Frauenklinik, Sitz des Bauamts Bremen-Nord und Unterkunft für geflüchtete Menschen – das Hartmannstift hatte schon viele Bestimmungen. Archivfoto: WR Frauenklinik, Sitz des Bauamts Bremen-Nord und Unterkunft für geflüchtete Menschen – das Hartmannstift hatte schon viele Bestimmungen. Archivfoto: WR
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Zukunft für das Hartmannstift wird immer ungewisser

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Nach eineinhalb Jahren voller Verhandlungen hat sich der Investor aus dem Projekt Hartmannstift zurückgezogen. Wie es weitergeht, ist unklar. Indes sorgt die Absage von Immobilien Bremen an der Beiratssitzung für Kritik.

Eigentlich wollte sich der Beirat Vegesack bei der Sitzung am kommenden Donnerstag über den aktuellen Stand beim Hartmannstift informieren – zum wiederholten Male. Der Projektträger Immobilien Bremen (IB) war eingeladen. Doch dann kam Ende der vergangenen Woche die Nachricht, dass sich der potenzielle Investor aus dem Projekt zurückgezogen hat und die Vertragsverhandlungen gescheitert sind.

Das frühere Krankenhausgebäude steht seit mehreren Jahren zum Verkauf. Der Unternehmer Wilhelm Hartmann hatte es 1885 als Krankenhaus für Vegesack gestiftet. Bis 1988 war dort die Frauenklinik des Zentralkrankenhauses Bremen-Nord untergebracht. Das Bauamt Bremen-Nord saß bis 2010 in dem Komplex. Mit dem Auszug begann auch die Suche nach Ideen für das Gebäude. Zuletzt waren dort Flüchtlinge aus Krisenregionen untergebracht. Im Mai 2015 erfolgte schließlich eine zweite Ausschreibung, bei der auch Nutzungskonzepte abgegeben werden sollten.

Erneute Ausschreibung oder Gebäude im Bestand?

Nach Beratungen mit dem Bauamt Bremen-Nord, Beirat und Ortsamt folgten erste Gespräche und Verhandlungen mit einem Bremer Investor. Jenem Investor, der nun abgesprungen ist. Er verwies laut Mitteilung des Finanzressorts auf die derzeit schwierigen Rahmenbedingungen für die Immobilienbranche. Über die Verhandlungen und die Planungen selbst ist nur wenig bekannt. Wohnungen und Gewerbe sind geplant. Details sollen nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Lediglich der Beiratssprecher, sein Stellvertreter und der Ortsamtsleiter bekommen Einblicke – dürfen aber nicht darüber sprechen.

Wie es nun mit dem Hartmannstift weitergeht, steht noch nicht fest. „Die Stadtgemeinde Bremen wird zunächst prüfen, ob eine weitere Ausschreibung erfolgt oder ob das Hartmannstift vielleicht doch im Bestand gehalten und für öffentliche Zwecke genutzt wird“, sagt Peter Schulz, Sprecher von Immobilien Bremen.

Das Thema Hartmannstift bleibt aber auf der Tagesordnung für die Beiratssitzung. In welchen Umfang beraten wird, zeigt sich dann am Donnerstag. IB hat die Teilnahme an der Sitzung jedenfalls abgesagt. Sobald erste präsentierbare Ergebnisse über die zukünftige Planung der Liegenschaft vorliegen, nehme IB an einer Beiratssitzung teil, so Schulz. Vorerst werde es ein Gespräch zwischen Immobilien Bremen sowie dem Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt und den Fraktionssprechern geben.

„Das Thema muss an die Öffentlichkeit“

Die Bürger in Wut (BiW) kritisieren das Vorgehen. „Von dubiosen Treffen in Hinterzimmern halten wir nichts“, sagt Cord Degenhard, BiW-Fraktionssprecher im Vegesacker Beirat. Teilnehmen wolle man daher nicht. Viel mehr fordere die Partei Immobilien Bremen auf, wie geplant, an der Sitzung am 13. Dezember teilzunehmen. „Das Thema muss an die Öffentlichkeit“, so Degenhard.
Beiratssprecher Jürgen Hartwig (SPD) erhofft sich von dem Treffen mit IB viele Antworten. „Ich erwarte, dass man uns die Gründe vorlegt, warum der Investor nach eineinhalb Jahren Verhandlungen aussteigt und die Investition als unwirtschaftlich bewertet“, sagt Hartwig.

Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt hatte schon länger befürchtet, dass sich der Investor zurückziehen könnte. „Nun müssen wir nach vorne schauen und die Karten neu mischen“, so Dornstedt.

Die Sitzung des Beirats beginnt am 13. Dezember, um 18.30 Uhr, im Sitzungssaal des Ortsamts Vegesack, Gerhard-Rohlfs-Straße 62. Dabei geht es auch um den Sachstand zum Oeversberg sowie um die Umsetzung des Integrierten Entwicklungskonzepts Grohn.

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