausschussvorsitzende Heiner Albers bat darum zu prüfen, ob das Konzept auch schon zum Winterfahrplanwechsel in 2019 umsetzbar sei. „Das gestaltet sich schwierig, da die benötigten Fahrzeuge frühestens Ende 2019 bei uns eintreffen würden“, erwiederte Carsten Hoffmann.

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