Ein Einsatz, von dem die Öffentlichkeit wenig mitbekommen hat: Nachdem im August im Klärwerk Farge mehrere Pumpen ausgefallen waren, war der hiesige THW-Ortsverband im Einsatz. Foto: THW Ein Einsatz, von dem die Öffentlichkeit wenig mitbekommen hat: Nachdem im August im Klärwerk Farge mehrere Pumpen ausgefallen waren, war der hiesige THW-Ortsverband im Einsatz. Foto: THW
Einsätze

Ein volles Jahr für das Technische Hilfswerk

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Moorbrand, Tietjensee und viele Einsätze drum herum: Innerhalb weniger Wochen hatte der Bremen-Norder-Ortsverband des THW außergewöhnliche Einsätze. Hier erzählen die Ortsbeauftragten wie sie das Jahr erlebt haben.

2018 ist wohl eines dieser Jahre, in denen das Technische Hilfswerk (THW) als Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes wieder mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt ist. Häufig kommen die ehrenamtlichen Helfer bei Hochwasser und Sturmschäden zum Einsatz. In diesem Jahr waren die drei Großbuchstaben aber auch bei der Berichterstattung über den Moorbrand in Meppen, den Brand bei Lürssen oder über den Tietjensee zu lesen.

Auch Holger Lindhorst, Ortsbeauftragter des THW-Ortsverbands Bremen-Nord, spricht von außergewöhnlichen Einsätzen. Nicht in der Anzahl der Einsätze – die seien im Vergleich zum Vorjahr ähnlich – aber die Art der Einsätze und dass sie zeitlich so eng beieinander lagen, sei ungewöhnlich, so Lindhorst. Und genau das erforderte auch eine gut geplante Logistik.

Um den Moorbrand in Meppen im September einzudämmen, musste über Strecken von bis zu acht Kilometern Wasser gefördert werden. Mehrere tausend Liter Wasser pro Minute flossen durch die Rohre. „Es hat mich sehr beeindruckt das zu sehen. Rohre verlaufen über die Straße und quer durch den Ort“, sagt Heinz-Georg Großer, stellvertretender Ortsbeauftragter. Er ist seit 20 Jahren beim THW, aber so etwas habe er noch nicht mitgemacht.

Erst Meppen, dann ab nach Schwanewede

Aus dem Ortsverband Bremen-Nord waren 27 Ehrenamtliche in Meppen dabei. Ihre Aufgabe war es unter anderem ein Camp für mindestens 500 Leute innerhalb von 48 Stunden zu errichten. Schließlich benötigten die Helfer Betten zum Schlafen, Essen und Getränke. „Das ist eine große logistische Aufgabe. Das THW rückt selten für ein, zwei Tage aus. Wir machen uns Gedanken, ein, zwei oder drei Wochen zu bleiben“, sagt Großer. 4.103 Einsatzstunden leisteten allein die Mitglieder des hiesigen Ortsverbandes in Meppen. Wenige Tage nachdem der Einsatz beendet war, ging es weiter nach Schwanewede – 35 Millionen Liter Wasser aus dem Tietjensee pumpen.

Um diese Herausforderung zu meistern, sind die Mitglieder speziell ausgebildet. Jeder, der beim THW neu anfängt, absolviert eine Grundausbildung. Anschließend folgen Weiterbildungen. In Bremen-Nord gibt es drei Einheiten. Neben einem Technischen Zug mit diversen Pumpen sind das die Fachgruppen Führung und Kommunikation sowie Logistik/Materialerhaltung. Werden die Fachgruppen angefordert, geht die Arbeit beim Ortsverband los: Mitglieder mit entsprechender Qualifikation werden benachrichtigt, Arbeitgeber kontaktiert – schließlich fällt der Mitarbeiter vorerst aus.

Jugendarbeit ist für das THW besonders wichtig

Im Ortsverband Bremen-Nord sind 80 Mitglieder aktiv. „Eigentlich brauchen wir doppelt so viele“, sagt Lindhorst. Doch inzwischen sei es schwieriger an Leute zu kommen. Vor vielen Jahren konnte man sich beim THW im Zuge des Wehrersatzdienstes verpflichten. Doch diesen Dienst gibt es nicht mehr. Lindhorst weiß, wie wichtig daher eine gute Jugendarbeit ist. Und die läuft mit 20 Jugendlichen auch gut.

Das Einzugsgebiet für den Ortsverband Bremen-Nord ist groß. Mitte der 90er Jahre fusionierten die Gruppen in Vegesack und im Bremer Westen zum heutigen Ortsverband Bremen-Nord mit Sitz an der Togostraße in Gröpelingen. Entsprechend kommen die Mitglieder auch heute noch größtenteils aus Bremen-Nord, Gröpelingen, Walle und Findorff.

Wer Lust hat, beim THW mitzumachen, kann immer mittwochs ab 19 Uhr beim Ortsverband Bremen-Nord an der Togostraße 44 vorbeischauen.

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