„Viele, die den Korn verkosten, können sich nicht vorstellen, dass es Korn ist“, sagt der Bremer Hauke Eimann, der seine Produkte unter der Marke Güldenhaus vertreibt. Foto: Lohmann
Schnaps

Güldenhaus: Bremer Tradition neu gedacht

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Gründer Hauke Eimann lässt mit seinem Korn die Marke Güldenhaus wieder aufleben.

Korn hat nicht den besten Ruf, doch inzwischen wagen sich immer mehr Gründer an die einst verhasste Spirituose. So auch Hauke Eimann, der die Bremer Traditionsmarke Güldenhaus wieder aufleben lässt und Korn zum Lifestyleprodukt machen möchte.

Es war ein lauer Abend in der Hansestadt, als Eimann sich mit Freunden über Bremer Traditionsmarken unterhielt. „Die Marke Güldenhaus kam dabei immer wieder auf“, erinnert sich der Schwachhauser, der die urbremische Spirituose noch von seinem Großvater kennt.

Marke Güldenhaus zurück holen

Als die Geschichte der Firma 1818 begann, waren weder Eimann noch sein Opa auf der Welt. Bis 1999 wurde in der Bremer Neustadt produziert, bis dahin lieferte Güldenhaus unter anderem den Doppelkorn „Eiswette“ für die gleichnamige Bremer Traditionsveranstaltung.

Hauke Eimann erwarb schließlich die Namensrechte und gründete Güldenhaus neu – mit dem Ziel, die Traditionsmarke wieder aufleben zu lassen. „Ich wollte das Thema, das hier bereits verwurzelt war, wieder zurück nach Bremen holen“, sagt er.

Für Nostalgiker und Lokalpatrioten

Doch womit genau? Klar war: Es sollten handwerklich hergestellte Genussprodukte sein. Eimann, der einst eine Ausbildung auf einem hessischen Weingut in der Nähe von Worms machte, hatte bereits im Studium 2009 einen Rebensaft kreiert, der seitdem im Keller lagerte.

Güldenhaus schien das perfekte Label für den guten Tropfen zu sein, schließlich spreche der Markenname sowohl Nostalgiker als auch Lokalpatrioten an – und passte zur Bremer Tradition als Weinhandelsstadt.

In Teamarbeit entwickelt

Dann kam der Korn, der bei vielen als billiger Fusel verschrien war. „Da war die ganze Welle um die Spirituose noch nicht losgetreten“, sagt Eimann. Die Herausforderung, einen Korn zu produzieren, lag also nicht nur im Geschmack, sondern auch in der Gestaltung.

Schließlich stieß er auf die Dampfkornbrennerei Lüning im niedersächsischen Sulingen – ein Familienbetrieb mit Erfahrung, die bis ins Jahr 1779 reicht.

Mit Geschäftsführer Torben Lüning entwickelte er innerhalb eines halben Jahres den ersten Güldenhaus-Korn.

Lagerung in Niedersachsen

Weich und klassisch sollte er sein, „dass man den Weizen noch rausschmeckt“, sagt Eimann. „Viele, die ihn verkosten, können sich nicht vorstellen, dass es wirklich Korn ist.“

Bevor der Schnaps abgefüllt wird, lagert er bei Lüning einige Wochen in den traditionellen Tongefäßen.

Weitere Produkte auf dem Markt und in Planung

„Anfangs wurden wir noch sehr belächelt“, sagt Hauke Eimann. Inzwischen gelten seine Produkte als kleiner Geheimtipp. „Die Aversion gegen Korn bröckelt langsam.“ Es folgten ein Wacholder auf Kornbasis und ein Kaffee-Korn.

Auch Rot- und Weiß-Wein gehören zum festen Sortiment. Der Güldenhaus-Gründer experimentiert viel und will in diesem Jahr ein neues Produkt auf den Markt bringen. Was genau, das verrät er noch nicht – nur so viel: „Es wird auf die Historie eingehen. Die Älteren werden es also wahrscheinlich kennen.“

von Insa Lohmann

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1 Antwort

  1. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Eine interessante Petition ist unter der Nummer 97442 auf den Seiten des Deutschen Bundestages zu finden. Insbesondere das Diskussionsforum bietet zum Thema Alkohol und dessen Konsum in der Öffentlichkeit, beispielsweise bei Bundesligaspielen des ortsansässigen Bolzclubs, Anlässe zum Nachdenken auch im Sinne der Gewaltprävention, wie sie – die Gewalt, zumeist auch unter aggressiver machendem Alkoholkonsum -beispielsweise im Umfeld von Diskotheken an der Tagesordnung ist.

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