Um mehr Schwimmkurse für Kinder anbieten zu können, sollen auch Hotelpools für den Unterricht geöffnet werden. Symbolfoto: WR
Schwimmunterricht

Schwimmkurse: Hotelpools für Kinder öffnen

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Unternehmer fordert: Herbergen sollen Becken für mehr Schwimmkurse freigeben.

Über die Hälfte der zehnjährigen Kinder in Deutschland kann laut einer DLRG-Umfrage nicht schwimmen. Ein Faktor für diese Entwicklung ist die schrumpfende Zahl an Schwimmbädern.

„Gerade in Bremen haben Schwimmlehrer Probleme, genügend Platz für ihre Schwimmkurse zu finden“, sagt Sascha Krone. Dagegen wollte der gebürtige Essener etwas unternehmen – und gründete deshalb die Initiative „Pool2Share“.

Kapazitäten für Kurse schaffen

Die Idee: Gemeinsam mit dem Deutschen Schwimmlehrerverband (DSLV) will Krone private Pools und Hotelpools über die Website pool2share.com zur stundenweisen Vermietung an Schwimmlehrer oder Privatpersonen vermitteln.

„Leider werden die rund 2.000 Hotelpools in Deutschland viel zu selten genutzt. Wenn wir es schaffen, in Deutschland nur zehn Prozent der Hotels dafür zu begeistern, ihren Pool zur Verfügung zu stellen, dann können wir pro Woche für weitere 5.000 Kinder Kurse anbieten“, gibt Krone als Ziel aus.

Bremer Hotels bisher nicht dabei

Auch in Bremen ist das Projekt nun angelaufen – bisher allerdings mit mäßigem Erfolg. Laut Krone hat bisher ein Hotel zugesagt, es erwies sich aber aufgrund von baulichen Begebenheiten des Pools als ungeeignet.

„Hotels haben genügend Pflichten zu erfüllen, deshalb fände ich es falsch, wenn so etwas verpflichtend sein würde“, sagt Thomas Schlüter, Geschäftsführer des Branchenverbands Dehoga Bremen. „Wenn das allerdings auf freiwilliger Basis geschieht und für eine entsprechende Haftung gesorgt ist, ist das durchaus eine nette Idee“, so Schlüter.

Etwas konkreter wird Karsten Kenneweg: „Das Dorint Park Hotel wird sich nicht am Projekt beteiligen, aus Kapazitätsgründen ist das nicht möglich“, erklärt der Hoteldirektor. Das Maritim Hotel, das ebenfalls über eine Poolanlage verfügt, sieht laut einer Sprecherin ebenfalls von einer Zusammenarbeit mit „Pool2Share“ ab.

Auflagen und Haftung beachten

Martina Baden, Chefin der Gesellschaft Bremer Bäder, ist für die Idee dankbar. „Der Bedarf an Wasserfläche ist in Bremen sehr groß und daher versuchen wir schon, jede freie Bahn oder Zeit auch der Öffentlichkeit oder anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen“, sagt sie.

Gleichzeitig gibt sie zu bedenken: „Oft sind private Pools für diese Art der Nutzung gar nicht ausgelegt. Die Auflagen und Haftungsrisiken sind beträchtlich. Da wird man also jedes Mal eine Einzelfallentscheidung treffen müssen“, so Baden.

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1 Antwort

  1. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Sozial-Zirkus?

    Wie viele Unternehmer wollen sich noch auf Kosten der Bremer Bürger und ihres Leids mit Rot-Grün-Rot, oder der Bürger der Bundesrepublik und ihres Leids unter der GroKo mit der Bundeskanzlerin profilieren?

    Von der Teilhabe am Leben weitestgehend ausgegrenzte und einkommensdiskriminierte alleinstehende Bremer Christen mit Behinderungen, dafür kinderlos und ohne Familie oder Verwandtschaft auf der Welt, die noch dazu in der Schule zum Schwimmen lernen wie auch zum Sportunterricht gezwungen worden sind, kalkulieren im Sinne ihrer individuell notwendigen Integrationsmöglichkeiten anders.

    Sofern heute schon über die Hälfte der Zehnjährigen nicht schwimmen können, ist es in zehn oder zwanzig Jahren so, dass deren Kinder das Interesse daran nicht von ihren Eltern vermittelt bekommen. Eine hervorragende Entwicklung. Denn die nachfolgenden Altersklassen der jetzt Zehnjährigen, werden ebenfalls zu einem hoffentlich noch größeren Anteil nicht mehr schwimmen können.

    Die eingesparten Kosten für Schwimmpersonal können aktuell also besser für die Integration der höchst Einkommensdiskriminierten und weitest Ausgegrenzten der Gesellschaft verwendet werden. In Bremen kann man die 640 Mio. Euro Ausgleichsabgabe, die Unternehmen zahlen, die nicht die Stellenbesetzung nach Quote für Schwerbehinderte erfüllen, müssen hier dringend aufgestockt werden, um zuerst einmal alleinstehende Menschen mit Behinderungen in Vollzeit am ersten Arbeitsmarkt zu integrieren und Bedürftigen einen Homeoffice-Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst einzurichten.

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