Besonders stolz ist der Hobbyfotograf Edwin Farr auf seiner Höhen-Aufnahme von der Nordwolle (rechts unten). Foto: Konczak
Zeitreise

Fotografische Einblicke in eine andere Zeit

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Unter dem Titel „Delmenhorst – Impressionen einer Stadt der 60er und 70er Jahre", nimmt der Hobbyfotograf Edwin Farr Besucher mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit von Delmenhorst.

„Delmenhorst war schon immer eine wunderschöne Stadt“, sagt Edwin Farr als er am Montag seine Fotografien in der Stadtbücherei präsentiert. Er ärgere sich immer wieder darüber, dass die Stadt bei so vielen Menschen einen schlechten Ruf habe. Dabei sei Delmenhorst alles andere als hässlich. Das möchte der 80-Jährige der Öffentlichkeit noch bis zum 17. November mit mehr als 60 Farbaufnahmen beweisen.

Mit dem Auto durch die Lange Straße

Mit „Delmenhorst – Impressionen einer Stadt der 60er und 70er Jahre“, nimmt er den Betrachter mit auf eine kleine Zeitreise und zeigt „seine Stadt“, wie er oft betont, von einer Seite, die heute häufig kaum noch zu erahnen ist. Die Nordwolle aus schwindelerregender Höhe, das erste große Kepa-Warenhaus in der City oder die damals noch für Autos befahrbare Lange Straße sind nur einige der nostalgischen Momentaufnahmen, die in der Ausstellung zu sehen sind.

Voller Körpereinsatz und Stadt-Romantik

„Wo früher Kühe auf Wiesen weideten, sind neue Stadtteile mit Schulen und Kirchen entstanden“, erzählt Farr. Er habe erlebt, wie wertvolle Bauten zerstört, aber sich gleichzeitig auch viel Neues und Schönes entwickelt habe. Die Fotografien stammen aus einer Bild-Reportage, die Farr damals von der Volkshochschule angeboten bekam. Damals habe es zu wenig gutes Bildmaterial gegeben, hieß es von Seiten der VHS. Farr nahm seinen Auftrag ernst und stieg mit seiner Pentax LX-Kamera nicht nur auf Hochhäuser und Wasserturm, auch vor dem damaligen Gasometer wurde kein Halt gemacht. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Neben Aufnahmen aus der Höhe, hatte Farr auch einen Sinn für stimmungsvolle Motive. So werden die Ausstellungswände ebenso von ästhetischen Bildern gespickt: Die Graftanlage im verwunschenen Licht, grüne Wiesen mit farbenfrohen Blüten sowie idyllische Sonnenuntergänge. „Ich hatte schon immer einen Sinn für Romantik. Am wichtigsten an einem Bild ist, dass es einen fesselt.“, verdeutlicht er.

Bücherei als Plattform

Für Anika Schmidt, Leiterin der Stadtbücherei Delmenhorst, sind die Bilder ein echter Gewinn. „Auch für uns ist die Stadtgeschichte ein interessantes Thema“, so Schmidt. Gerne diene man als Plattform, wenn die Menschen etwas spannendes zu präsentieren haben.

Für Freunde der Delmenhorster Geschichte

Wer historisch noch etwas dazulernen möchte, ist zudem am Freitag, 26. Oktober in der Stadtbücherei genau richtig aufgehoben. Zum Welttag des audiovisuellen Erbes, am 27. Oktober, zeigt das Team der Bücherei und des Medienpädagogischen Zentrums ab 19 Uhr, wieder digitalisiertes Filmgut. „Dieses Mal wird es um das Thema Wirtschaft gehen“, verrät Schmidt. Zu Gast sind Stadtbaurätin Bianca Urban und Stadtarchivar Christoph Brunken. Der Eintritt ist frei.

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