Sonderkontrolle Neustadt Foto: Mader An manch eng beparkter Straße kommen die Einsatzfahrzeuge selbst dann nicht durch, wenn keine Verkehrswidrigkeiten vorliegen. Im Notfall muss die Feuerwehr Umwege fahren, wodurch wertvolle Zeit verloren geht. Foto: Mader
Verkehrskontrolle

Falschparker behindern Rettungskräfte

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Bei einer Sonderkontrolle haben Ordnungsamt und Feuerwehr in der Neustadt Falschparker überprüft, die nicht nur eine Verkehrswidrigkeit begehen, sondern im Notfall auch das Durchkommen von Rettungsfahrzeugewn behindern.

Insgesamt sprachen die Verkehrsüberwacher 90 Verwarnungen aus, drei Autos mussten sie abgeschleppen lassen.

Jeder Fall wird individuell entschieden

Bei der Kontrollfahrt verzichtete die Feuerwehr schon auf ein Löschfahrzeug und nahm stattdessen einen Transporter. Die Gefahr sei zu groß, stecken zu bleiben, wodurch das Löschfahrzeug im Notfall dann nicht verfügbar wäre, sagt die Leiterin des Ortsamtes, Sermin Riedel. Die Entscheidung, ob ein Falschparker verwarnt oder abgeschleppt wird, werde individuell für jeden Fall getroffen. Verantwortlich dafür seien die Verkehrsüberwacher.

„Bevor wir abschleppen, gucken wir immer, ob wir den Halter antreffen oder erreichen können“, sagt Riedel, „wir klingeln auch, wenn derjenige in der Nähe wohnt, allerdings muss der Aufwand verhältnismäßig bleiben.“ Es sei auch für die Verkehrsüberwacher einfacher, wenn der Halter sein Fahrzeug selbst entferne.

Im Notfall müssen Umwege gefahren werden

In einer Notsituation sei dafür keine Zeit: „Wenn wir nicht durchkommen, müssen wir uns einen Umweg suchen“, sagt Stefan Schlegel von der Feuerwehr Bremen. Er fährt an diesem Abend den Transporter. Es sei nicht der Fall, dass Löschfahrzeuge im Notfall grundsätzlich Beschädigungen an parkenden Autos in Kauf nehmen.

„Spiegel sind für uns kein Problem, aber wir können auch nicht unser Fahrzeug beschädigen, sodass es womöglich nicht mehr einsatzbereit ist.“
Er erzählt jedoch auch von einem Einsatz eines Kollegen, der sämtliche Außenspiegel abgefahren habe, da er nur so schnell genug war, um ein Menschenleben zu retten.

Straßen zu eng, auch ohne Verkehrswidrigkeiten

Ein Problem sei jedoch auch, dass an einigen Stellen eng geparkt werde, ohne dass eine Verkehrswidrigkeit vorliege, sagt Oberbrandinspektor Andreas Mogalle. „In manchen Straßen kann man dann noch auf den Bürgersteig fahren, wo beidseitig geparkt wird, nicht mehr.“

Auf die Falschparker kommen Kosten bis 65 Euro zu, für abgeschleppte Fahrzeuge fallen bis zu 400 Euro an.

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