Sohrab Mohammad (links) und Torben Buttjer (rechts) gründeten 2011 in Bremen ihr Unternehmen Reishunger und verzeichnen inzwischen Millionenumsätze. Foto: Reishunger Sohrab Mohammad (links) und Torben Buttjer (rechts) gründeten 2011 in Bremen ihr Unternehmen Reishunger und verzeichnen inzwischen Millionenumsätze. Foto: Reishunger
Bremer Unternehmer

Millionengeschäft mit Reis

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Das Bremer Start-up Reishunger hat sich etabliert und will weiter expandieren.

Vor neun Jahren haben Sohrab Mohammad und Torben Buttjer in Bremen das Start-up Reishunger gegründet. Inzwischen haben sich die beiden Gründer mit ihrem Unternehmen erfolgreich in einer Nische etabliert und verzeichnen ein steigendes Umsatzwachstum. „In diesem Jahr wollen wir die Zehn-Millionen-Grenze knacken“, sagt Mohammad.

In Deutschland schmeckt Reis nach gar nichts

Als den Reishunger-Gründern die Idee eines Onlinehandels für Reis erstmals in den Sinn kam, saßen die Wirtschaftsstudenten gerade in der Mensa. Was sie da auf ihren Tellern vorfanden, gefiel ihnen gar nicht – und so machten Sohrab Mohammad und Torben Buttjer schließlich Nägel mit Köpfen und stellten einen Reisvertrieb auf die Beine.

„Reis ist in Deutschland ein Nischenthema, aber emotional besetzt“, sagt Mohammad. Seine Eltern stammen aus dem Iran, wo die Menschen nahezu täglich Reis essen. „Hierzulande schmeckt er in der Regel nach gar nichts“, so der 36-Jährige.

Inzwischen beschäftigt Reishunger rund 80 Mitarbeiter

Die Jungunternehmer nahmen ihr Erspartes in die Hand, verkauften ihr Auto, verzichteten die ersten Monate auf ein eigenes Gehalt und nahmen am Landesförderprogramm Brut teil, mit dessen Unterstützung sie einen Onlineshop aufbauten.

„Schon nach dem zweiten Jahr waren wir profitabel“, berichtet Sohrab Mohammad. In den ersten Jahren konnte Reishunger den Umsatz um 200 Prozent steigern. „In den Jahren sechs bis sieben ist der Profit etwas zurückgegangen, da wir massiv investiert haben“, sagt der Gründer. Inzwischen arbeiten bei Reishunger rund 80 Mitarbeiter.

Löwen-Deal in Vox-Sendung abgelehnt

Die Investitionen in Fachmitarbeiter und Maschinen der letzten Jahre zahlen sich aus. Nachdem das Bremer Start-up im vergangenen Jahr einen Umsatz von acht Millionen Euro verzeichnete, wollen die Unternehmer in diesem Jahr die Zehn-Millionen-Euro-Grenze knacken.

„Wir sind sehr organisch gewachsen“, sagt Mohammad. Auf Investoren habe man bewusst verzichtet, auch einen Deal bei der Vox-Serie „Die Höhle der Löwen“ lehnten die Bremer 2016 ab.

Verarbeitung in Bremen

Mittlerweile vertreibt Reishunger rund 300 Produkte auf seiner Onlineplattform. Neben Reis umfasst das Sortiment auch Zubehör wie Reiskocher, Saucen und Gewürze. Den Reis bekommen Sohrab Mohammad und Torben Buttjer direkt von den Bauern aus Thailand, Indien, Pakistan oder Südamerika und verarbeiten ihn anschließend in Bremen.

Der Reis wird direkt an den Endkunden vertrieben. „Dadurch können wir eine extrem hohe Qualität zu fairen Preisen anbieten“, sagt Mohammad. „Der typische Kunde bei uns ist über 45 Jahre alt, gutverdienend und Großstädter.“

Reishunger auf den Einzelhandel ausweiten

Bisher gehen die Produkte hauptsächlich nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Künftig wollen die Gründer auch Skandinavien, die Niederlande und Großbritannien in den Fokus nehmen.

Nach wie vor sei der Webshop der wichtigste Vertriebskanal, aber auch im Einzelhandel sind die Reishunger-Produkte vereinzelt zu finden – seit Kurzem in den Biomärkten von Alnatura. „Wie gut das funktioniert, werden wir in den nächsten Monaten sehen. Dann könnten wir uns vorstellen, den Einzelhandel auszuweiten“, sagt Gründer Mohammad.

von Insa Lohmann

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