Der Dino kommt zurück ins Bremer Überseemuseum. Archivbild: WR
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Bremen: Der Dino kommt zurück

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Das Überseemuseum packt alte Lieblingsstücke wieder aus.

Der Dinosaurier erstreckt sich über stolze acht Meter. Abgemagert bis aufs Skelett. Einst stand er, auf den Hinterbeinen sich emporreckend, in der ersten Etage des Überseemuseums und blickte mordsgrimmig mit aufgerissenem Maul in den Lichthof.

Die monströse Show passte bald nicht mehr ins Museumskonzept und verschwand im Archiv.

Blick hinter die Kulissen

Aber die Skulptur sei eine der am meisten vermissten Lieblingsstücke der Besucher, erzählt Museumsdirektorin Wiebke Ahrndt. Solche will sie in der neuen Dauerausstellung „Spurensuche – Geschichte eines Museums“ zeigen, die vom 26. Oktober an zu sehen ist.

Warum die Knochen schwarz angestrichen sind? „Es sind keine, das wollen wir deutlich machen“, sagt Ahrndt. Es handelt sich um den 1990 erworbenen Abguss des originalen Gerippes, also um eine Replik.

Woher kommen die Stücke?

Wichtig für die „Spurensuche“ sind die Ergebnisse der Provenienzforschung, die jetzt vier Wissenschaftler im Museum betreiben. Herausbekommen sollen sie, wie die Sammlungsbestände in den Besitz des Hauses kamen.

Haben Bremer Kaufleute und Reeder diese in Zeiten des Kolonialismus gestohlen, indigener Bevölkerung abgeschwatzt oder ordnungsgemäß gekauft?

Zwei neue Teile

Zwei weitere Lieblingsstücke befinden sich derzeit im Aufbau. Der 2014 entfernte Kolonialwarenladen wird wieder in den Originalzustand versetzt, ebenso das Südseehaus, das 1909 nach Bremen kam und bis 2001 im Erdgeschoss des Museums stand.

„Es ist ein bonsaisiertes Hausmodell, das Menschen aus Toboroi (Papua Neuguinea) im Auftrag eines Museumsmitarbeiters angefertigt haben“, sagt Ahrndt. Richtfest feierten die Restauratoren bereits.

Das zu der Hütte erstellte Figurenensemble werde bis bis auf ein Hausschwein nicht mehr gezeigt. Denn es gelte, keine Klischees mehr zu bedienen. Ahrndt betont: „Dunkelhäutige Nackte, modelliert mit rassistischen Stereotypen, so etwas wollen wir nicht noch einmal transportieren.“

von Jens Fischer

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