Die Operette „Ball im Savoy“ wird noch mehrfach gezeigt. Foto: Eckert Die Operette „Ball im Savoy“ wird noch mehrfach gezeigt. Foto: Eckert
Musikschule

Schwungvoll zum „Ball im Savoy“

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Das Ensemble der Musikschule der Stadt Delmenhorst wirbelt für die neue Operettenproduktion über die Bühne. Knapp drei Stunden lang herrscht auf der Bühne eine quirlige Dynamik, die einfach nur Vergnügen macht

Die Premiere der diesjährigen Musiktheaterproduktion der Musikschule der Stadt Delmenhorst (MSD) am Sonnabend im Theater „Kleines Haus“ war ein voller Erfolg. Die Operette „Ball im Savoy“ ist vermutlich eine der besten Inszenierungen, die das Team um MSD-Leiter Michael Müller je auf die Bühne gebracht hat. Auch kann man nicht müde werden das Städtische Orchester positiv zu betonen, dass es vermag, den vielseitigen musikalischen Bogen hervorragend leidenschaftlich darzubieten.

Drei Stunden quirlige Dynamik

Der „Ball im Savoy“ von Paul Abraham ist vor allem eines: in großem Maße unterhaltsam. Knapp drei Stunden lang herrscht auf der Bühne eine quirlige Dynamik, die einfach nur Vergnügen macht. Dafür sorgen – neben dem Chor, der ganz offensichtlich einen enormen Spaß an der Produktion mit seinen eingängigen Melodien hat – vor allem die gut besetzen Protagonisten Sylke Heil und Philipp Berse. Beide, Berse als Lebemann Marquis Aristide de Faublas und Heil in der Rolle seiner Ehefrau Madeleine, führen gesangsstark und souverän durch die Handlung im Nizza der 1930er Jahre.

In einer starken Nebenrolle als Modeschöpfer Monsieur Albert stellt Johannes Holzenkämpfer sein komödiantisches Talent unter Beweis. Verdient schenkt ihm das Publikum herzlichen Zwischenapplaus. Gekonnt setzt auch Ilka Lawendel ihre Figur um. Mit toller Stimme, viel Charme und in einem gold-glitzernden Kleid, dass auch den Besucher in der letzten Reihe des „Kleinen Hauses“ den Atem stocken lässt, schlüpft sie in die Rolle von Daisy Parker.

Humorvolle Akzente

Für einen großen Überraschungseffekt und einer gehörigen Portion Amüsement sorgt zudem Elke Swarowsky als holländische Tänzerin Tangolita. Mit dezentem Slapstick und lila Lockenmähne setzt er zusätzliche humorvolle Akzente im Stück.

Apropos Akzente: Den Hut kann man durchaus für das Bühnenbild, die Choreografien und die Kostüme ziehen, welche die frivole, freizügige und lebenslustige Welt im Savoy glamourös unterstreichen. Damit beweisen die Darsteller außerdem zusätzlichen Mut und Lust am gelingen der Produktion.

Stück mit wichtiger und imposanter Note

Dadurch, dass das Publikum bei der aktuellen Inszenierung auch den Kontext rund um die Operette, Paul Abraham und dessen jüdische Ensemblemitglieder erfährt, erhält der „Ball im Savoy“ der MSD eine zusätzliche durchaus wichtige und imposante Note. Am Ende, im Outro nach dem Schlussapplaus, hat wohl jeder Besucher eine Träne im Auge, oder zumindest einen dicken Kloß im Hals.

Weitere Aufführungen der Operette sind jeweils freitags, 31. August, 7. und 14. September sowie am Sonnabend, 15. September, jeweils um 19.30 Uhr im Theater „Kleines Haus“ an der Max-Planck-Straße in Delmenhorst. Nachmittagsvorstellungen, jeweils um 16 Uhr, sind am 2. und 9. September. Karten gibt es in der MSD an der Schulstraße 19, Telefon 04221 1 41 13.

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