Auch wenn es dem Restaurant an Farbe fehlt, das vegane, frische Essen liefert genug Gründe für einen­ weiteren Besuch.Foto: Barth
Gastrotest

Lecker auch ohne Fleisch

Von
Vegefarm Restaurant überzeugt geschmacklich, wenn auch nicht mit Ambiente.

Ambiente 

Das Restaurant ist farblich recht schlicht gehalten. Auf weißen Wänden sind grüne Verzierungen, passend zu den weißen und grünen Stühlen. Der Gemütlichkeit wäre etwas mehr Farbe zuträglich, so wirkt alles etwas steril. Die hohen Decken und der leichte Hall beim Sprechen lassen den Raum zudem sehr leer erscheinen. Nicht steril wirkt hingegen die uns vorgelegte Speisekarte, die scheinbar schon mehrmals in Flüssigkeiten gebadet hat. Die Spinnen mitsamt -weben in den Ecken der hohen Decke und die (Soßen-?)Spritzer an der Wand neben unserem Tisch sind nicht sehr appetitlich. Das Ambiente erinnert eher an Mensa, als an Restaurant. Der Zugang ist barrierefrei.

Essen

Die Vegefarm hat sich auf vegane Speisen spezialisiert, einiges darunter ist „nur“ vegetarisch. Für den vegan essenden Menschen ist die große Auswahl erfrischend. Neben der normalen Speisekarte gibt es ein wöchentlich wechselndes Mittagsmenü. Dazu gehört eine vegane Gojibeeren-Rettich-Suppe, die einer heißen Brühe mit etwas Einlage gleichkommt. Das vegane Lamm ähnelt dem „echten“ Lamm weder optisch noch geschmacklich. Der Bratling ist aber lecker und gut gewürzt. Die Reisnudeln nehmen die leicht scharf fermentierte Bohnensoße gut auf. Das zu den Reisnudeln gereichte Gemüse – Senfkohl, Möhren und Zwiebeln – ist knackig und frisch.

Von der Speisekarte gibt es die vegane An-Dung-Ginseng-Ente. Täuschend echt sehen die Entenstreifen dank imitierter „Gänsehaut“ aus. Schön für diejenigen, die das von ihrem Fleischersatz erwarten, dem Vegetarier/Veganer ist es aber vielleicht zu viel. Lecker, knusprig und reichlich vorhanden sind die Streifen aus Seitan in jedem Fall. Dazu gibt es Reis und eine Ginseng-Ingwer-Reiswein-Soße mit Lauchzwiebeln und frischen, noch nach Waldboden riechenden, Champignons.

Service

Der Service ist insgesamt freundlich. Dafür, dass mein Essen zehn Minuten nach dem meiner Begleitung an unserem Tisch ankommt, erfolgt jedoch keine Entschuldigung oder zumindest eine Erklärung. Ihr Essen ist da nur noch lauwarm.

Preise

7,50 Euro für das Mittagsmenü mit Vor- und Hauptspeise ist ein guter Preis und auch für die Menge angemessen. 10,20 Euro für das Gericht aus der normalen Speisekarte sind zwar nicht wenig, aber aufgrund der Menge und Frische der Zutaten vertretbar.
Ein Wasser (0,25l) kostet 2 Euro, ein Bier vom Fass (0,3l) 2,80 Euro und den günstigsten Wein (0,2l) gibt es für 3,50 Euro.

Fazit

Für das leckere Essen lohnt es, wiederzukommen.

Viele weitere Gastrotests des WESER REPORT finden Sie hier.

 

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