Albrecht Weber hält sein neuestes Buch in den Händen und ist zumindest ein bisschen stolz. Foto: Konczak
Religion

Das Erste Testament predigen

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Der emeritierte Stadtkirchenpfarrer Albrecht Weber legt einen Band gesammelter Predigten vor.

Das Wort „Alt“ zeige auf die Vergangenheit, sagt Albrecht Weber. „Doch das Alte Testament ist keineswegs alt und vergangen. Ganz im Gegenteil, das Erste Testament, so möchte ich es nennen, ist hochaktuell“, so Weber weiter.

Bis zum Jahr 2006 amtete Weber als Pastor der evangelisch-lutherischen Stadtkirche und des Diakoniekreises Delmenhorst. Seitdem könnte er seinen Ruhestand genießen und mit seiner Frau auf Reisen gehen, zum Beispiel zu den Kindern, die in den USA und Großbritannien leben. Doch als Pastor wird man ordiniert und das bedeutet, dass man es bis an sein Lebensende bleibt. Und Weber will dies auch sein. So ist er weiterhin aktiv und hält regelmäßig in verschiedenen Gemeinden im Oldenburger Land Gottesdienste ab.

Kaputter Computer als Grund für die Sammlung

Eine Sammlung der gehaltenen Predigten hat Weber nun in einem Sammelband veröffentlicht. „Der eigentliche Grund war ein Computerschaden, alle meine Aufzeichnungen waren plötzlich weg,  ich musste mir meine eigenen Texte mühsam von Kollegen zusammensammeln. Daraus entstand die Idee, ein Buch aus den Texten zu machen“, so Weber. Die Predigten dieses Bandes behandeln alle das Erste (eben nicht Alte) Testament. Zuvor hatte Weber bereits Bände zu Predigten über die Evangelien und die Apostelgeschichten, die Bestandteil des Neuen (oder in Webers Ordnung Zweiten) Testaments sind, publiziert und damit auch für jene nachvollziehbar gemacht, die sich sonntags nicht für die Teilnahme am vormittäglichen Gottesdienst begeistern lassen.

Geschichten über das Zusammenleben

„Die Bibel lehrt uns die Geschichte der Zivilisation als Entwicklung von Stadien“, sagt Weber und deutet auf die recht brutalen Geschichten, die sich im Ersten Testament finden lassen. Auf den Brudermord folgen aber Geschichten einer frühen Art von Diplomatie und die Bergpredigt bedeutet uns gar unsere Feinde zu lieben. „Man kann das als zivilisatorische Entwicklung begreifen, wir müssen einander nicht mehr die Köpfe einschlagen, sondern können mithilfe unseres Geistes Konflikte lösen und uns anschließend auch wieder miteinander versöhnen“, sagt Weber.

Themengottesdienst zum Jubiläum

Anlässlich des 50. Jahrestags seiner Ordination als Pfarrer, wird es in der Stadtkirche am Sonntag, 20. Oktober, 10 Uhr einen Themengottesdienst unter der Beteiligung einer Sopranistin und einiger Gastredner geben. Das Thema der Predigt, die Weber halten wird, ist dem Titel seines Buches entnommen. Auf dem Buchdeckel steht die Kurzfassung „Gottes riskanter Advent“. In Langform: Jesus Christus, Ursprung, Mitte und Ziel des Handelns Gottes mit den Menschen und dem Universum. Erhältlich ist das Buch bei den Delmenhorster Buchhändlern zum Preis von 20 Euro.

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