Das Bremer Start-up Yogut möchte dazu motivieren, seinen Joghurt wieder selbst herzustellen: Aniela Schröder, Kim Löhmann, Heike Mühldorfer und Fiona Honstein (v.  l.  n.  r.). Foto: Yo-Gut Das Bremer Start-up Yogut möchte dazu motivieren, seinen Joghurt wieder selbst herzustellen: Aniela Schröder, Kim Löhmann, Heike Mühldorfer und Fiona Honstein (v.  l.  n.  r.). Foto: Yo-Gut
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Yogut: Joghurt aus der Kapsel

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Ein Bremer Start-up vertreibt Kulturen, aus denen jeder Milchspeisen herstellen kann.

Ob Backen, Bier brauen oder Lebensmittel fermentieren – Essen selber zuzubereiten, liegt im Trend. Vor allem eine gesunde Ernährung steht dabei für viele Menschen im Fokus. So auch für das Bremer Start-up Yogut, das sogenannte Starterkulturen entwickelt und auf den Markt gebracht hat.

Aus den Milchsäurebakterien können Verbraucher sich zu Hause ihre eigenen Milchspeisen wie Joghurt und Kefir zubereiten. „Immer mehr Menschen wollen weg von industriell zubereiteter Nahrung und sich mit Essen aus der eigenen Küche gesund ernähren“, ist Heike Mühldorfer überzeugt. Sie hat das Unternehmen gemeinsam mit dem Lebensmitteltechnologen Uwe Dießelmeier gegründet, der in der Schweiz lebt. „Wir kennen uns schon seit Schulzeiten“, berichtet Mühldorfer.

Onlinevertrieb seit September

Die Ernährungswissenschaftlerin hat bereits als junges Mädchen zusammen mit ihrer Mutter selbst Joghurt hergestellt und möchte das Thema Fermentierung nun bekannter machen. „Joghurt ist ein uraltes Lebensmittel, dem schon immer eine positive Wirkung auf die Verdauung zugeschrieben wird“, sagt Heike Mühldorfer.

Nach zwei Jahren Entwicklungszeit startete die Journalistin aus Bremen im September von der Hansestadt aus den Onlinevertrieb für ihre Starterkulturen. Nun soll auch der Großhandel dazukommen.

In den stationären Handel bringen

Ihr Produkt sieht Mühldorfer vor allem dort, wo ernährungsbewusste Menschen häufig einkaufen – in Bioläden und Reformhäusern. Die größte Herausforderung ist dabei die Kühlung. „Wir verkaufen aktive, lebendige Milchsäurebakterien und brauchen deshalb eine intakte Kühlkette von der Produktion bis zum Versand“, erläutert Heike Mühldorfer.

Verpackt und aufbewahrt werden die Milchsäurebakterien in kleinen Kapseln, die im Kühlschrank gelagert werden. Für die Zubereitung von Naturjoghurt wird Milch erhitzt, anschließend abgekühlt und die Starterkulturen hinzugegeben. Bei 43 Grad soll die Masse dann in einem Joghurtzubereiter oder im Backofen ruhen.

Bis zu 140 Plastikbecher einsparen

Mit ihrem Produkt wollen die Gründer auch Veganer ansprechen, die statt Kuhmilch auf vegane Varianten mit Soja, Pflanzendrinks oder Kokosmilch zurückgreifen können. Neben dem gesundheitlichen Aspekt spielt für die Unternehmer Heike Mühldorfer und Uwe Dießelmeier der geringere Anfall an Müll eine Rolle.

Mit einer Packung Yogut können 21 Liter Joghurt oder Kefir hergestellt und somit bis zu 140 Plastikbecher eingespart werden, erklärt die Gründerin.

Gründen war nicht so einfach

Heike Mühldorfer arbeitet bereits seit mehreren Jahren als selbstständige Journalistin und PR-Fachfrau in der Hansestadt. Doch ein Start-up zu gründen war auch für sie eine neue Erfahrung. „Gründen wird einem hier nicht so leicht gemacht“, sagt sie.

Mühldorfer suchte Unterstützung bei der Gründung ihres Unternehmens, stieß aber vielerorts auf taube Ohren. „Man fängt bei allem von vorne an.“ Entmutigen lassen will sie sich davon nicht. Mit ihrem Start-up wollen die Yogut-Gründer bald auch international durchstarten und langfristig weitere ökologische Nahrungsmittel-Produkte entwickeln.

von Insa Lohmann


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